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Coronavirus in Hamm: Zahl der Infizierten geht zurück - deutlich mehr Covid-Patienten in Klinik, 53. Toter

Wissenschaftler der Goethe-Universität in Frankfurt haben herausgefunden, dass ein Spray gegen das Coronavirus eingesetzt werden könnte.
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Das Coronavirus beschäftigt die Experten bei der Stadt Hamm nach wie vor fast rund um die Uhr. (Symbolbild)

Die Zahl der Corona-Infizierten ist in Hamm am Dienstag zurückgegangen. Eine Entspannung der Lage ist trotzdem nicht in Sicht. Es liegen mehr Covid-19-Patienten im Krankenhaus und auf der Intensivstation.

Hamm - 41 Neuinfektionen mit dem Coronavirus meldete die Stadt Hamm am Dienstagmittag. Das waren erstmals wieder deutlich weniger als an den Vortagen. Sowohl Sonntag als auch Montag gab es jeweils 68 neu bekannt gewordene Fälle. Die Zahl der aktuell Infizierten sank wieder unter 700 und liegt bei 697. 374 der Betroffenen sind weiblich, 323 männlich. (News zum Coronavirus.)

RKI-Inzidenzwert sinkt um 16,1 Punkte

Der RKI-Inzidenzwert (Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner) ging deutlich zurück und liegt nun bei 275,1 (minus 16,1 Punkte).

Von den 41 neu infizierten Hammern steckten sich 17 vermutlich innerhalb des Familien- und Bekanntenkreises an. Alle befanden sich zuletzt bereits in Quarantäne und erhielten dort ihren positiven Befund. Vier Fälle wurden im Rahmen einer Reihentestung beim Arbeitgeber bekannt, bei 20 Fällen ist der Ursprung noch unklar.

Acht Personen auf der Intensivstation

60 Personen befinden sich aktuell zur stationären Behandlung im Krankenhaus, nachdem bei ihnen Covid-19 ausgebrochen ist (+6). Acht von ihnen liegen auf der Intensivstation (+4). Dort betreut werden ein Mann im Alter von über 50 Jahren, zwei Männer (älter als 60), zwei über 70-Jährige, zwei Männer jenseits der 80 und eine Frau über 90.

Die Stadt vermeldete am Dienstag den 53. Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Am Montag ist demnach ein Mann im Alter von über 70 Jahren im Krankenhaus gestorben. Er war zuvor positiv auf das Virus getestet worden und hatte mehrere Vorerkrankungen.

Hamm testet mehr als umliegende Kommunen

Als genesen gelten in Hamm inzwischen 2.572 Personen (+88), 1.367 von ihnen sind weiblich, 1.205 männlich. 2.744 Personen befinden sich aktuell in Quarantäne (+326), 18.266 Hammer haben diese Beobachtung wieder verlassen (+51). 21.310 Proben sind an den Corona-Mobilen und an der Alfred-Fischer-Halle genommen worden (+144).

Trotz der hohen Infektionszahlen hat der Corona-Krisenstab in Hamm die Lage mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich besser im Griff als es in umliegenden Städten und Gemeinden der Fall ist. Der Grund: Es wird mehr getestet - und zwar im entscheidenden Segment.

Freiwillige Tests wenig wahrgenommen

An mehr als 30 Hammer Schulen gibt es Coronafälle. Das mit einem Positiv-Fall verbundene Angebot an die gesamte Schülerschaft, sich freiwillig und kostenlos testen lassen zu können, wird offenbar aber kaum mehr wahrgenommen. 1.800 Schüler an sechs Grundschulen hätten sich zum Beispiel in der vergangenen Woche am Dienstag testen lassen können; 226 nahmen das Angebot wahr.

Irritationen gab es nun dennoch an der Kettelerschule in der Mark. Auch dort gab es einen positiven Fall, aber keinen freiwilligen Testtermin für die Grundschüler . „Stattgefunden haben bisher nur die Pflichttests, der Termin für die freiwilligen Tests wird gerade abgestimmt und dann über die Schulleitung kommuniziert“, klärte Stadtsprecher Tom Herberg auf. „Es ist also kein Test ausgefallen, sondern er wird die Tage stattfinden.“

Rektoren: Lasst die Schulen auf!

Trotz hoher Infektionszahlen fordern viele Rektoren weiter Unterricht in den Schulen. Allerdings sollte man flexiblere Lösungen ermöglichen - nicht einfach nur geöffnete oder geschlossene Schulen.

In einem gemeinsamen Kraftakt haben Stadt Hamm, Stadtwerke und Schulen den morgendlichen Schülerverkehr entzerrt. Damit sollen besonders frequentierte Linien und Ersatzbusse entlastet werden, um überfüllte Busse zu verhindern. Seit diesem Montag ist der morgendliche Schulbeginn der drei Gesamtschulen in Hamm verlegt worden: auf 8.45 Uhr.

Angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen hat Oberbürgermeister Marc Herter verschärfte Regeln angekündigt. Dabei geht es um eine erweiterte Maskenpflicht und weitere Einschränkungen für Treffen in privaten Räumen. Dier hier zusammengefassten Regeln sollen ab Mittwoch gelten und die folgenden Maßnahmen ergänzen.

Corona in Hamm - diese Regeln gelten aktuell:

  • Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur für zwei Haushalte erlaubt und mit maximal zehn Menschen.
  • Private Feiern dürfen nur aus herausragendem Anlass und mit maximal 25 Personen in Privatwohnungen stattfinden. Dabei sind zwingend Kontaktlisten zu führen. Eine Anzeige- oder Genehmigungspflicht besteht nicht.
    Zu herausragenden Anlässen gehören: 18. Geburtstage, runde Geburtstage, ab dem 70. Geburtstag jeder Geburtstag, Hochzeiten und Trauungen, Hochzeitsjubiläen (silberne, goldene, Diamant- und Gnadenhochzeit), Taufen, Erstkommunionen und Konfirmationen und vergleichbare Feiern im muslimischen und jüdischen Glauben.
    Feiern aus anderen aus den genannten Anlässen sind nicht erlaubt. Wenn Feiern mit mehr als 25 Personen oder ohne besonderen Anlass stattfinden, erwartet den Verantwortlichen ein Bußgeld von 2500 Euro.
  • Maskenpflicht besteht wie bisher in Bus, Bahn und Taxi. Auch auf Spielplätzen (außer für Kinder bis zum Schuleintrittsalter) gilt sie laut aktueller Verordnung. In privaten Autos gilt keine Tragepflicht eines Mundschutzes. Auch auf öffentlichen Plätzen soll es verstärkt eine Maskenpflicht geben, für die Wochenmärkte in Hamm ist das bereits der Fall. Für andere, stärker frequentierte Orte – etwa die Fußgängerzone – gibt es noch keine entsprechenden Entscheidungen.
  • Der Einzelhandel bleibt geöffnet, dort darf sich nicht mehr als ein Kunde auf zehn Quadratmetern Verkaufsfläche aufhalten. Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen müssen bis Ende des Monats schließen. Gastronomen bleibt die Lieferung und Abholung von Speisen erlaubt.
  • Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden einen Monat lang untersagt. Profisport-Veranstaltungen wie etwa Spiele des ASV Hamm-Westfalen dürfen nur ohne Zuschauer stattfinden. Nicht erlaubt ist der Freizeit- und Amateursportbetrieb in öffentlichen und privaten Sportanlagen, Fitnessstudios, Schwimmbädern und ähnlichen Einrichtungen. Eine Ausnahme bildet der Individualsport allein, zu zweit oder mit dem eigenen Haushalt.
  • Das Museum, das Kino, der Tierpark, Wettannahmestellen, Bordelle, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen werden geschlossen. Der Maxipark bleibt geöffnet. Musikfeste und Festivals sind bis 31. Dezember untersagt.
  • Schließen müssen auch Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Fußpflege bleiben möglich. Friseursalons können öffnen.

St.-Barbara-Klinik in Hamm landet Hit im Netz

Im Netz erheitert trotz der so ernsten Lage im Moment ein Video aus der St.-Barbara-Klinik in Hamm die Gemüter. Zum Hit „Jerusalema“ tanzen etliche Mitarbeiter der Klinik. Das Video auf Facebook haben inzwischen über 1,6 Millionen Menschen gesehen, auf Youtube hat der Clip über 782.000 Aufrufe gesammelt.

Gäbe es Corona nicht, würde in diesen Tagen rund um die Pauluskirche der Weihnachtsmarkt aufgebaut. Dass es dazu in diesem Jahr nicht kommt, dürfte hinlänglich bekannt und begründet sein – Weihnachtsstimmung aber will die Stadt in der Innenstadt trotzdem erzeugen.

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