Impfungen geplant

Kein rechtsfreier Raum, aber schwer kontrollierbar: Nordring-Treff als Corona-Reizthema

Der Treff im Nordring: Dass hier Corona-Regeln nicht eingehalten werden, ist der Stadt bekannt.
+
Der Treff im Nordring: Dass hier Corona-Regeln nicht eingehalten werden, ist der Stadt bekannt.

Der Nordring-Treff ist manchem ein Dorn im Auge. Besonders jetzt in Zeiten der Pandemie, wo die Zahlen für Hamm explodiert sind, beklagen Bürger dort immer wieder Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung.

Hamm - Der Gruppentreff führe die zulässige Personenzahl (ein Haushalt plus eine weitere Person) ad absurdum, es gebe teils engen Körperkontakt und mit den Masken nehme man es auch nicht so genau. Die Stadt Hamm weiß das, doch die Handhabe sei begrenzt, sagt Sprecher Lukas Huster. (News zum Coronavirus in Hamm)

StadtHamm
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner179.111 (2019)

Corona in Hamm: „Bußgelder laufen hier ins Leere. Das wissen alle“

Der Treffpunkt ist zwar kein rechtsfreier Raum, dennoch geht hier vieles nach einer Art Laissez-faire-Prinzip. „Es ist bekannt, dass gegen Regeln verstoßen wird. Die Durchsetzung der Schutzverordnung durch Bußgelder läuft hier ins Leere. Das wissen alle“, sagt Huster.

Stattdessen setze die Stadt auf Ansprache. Sowohl der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) sei regelmäßig vor Ort und spreche das Publikum auf Verstöße an als auch die beiden Sozialarbeiterinnen, die im Bahnhofsquartier angesiedelt sind und von dort aus Menschen in der Innenstadt aufsuchen. „Sie verteilen im Nordring auch Masken und Desinfektionsmittel“, so der Sprecher.

Corona in Hamm: Zentraler Punkt besser als viele kleine Treffs?

Die Möglichkeit, hier rund um die Uhr zu kontrollieren, gebe es nicht. „Wir haben also kein rechtes Pack-Ende.“ Für manchen möge das unbefriedigend sein, aber es handele sich immerhin um ein überschaubares Szenario. Das sei besser, als den Standort zu zerschlagen und viele kleine Treffpunkte im Auge haben zu müssen, so Huster.

Corona-positive Fälle unter den Menschen, die dem Nordring-Treff zugeordnet werden können, sind laut Stadt nicht aufgetreten. Daher seien auch keine Quarantänen ausgesprochen worden. Ein „Hotspot“ sei der Ort also zu keiner Zeit gewesen.

Corona in Hamm: Menschen ohne Wohnsitz werden geimpft

Wie die Stadt Hamm zuletzt mitteilte, sollen in absehbarer Zeit Menschen ohne festen Wohnsitz geimpft werden. Eine Schnittmenge gibt es in dieser Gruppe auch mit dem Nordring. In Abstimmung mit den Trägern der Wohnungsnotfallhilfe werde nun ermittelt, wie hoch die Impfbereitschaft sei und wie viele Dosen benötigt werden. Zum Ende der Woche solle in diesem Punkt mehr Klarheit herrschen, kündigt Huster an. Vermutlich werde an den klassischen Anlaufstellen mit mobilen Teams geimpft.

Der Nordring-Treff soll im Zuge der Gestaltung des Parks und Anbindung an das Kanalquartier nicht verlegt werden, teilte Huster mit. Dies sei im Einvernehmen aller beteiligten Stellen so entschieden worden. „Eine Verlagerung wäre für Ansprache, Kontrolle und Sichtbarkeit der entsprechenden Personen kontraproduktiv“, so Huster. Die Stadt glaube nicht, dass der Treff Einfluss auf die künftige Achse zur Kanalkante habe. Durch Frequenz im Park werde die soziale Kontrolle verstärkt, sodass Angsträume vermieden würden. Der Treff werde weiter eng begleitet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare