Corona in Hamm aktuell

Kaum Hoffnung auf Erstattung von Testkosten für Urlauber - Nächste Hochzeit Infektionsherd?

Coronatest
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Viele Hammer lassen sich derzeit auf das Coronavirus testen, weil sie in den Urlaub fahren und dafür ein negatives Testergebnis brauchen.

Nachdem am Mittwoch endlich eine Lösung gefunden wurde, ließen sich am Donnerstag schon 105 Urlauber aus Hamm kostenlos auf das Coronavirus testen, die noch in den Herbstferien verreisen wollen. Bei vielen Menschen, die wegen der erheblichen Verzögerung bis Mitte der ersten Ferienwoche bereits selbst einen Test bezahlt hatten, war der Unmut dagegen groß.

Hamm - Hunderte Hammer hatten sich wegen des langen Hickhacks über die Kostenübernahme zwischen Stadt, Land und Kassenärzten bereits notgedrungen zuvor testen lassen – und die Rechnung aus eigener Tasche bezahlt. Bei einer vierköpfigen Familie kam so schnell ein Betrag jenseits der 300 Euro zusammen. Hoffnung, dass die Betroffenen das Geld erstattet bekommen, wollte die Stadt allerdings nicht machen.

Betroffene sind auf das Land angewiesen

„Wir sind dafür keine Anlaufstelle“, sagte Stadtsprecher Tom Herberg. „Die Leute können ihre Testrechnungen und Nachweise über den Urlaub aber an das Landesgesundheitsministerium schicken und sich dabei auf die Ankündigung berufen, dass während der Herbstferien Coronavirus-tests für Urlauber aus Risikogebieten kostenfrei sein sollen.“ Darüber, ob das Land dann die Kosten für die Tests erstattet, wollte Herberg nicht mutmaßen. „Es muss abgewartet werden. Wenn das viele Menschen machen, kann das Land das zumindest sammeln und eine einheitliche Lösung finden.“

Nach den guten Erfahrungen am Donnerstag wird die Stadt auch am Freitag wieder und dann täglich bis einschließlich 23. Oktober von 8 bis 11 Uhr Coronatests für Urlauber aus Hamm an der Fischer-Halle anbieten. Alle Infos dazu haben wir hier zusammengefasst. Es gibt allerdings eine Einschränkung.

Tests auch ohne Beherbergungsverbot möglich

Weil in einigen Bundesländern am Donnerstag das umstrittene Beherbergungsverbot gekippt wurde, könnten die Kostenlos-Tests schnell wieder überflüssig werden, sollten weitere Länder folgen. „Wenn das in der gleichen Dynamik so weitergeht, können wir bald wieder abbauen“, sagte Herberg dazu. Freitag können sich aber noch alle Urlauber testen lassen – selbst, wenn das Beherbergungsverbot für Menschen aus Risikogebieten an ihrem Urlaubsort nicht mehr gilt.

Bei der Stadt geht man aktuell davon aus, dass so schnell keine Anpassung der erst am Dienstag erlassenen Regeln zu Sperrstunde, Feiern und Treffen stattfinden wird. Freitag soll es eine Sondersitzung des Landeskabinetts geben, in der besprochen werden soll, welche Änderungen als Reaktion auf die Ministerpräsidentenrunde von Mittwoch an der Corona-Schutzverordnung nötig sind. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann nimmt am Freitag außerdem an einer Videoschalte mit Ministerpräsident Armin Laschet teil.

Neue Infos zu Corona-Regeln wohl am Freitag

Frühestens am Nachmittag dürfte dann klar sein, ob und wie die Stadt die ohnehin schon scharfen eigenen Regeln modifizieren muss. Am ehesten könnte das auf die Sperrstunde für den Alkoholverkauf zutreffen, die aktuell um 0 Uhr beginnt und auf 23 Uhr vorgezogen werden könnte. Das würde empfindliche Folgen für etliche Hammer Wirte haben.

Der Ärger über die Sperrstunde war auch am Donnerstag bei der Stadt noch nicht verraucht. „Das auf das komplette Land zu beziehen ist Schwachsinn. Ob ich um 23 Uhr ein Bier in Rhynern oder in der Düsseldorfer Altstadt trinke, ist ein großer Unterschied“, sagte Herberg.

KOD kontrolliert am Wochenende

Trotzdem wird der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) auch am Wochenende die Sperrstunde, Gästezahl und -listen bei Feiern sowie Hygienekonzepte verstärkt kontrollieren. Drei Feiern mit mehr als 50 Gästen sind für Freitag und Samstag genehmigt. Diese Feste werde man mehrfach am Abend kontrollieren und auch die Gästelisten mit der tatsächlichen Besucherzahl vergleichen.

Kleinere Feiern in öffentlichen Räumen würden vom KOD stichprobenartig besucht. Bei Privatfeiern, bei denen gegen die Corona-Regeln verstoßen wird, sind KOD und Polizei auf Hinweise angewiesen. Diesen werde nachgegangen, so Herberg.

Die nächste Hochzeit?

In Ahlen gab es am Donnerstag drei Corona-Neuinfektionen, die mit einer Hochzeit im Zusammenhang stehen sollen, die am 10. Oktober mit 150 Gästen in Hamm stattgefunden haben soll. Rund die Hälfte davon sei aus dem Kreis Warendorf gekommen, hieß es aus der dortigen Verwaltung. Bei der Stadt Hamm lagen über diese Hochzeit und ein mögliches, neues Infektionscluster am Abend keine Informationen vor. Am Freitag soll diesem Hinweis nachgegangen werden.

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