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„2G-plus“ in Hamm: Zunftstuben schließen... und andere bekannte Lokale?

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Von: Patrizia Frank

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Maskenpflicht, 2G+, Veranstaltungen – diese Corona-Regeln werden verschärft
Ob es gefällt oder nicht: Auch in den Hammer Kneipen, Restaurants und Cafés gilt jetzt 2G-plus. © Arne Dedert/dpa (Symbolbild)

Seit Donnerstag gibt auch für Kneipen, Restaurants und Co. in Hamm die 2G-plus-Regel. Gäste ohne Impfung und tagesaktuellen Test dürfen also nicht mehr im Lokal essen und trinken. Was sagen die Gastronomen dazu? Wir haben uns exemplarisch umgehört.

Hamm – Die Omikron-Welle rollt durch Deutschland – ein Baustein, um die Infektionszahlen zu bremsen, ist die 2G-plus-Regelung, die seit Donnerstag auch in der Hammer Gastronomie gilt. Wer auswärts essen will, gemütlich einen Kaffee oder zum Feierabend ein Bier trinken möchte, kann dies als Zweifachgeimpfter nur noch mit zusätzlichem negativem Corona-Test, Geboosterte mit dritter Impfung können auf den zusätzlichen Nachweis verzichten (Regeln im Überblick: Siehe Kasten). Für die Angestellten in den Cafés, Kneipen und Restaurants bedeutet die neue Regelung vor allem Mehraufwand – für einige allerdings führen die neuen Bestimmungen direkt in eine unfreiwillige Auszeit.

Café Del Sol

Peter Schulte, Betriebsleiter des Café Del Sol, will den Kopf noch nicht in den Sand stecken: „Alles ist besser, als zumachen zu müssen“, sagt er klar. Seit zehn Jahren leitet er das Café in Hamm und ist sich seiner Verantwortung gegenüber den Kunden, aber auch den Mitarbeitern bewusst. „Wir kontrollieren hier nach bestem Wissen und Gewissen“, erklärt er. Und das stelle ihn und seine Angestellten teilweise vor große Herausforderungen. „Ich habe erstmal ein Handout vorbereitet, damit meine Mitarbeiter sich ein bisschen orientieren können“, sagt er. Denn oft reiche ein Scan mit dem Handy nicht aus: „Es gibt so viele Besonderheiten und Ausnahmen. Wenn zum Beispiel ein Genesener kommt mit einem Schüler, der 17 Jahre alt ist, wird es schon schwieriger“, erklärt er. „Wir müssen uns erstmal eingrooven, was die Regelungen angeht.“

Zunftstuben

Darauf verzichten die Angestellten in den Zunftstuben gleich ganz: „Wir haben am Sonntag unseren letzten Arbeitstag und schließen das Restaurant dann bis März“, sagt Alexander Durdevic, der in den Zunftstuben arbeitet. Zu unkalkulierbar sei das Risiko gewesen, das die neuen Regelungen mit sich bringen. „Wir versuchen jetzt einfach, Kosten zu minimieren, und hoffen, dass wir im Frühjahr wieder unter anderen Voraussetzungen den Betrieb aufnehmen können.“

Denn eines sei sicher gewesen: Ein wirtschaftlicher Betrieb sei mit den neuen Regelungen kaum möglich gewesen.

Enchilada

Amine Aajjane, Restaurantleiter im Enchilada, sieht den kommenden Wochen im Augenblick mit wenig Optimismus entgegen. „Wir spüren schon jetzt, am ersten Wochenende, dass die Reservierungen deutlich zurückgegangen sind“, sagt er. Vor allem größere Gruppen würden derzeit ausbleiben. Wenn Gäste kämen, dann nur zu zweit oder maximal zu viert. Nach dem verhagelten Weihnachtsgeschäft sei die neue Verordnung nun problematisch, denn sie, so glaubt Aajjane, wird dazu führen, dass auch die kommenden Wochen nur schleppend laufen werden.

Westend

Im Westend, erzählt Inhaber Klaus Osiewacz, habe schon die 2G-Regel zu erheblichen Einbußen geführt. „Mit 2G-Plus wird das sicher nicht besser“, sagt er. Er hat sich mit seinem Team dafür entschieden, den Laden weiterhin zu öffnen. Wirklich rentabel sei das aber nicht. „Wenn ich nur auf die Zahlen gucken würde, müsste ich wahrscheinlich schließen“, sagt er.

Die Verantwortung seinen Mitarbeitern gegenüber hält ihn davon ab: „Bisher habe ich alle Beschäftigten halten können, ich hoffe, dass das auch weiterhin gelingt“, sagt er.

Kurzarbeit hat er trotzdem bereits anmelden müssen. „Die Gastronomie ist in dieser Pandemie dermaßen gebeutelt und bekommt kaum Hilfen. Das ist wirklich frustrierend“, zieht er ein bitteres Fazit.

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