Hammer Soldat berichtet

Corona-Einsatz in Indien: „Wir haben gesehen, wie die Toten weggebracht wurden“

Schweißtreibender Corona-Einsatz in Indien.
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Heiße Angelegenheit: Maik Lücking kämpfte auch gegen die Hitze von Indien an.

Fast drei Wochen war ein Team der Bundeswehr in Indien und hat dort geholfen, eine Sauerstofferzeugungsanlage aufzubauen. Mit dabei war auch Maik Lücking aus Hamm.

Hamm - Kein Kriegsgebiet, dafür ein Gegner, den man nicht sieht: Maik Lücking aus Hamm kämpfte in Indien gegen das Coronavirus. Seit Dienstag ist er zurück in Deutschland und hat mit Svenja Jesse über seine Erlebnisse im Risikogebiet gesprochen. (News zum Coronavirus in Hamm)

Wie war der Einsatz in Neu Delhi?
Es war ein sehr fordernder aber auch sehr erfüllender Einsatz. Wir hatten sehr viel Unterstützung seitens der Indischen Armee. Die Anlage steht, sie läuft und liefert Sauerstoff, so wie sie es soll. Die Mitarbeiter vor Ort sind geschult. Ich denke, wir konnten die Mission erfolgreich abschließen.

Corona-Einsatz: Maik Lücking in Indien

Sie waren mitten in einem Hochrisikogebiet. Auf dem Gelände war auch ein Militär-Krankenhaus in dem Corona-Patienten versorgt wurden. Wie war das für Sie?
Man hat mitbekommen, wie Patienten möglichst schnell reingebracht wurden. Und wir haben natürlich auch die Schattenseiten mitbekommen. Wir haben gesehen, wie die Toten weggebracht wurden, die fuhren direkt an uns vorbei. Natürlich bleiben solche Bilder im Kopf, aber als Soldat lernt man irgendwann damit umzugehen. Das hat man in anderen Einsatzländern auch. Hier ist es allerdings eine andere Situation, da es aufgrund einer Pandemie passiert. Allein die schiere Anzahl an Leuten, die rein und wieder raus gebracht wurden, verdeutlicht einem, was für eine Gefahr davon ausgeht. Man freut sich dann den Leuten helfen zu können, wenn es auch nur ein bisschen ist.

Maik Lücking aus Hamm warbei dem Bundeswehreinsatz in Neu Dehli dabei.

Gab es auch schöne Erinnerungen, die Sie mitnehmen?
Ja, vor allem aus dem Team. Alle haben zusammengehalten, wir haben das Ding gerockt das war einfach schön.

Jetzt sind Sie zurück in Deutschland, was ist das erste, was sie machen werden?
Erst einmal bin ich noch für 14 Tage in Quarantäne, das ist so Vorschrift, weil ich in einem Hochrisikogebiet war. Die verbringe ich in meiner Dienstwohnung in Hürth. Wenn ich dann wieder zu meiner Frau nach Hamm komme, werde ich sie erst einmal in den Arm nehmen und dann wird gegrillt. Steak und Currywurst, darauf freue ich mich richtig.

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