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Corona: Eindrucksvoller Rückgang der Zahlen in Hamm - wie es weitergehen könnte

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Von: Cedric Sporkert

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5.217 Corona-Infizierte gab es in Hamm am 1. April. Am Mittwoch – also nicht einmal zwei Monate später – lag die Zahl noch bei 1.095. Das entspricht einem Rückgang von knapp 80 Prozent. Mediziner schätzen ein, wie es jetzt weitergehen könnte.

Hamm –Auch, wenn am Donnerstag wegen des Feiertages keine aktuellen Zahlen veröffentlich wurden, dürfte die Zahl der Infizierten inzwischen „nur noch“ im dreistelligen Bereich liegen. Der eindrucksvolle Abschwung hält auch im Wochenvergleich an.(News zum Coronavirus in Hamm, für überregionale Infos hier klicken.)

763 Neuinfektionen mit dem Coronavirus wurden in Hamm in der zurückliegenden Woche bekannt. Das waren noch einmal 250 weniger als in der Woche davor. Mehr als die Hälfte der Neuinfizierten waren vollständig geimpft (16,3 Prozent) oder geboostert (38,8 Prozent), nur teilweise geimpft waren 9,6 Prozent. Ungeimpft war mit 38,3 Prozent mehr als jeder Dritte – verglichen mit dem Anteil der Ungeimpften in der Gesamtbevölkerung ist auch das noch eklatant hoch.

Rückgang in Schulklassen und Altenheimen

Noch 107 Schülerinnen und Schüler galten am Mittwoch als infiziert (-48), 37 Schulen waren betroffen.

Die betroffenen Schulen

Anne-Frank-Schule, Arnold-Freymuth-Schule, Beisenkamp Gymnasium, Bodelschwinghschule, Dietrich-Bonhoeffer-Schule, Eduard-Spranger-Berufskolleg, Elisabeth-Lüders-Berufskolleg, Freie Waldorfschule, Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, Friedensschule, Friedrich-Ebert-Realschule, Friedrich-List-Berufskolleg, Galilei-Gymnasium, Geistschule, Gutenbergschule, Gebrüder-Grimm-Schule, Gymnasium Hammonense, Hellwegschule, Hermann-Gmeiner-Schule, Jahnschule, Kappenbuschschule, Konrad-Adenauer-Realschule, Lessingschule, Lindenschule, Märkisches Gymnasium, Marienschule, Martin-Luther-Schule, Maximilianschule, Overbergschule, Realschule Heessen, Realschule Mark, Schule Am Adelwald, Schule im Grünen Winkel, Selmigerheideschule, Sophie-Scholl-Gesamtschule, Stephanusschule und Wilhelm-Busch-Schule.

Unverändert waren am Mittwoch 15 Kita-Kinder infiziert. In den Seniorenheimen ging die Zahl auf sieben betroffene Mitarbeiter (-5) und acht infizierte Bewohner (-27) zurück.

Noch 11.857 Schnelltests wurden in Hamm in der vergangenen Woche durchgeführt (-475). Positiv waren 1.061, was einer Quote von 9,16 Prozent entspricht.

Kleiner Anstieg nur bei 30- bis 39-Jährigen

Die aktuelle Altersverteilung der 1 095 Infizierten am Mittwoch:

AltersgruppeAnzahl InfizierteEntwicklung zur Vorwoche
0 bis 9 Jahre51-20
10 bis 19 Jahre110-37
20 bis 29 Jahre162-43
30 bis 39 Jahre201+7
40 bis 49 Jahre159-29
50 bis 59 Jahre196-26
60 bis 69 Jahre113-15
70 bis 79 Jahre52-11
80 bis 89 Jahre42-19
über 90 Jahre9-8

Corona-Zahlen sinken: Was wird im Herbst?

So gut wie alle Corona-Experten sind sich sicher, dass die gegenwärtige Entwicklung den Sommer über anhalten wird – auch, wenn das Virus nicht komplett verschwindet.

Auch Hammer Mediziner rechnen damit, dass die derzeit in Südafrika aufgetauchten neuen Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 in unseren Breiten relevant werden. Allerdings könne man dem gelassen entgegen sehen. Die Verläufe seien nach bisherigem Kenntnisstand auch nicht schwerer als bei der zuletzt grassierenden Omikron-Variante, heißt es aus dem Umfeld der Kliniken. Demzufolge müssten jetzt auch keine präventiven Schritte eingeleitet werden. Mit Blick auf Corona könne man die Entwicklung einfach abwarten.

Problematischer könnte es aber mit Blick auf Kollateral- Szenarien werden. Zwei Jahre lang habe es beispielsweise auch in Hamm praktisch keine Influenza-Fälle mehr gegeben. Daraus resultiere eine Immunlücke, deren Folgen schwer abzuschätzen seien.

Corona-Daten lückenhaft - nichts gelernt?

Weiterhin klagen auch Hammer Mediziner, dass es in Deutschland weiterhin in vielen Bereichen eine unbefriedigende Datenlage gebe. Wie ist der Stand der Durchseuchung? Wie ist der Schweregrad von Omikron gewesen? Es gebe auch keine Kohorten-Studien. In England habe man Studien und Statistiken geführt.

Es zeichne sich ab, dass die britische Strategie möglicherweise erfolgreicher war als die deutsche. Die Durchseuchung dort liege bei 99 Prozent.

Weiter Ruf nach Lockerungen in Kliniken

Weiterhin gibt es auch Stimmen aus den Hammer Krankenhäusern, die sich für eine Lockerung der Besuchs- und noch immer sehr strikten Hygiene-Bestimmungen stark machen. Es sei deutlich sinnvoller, dass beispielsweise Krebspatienten nur mit Vollschutz versorgt und besucht werden dürften, dafür aber bei den übrigen Patienten die zusätzlichen Auflagen wegfielen.

Auflagen kollektiv für gesamte Krankenhäuser zu erlassen, sei nicht mehr zeitgemäß.

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