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Aufklärung! Sicherheit! So will der Weihnachtscircus Sorgen nehmen

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Von: Markus Hanneken

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Raoul Schoregge ist nicht nur Zirkus-Manager, sondern seit vielen Jahren auch Zirkus-Clown.
Ehrliche Haut: Raoul Schoregge ist unter anderem Zirkus-Manager und Zirkus-Clown. © Bernd Schaller

Allerorts wächst die Liste der Corona-bedingten Absagen, nur der Hammer Weihnachtscircus will sich nicht einreihen, sondern die Kämpfer-Flagge schwenken. Alle zwölf Shows rund um Weihnachten sollen stattfinden. Trotzdem sollen sich die Besucher gut dabei fühlen. Wie das geht? Eigentlich ganz einfach!

Hamm - „Wir befinden uns im Jahre 2021 n.Chr. Ganz Deutschland ist von Corona besetzt… Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Artisten bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten…“ Der abgewandelte Asterix-Spruchklassiker passt wie die Faust aufs Auge, wenn Raoul Schoregge redet. Denn der in Havixbeck wohnende Chef des Chinesischen Nationalcircus‘ hat die Nase voll vom Versteckspielen, will den Kopf nicht länger in den Sand stecken und sich, seinen Zirkus-Leuten und deren Fans und weiteren Zuschauern drei Stunden lang die Sorgen vergessen machen, ohne sie gleichzeitig zu verunsichern. „Wir würden diese Veranstaltung gerne als Leuchtturmprojekt durchziehen, da wir glauben, dass sowohl unsere Künstler, Partner, unser Team und auch unser Publikum nach zwei Jahren Pandemie Hoffnung brauchen“, sagt der 52-Jährige.

Nach zwei Jahren im Stand-by soll die Produktion „China Girl“ vom 22. bis zum 29. Dezember zwölf Mal in den Zentralhallen zu sehen sein. Kein klassischer Manegenzirkus, sondern hochkarätiges Varieté, garniert mit der Musik des Popidols David Bowie, der auch aus strukturellen Gründen in einer Halle eben besser aufgehoben ist als im Zirkuszelt.

Um die Menschen aus ihrer Verunsicherungsstarre zu locken wird die Zuschauerkapazität pro Show nun nochmals reduziert und damit ein noch sichererer Abstand zwischen den Besuchern ermöglicht, die - Stand jetzt - am Platz keine Maske tragen müssen. Wirtschaftlich wichtig ist dabei die frisch zugesagte Option des Bundes, über einen Sonderfonds Kultur verkauften Ticket bis zur Kostenobergrenze zu subventionieren (es ist nicht möglich, Gewinn zu machen). Zugleich gibt Schoregge das Versprechen, dass Ticketkäufer im Falle einer durch neue Restriktionen erzwungenen Absage ihr Geld problemlos zurückbekommen werden, gleich wo sie ihre Karten gekauft haben.

Weihnachtscircus in Hamm: Aufklärung statt Subventionsschacher

Der Zirkus-Chef hofft, dass er einerseits über viel Aufklärung - am Samstag, 11.12., ist er ab 11 Uhr im Allee-Center Gast des Lippewelle-Center-Talks - und andererseits über Mundpropaganda die individuellen Corona-Schalen knacken kann: So soll auch der erste Show-Abend am 22. Dezember noch Wirkung zeigen, wenn die Besucher (im besten Fall) ihre Begeisterung weitertragen.

Es sei wichtig, diese Show nun endlich spielen zu können, betont Schoregge immer wieder: „Denn wenn ich Subventions-Schacherer hätte werden wollen, wäre ich in den öffentlichen Dienst gegangen und nicht ins Showgeschäft. Man muss halt auch die Änderung sein, die man vom Leben erwartet.“

Daten und Tickets

Aufgeführt wird „China Girl“ in Hamm im Dezember 2021 am 22. (19.30 Uhr), am 23. (19.30 Uhr), am 24. (13 Uhr), am 25. (15.30 und 19.30 Uhr), am 26. (15.30 und 19.30 Uhr), am 27. (19.30 Uhr), am 28. (15.30 und 19.30 Uhr) sowie am 29. (15.30 und 19.30 Uhr).

Bis zu 67 Euro kosten die Karten für einen Besuch in Hamm regulär. Nach Kategorien und Alter gestaffelt geht es runter bis 15 Euro (Kinder bis 6 Jahre), Begleitpersonen von Behinderten mit entsprechendem Nachweis dürfen kostenlos mitkommen.

Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf auf der Internetseite www.chinagirl-show.com/hamm, online über Eventim oder in den bekannten stationären Vorverkaufsstellen.

Weihnachtscircus in Hamm: Auftritte in anderen Städten abgesagt

Anderswo als in Hamm wird „China Girl“ übrigens jüngsten Planungen zufolge vorerst nicht zu sehen sein: Die Zahlen sind einfach zu schlecht, zumal in der wichtigen Zeit vor Weihnachten. Die beiden vor Hamm geplanten Standorte Aschaffenburg und Osterode sollen verschoben werden, ebenso die direkt nachfolgenden.

Komplett die Segel gestrichen hat zwischenzeitlich der „Münsteraner Weihnachtszirkus“ sein zweiwöchiges Gastspiel auf dem Schlossplatz. Das sicher auch in dem Wissen, dass aus dem Sonderfonds Kultur 90 Prozent der bereits entstandenen Kosten ersetzt werden.

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