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480 Personen demonstrieren in Hamm gegen Corona-Regeln - Anzeigen wegen Maskenverstößen

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Von: Cedric Sporkert

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Mit und ohne Maske: Am Luther-Platz versammelten sich die Demonstrationsteilnehmer.
Mit und ohne Maske: Am Luther-Platz versammelten sich die Demonstrationsteilnehmer. © Bruse

Am Mittwochabend haben erneut Kritiker der Corona-Maßnahmen in der Hammer Innenstadt protestiert. Nach Angaben der Polizei nahmen in der Spitze rund 480 Personen an der angemeldeten Versammlung teil.

Hamm – Der Aufzug startete demnach nach Redebeiträgen gegen 18.25 Uhr auf dem Martin-Luther-Platz. Die Teilnehmer bewegten sich von der Martin-Luther-Straße über die Königstraße, Ostenallee, Hesslerstraße, den Caldenhofer Weg und die Sedanstraße zurück zum Martin-Luther-Platz, wo erneut Reden gehalten wurden. Die Versammlung wurde um 20 Uhr beendet. (News zum Coronavirus in Hamm)

Corona-Demo Hamm: Zwischenstopp und Verkehrsstörungen

Während des auch aus Sicht der Polizei friedlichen Aufzuges kam es aufgrund kurzfristiger Sperrungen zu Verkehrsstörungen auf den betroffenen Straßen. Vor dem Medienhaus legten die Demonstranten einen Zwischenstopp ein. Deshalb war auch die Tiefgarage unter dem Kino zwischenzeitlich blockiert. Bei der Standkundgebung skandierten die Teilnehmer gegen „gleichgeschaltete Medien“, aber auch gegen die Abschaffung des Bargeldes oder die Digitalisierung.

Beteiligt waren neben etlichen Menschen aus Hamm, die allgemein nicht mit den Corona-Regeln einverstanden sind, und sich keiner Gruppe zugehörig fühlen, auch selbst erklärte „Querdenker“ und Verschwörungsgläubige über deren Kanäle der Demo-Aufruf maßgeblich verbreitet und aus deren Reihen die Veranstaltung angemeldet wurde. Auch Auswärtige wie der bekannte „Querdenker“ Artur Helios liefen mit und hielten Reden.

Die Aufrufe zu den Demonstrationen verbreiten die Maßnahmen-Kritiker vornehmlich in den sozialen Netzwerken wie Telegram, verteilten zuletzt aber auch analoge Werbung als Flyer – nach WA-Informationen unter anderem vor dem Schnelltestzentrum an der Radbodstraße an dort in der Schlange wartende Autofahrer.

Polizei und KOD schreiben Anzeigen wegen Maskenverstößen

Am Mittwoch mussten die Teilnehmer erstmals die Maskenpflicht einhalten. Das ist in der aktuellen Coronaschutzverordnung des Landes für Versammlungen vorgeschrieben, zu denen alle Personen unabhängig von einem Test- oder Immunisierungsnachweis Zugang haben. Darauf wies die Polizei zu Beginn der Veranstaltung auch mit einer Lautsprecherdurchsage hin. „Der damit verbundenen Aufforderung kamen einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer jedoch nicht nach“, teilte die Polizei mit.

Die Polizei und der kommunale Ordnungsdienst der Stadt stellten daraufhin nach gemeinsamen Angaben die Personalien mehrerer Versammlungsteilnehmer fest, die gegen die Maskenpflicht verstoßen hatten. Die Einsatzkräfte leiteten 23 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein, zudem wurden elf Versammlungsausschlüsse gegenüber unkooperativen Teilnehmern ausgesprochen.

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