Wegen hoher Fallzahlen

Corona-Kräfte in Hamm an Belastungsgrenze: Kontaktketten gerade noch so im Blick

Mitarbeiter der Stadt Hamm (vorne Gritt Jasinski) bei der Corona-Kontaktverfolgung im Ahsepark.
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Ständig am Telefon: Die Stadtmitarbeiter – hier im Ahsepark – rufen täglich Hunderte Corona-Infizierte und deren Kontakte an.

Etliche Kommunen schaffen wegen steigender Fallzahlen die so wichtige Verfolgung der Kontaktketten von Corona-Infizierten nicht mehr mit eigenen Kräften. Auch in Hamm arbeiten die Mitarbeiter an der Belastungsgrenze.

Hamm - Bei der Kontaktverfolgung komme die Stadt Hamm trotz der hohen Fallzahlen anders als andere Risikogebiet-Kommunen derzeit gerade so mit eigenen Corona-Kräften hinterher, erklärte Stadtsprecher Tobias Köbberling auf WA-Anfrage. „Wir sind diese Problematik schon selbst angegangen. 50 Mitarbeiter beschäftigen sich nur mit der Kontaktverfolgung, das ist aktuell noch ausreichend. Wir sind allerdings auch nah an der Grenze“, so Köbberling.

StadtHamm
RegierungsbezirkArnsberg
Fläche226,43 km2
Einwohner179.916 (Dezember 2019)

Corona-Kräfte in Hamm: Stadt holt sich Hilfe zur Kontaktverfolgung - trotzdem dauert es manchmal lange

Die Stadt hatte frühzeitig Studenten eingestellt, die insbesondere an den Wochenenden flexibler einsetzbar seien. „Das hat sich gut bewährt.“ Auch Mitarbeiter von Stadttöchtern – etwa der HGB – rückten bereits mehrfach ins Corona-Team, um personelle Engpässe zu vermeiden. Auch aus dem Kreis Warendorf waren zuletzt Hilfskräfte nach Hamm abgeordnet worden, als das große Infektionscluster der türkischen Hochzeit im September nachverfolgt werden musste. „Wir haben da viel vorab geregelt und auch der Personalschlüssel ist vielleicht von vornherein großzügiger angelegt als in anderen Städten, die jetzt Probleme haben“, meint Köbberling.

In der Redaktion meldeten sich zuletzt dennoch Betroffene aus Hamm, die sich darüber wunderten, wie spät sie oder Angehörige als Kontaktperson identifiziert und benachrichtigt worden waren. In einem Fall lagen offenbar zehn Tage zwischen dem Kontakt mit einem Infizierten und dem Anruf aus dem Gesundheitsamt.

„Wen kann man in den zehn Tagen alles angesteckt haben?“, fragte die Betroffene. Am Wochenende ließen sich Einzelfälle nicht aufklären. Köbberling allerdings dazu: „Allein die Auswertung der Tests von Infizierten dauert mehrere Tage. Bei der Kontaktverfolgung erreichen unsere Mitarbeiter auch nicht jeden sofort. Da kann es schon einmal sein, dass die Zeit zwischen dem Kontakt und der Nachricht aus dem Gesundheitsamt lang wirkt.“ Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Hamm ist weiterhin hoch.

Corona-Kräfte in Hamm: Infektiöser Zeitraum wird definiert

Um die Quarantäne zielgerichteter aussprechen zu können, definiert die Stadt bei jedem Corona-Positiven aus Hamm einen hochinfektiösen Zeitraum. Längst nicht jeder Infizierte überträgt das Virus nämlich gleich stark. Mitentscheidend ist die Virenlast im Körper, ob sich Personen schon bei einem kurzen Kontakt anstecken können. Die Virenlast schwankt, kurz nach der Ansteckung gibt es einen Zeitraum, in dem die Träger besonders infektiös sind. Weil auch die Ermittlung dieses Fensters etwas Zeit in Anspruch nimmt und die Kontaktverfolgung daran ausgerichtet wird, könne die Benachrichtigung von Kontakten zusätzlich länger dauern, so Köbberling.

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