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40.000 Dosen zu viel geliefert: Hamm wird vom Land mit Moderna überschwemmt - Ablaufdatum nah

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Von: Cedric Sporkert

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Beim Boostern können aus einem Vial Moderna 20 einzelne Dosen gezogen werden.
Beim Boostern können aus einem Vial Moderna 20 einzelne Dosen gezogen werden. © Oliver Berg/dpa

Die Stadt Hamm hat vom Land ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk erhalten. Über 40.000 Dosen Moderna-Impfstoff wurden über die eigentliche Bestellung hinaus geliefert. Die Verwaltung wurde davon allerdings überrascht – und bezweifelt nun, den Stoff rechtzeitig vor dem Ablaufdatum verimpfen zu können.

Hamm – 2.168 Vials Moderna wurden in dieser Woche zusätzlich geliefert. Das entspricht fürs Boostern 43.360 Einzeldosen. „Wir kennen das nicht, dass das Land einfach so Impfstoff vor der Tür abstellt“, erklärte Stadtsprecher Detlef Burrichter auf WA-Anfrage. (News zum Coronavirus in Hamm)

Normalerweise müsse mit großem Vorlauf abgeschätzt werden, wie viel wann gebraucht werde und dann frühzeitig eine Bestellung aufgegeben werden. Die Stadt steht nun vor dem Problem, den Impfstoff auch tatsächlich zu verimpfen, bevor er am 13. Januar abläuft und unbrauchbar wird. „Bei einem derart großen Angebot ist es nach unserer Auffassung unrealistisch, dass wir das bis dahin abgearbeitet bekommen“, so Burrichter.

Selbst Hammer Corona-Impfturbo dürfte nicht reichen

Und das, obwohl Hamm eine der Kommunen in NRW mit dem höchsten Impftempo ist. Zuletzt waren pro Woche zwischen 12.000 und 15.000 Spritzen gesetzt worden. Mit Blick auf die anstehenden Feiertage reicht aber selbst dieses Tempo nicht aus, um alle Dosen bis zum 13. Januar los zu werden. „Wir haben jetzt alle angefragt, die impfen, und hoffen, so viel wie möglich noch verteilt so bekommen.“

Auch in andere Städte und Kreise sollen nach WA-Informationen unangekündigt immense Mengen Moderna-Impfstoff geliefert worden sein. Hinter vorgehaltener Hand wurde in einigen Kommunen am Mittwoch spekuliert, dass das Land so die Verantwortung bewusst an die Kommunen abgeschoben habe. „Nach dem Motto: Ihr habt den Impfstoff ja nicht vor Verfall verimpft bekommen“, sagte ein Verwaltungsmitarbeiter einer Nachbarkommune. „Es sieht schließlich schlecht aus, wenn der Stoff im Lager des Landes liegt und unbrauchbar wird.“

Auch Festtagsbesuch kann sich in Hamm impfen lassen

Auch an Heiligabend und Silvester stehen die Impfangebote der Stadt zwischen 8 und 12 Uhr zur Verfügung. An den Feiertagen und Neujahr finden keine Impfungen statt. Übrigens: Auch Festtagsbesuch aus anderen Bundesländern darf sich in Hamm impfen lassen. Beschränkungen für Menschen, die in anderen Bundesländern leben, gibt es keine mehr. Das war vor einigen Monaten noch anders gewesen.

Die beiden neuen Impfstationen auf Gut Kump und in der Bürgerhalle Pelkum werden indes erst Anfang Januar ihren Betrieb aufnehmen. Wann genau, ist noch unklar.

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