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Coronavirus in Hamm: Lage spitzt sich weiter zu - mehr Menschen im Krankenhaus, 48. Todesfall

In Hamm werden wegen der starken Ausbreitung des Coronavirus jeden Tag etliche Menschen getestet (Symbolbild).
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In Hamm werden wegen der starken Ausbreitung des Coronavirus jeden Tag etliche Menschen getestet (Symbolbild).

Trotz der vielen Einschränkungen des öffentlichen und privaten Leben ist noch immer kein Ende der Fahnenstange in Sicht. Corona breitet sich in Hamm weiter aus. Aktuell sind fast 600 Infektionsfälle bekannt. Ein Überblick.

Hamm - 70 Neuinfektionen meldete das Gesundheitsamt der Stadt Hamm am Dienstagmittag. 24 Personen haben sich mutmaßlich innerhalb einer bestehenden Quarantäne bei Familienangehörigen angesteckt. Fünf weitere Infektionen sind im Rahmen von Reihentestungen beim Arbeitgeber bekannt geworden. Beim mit 46 weitaus überwiegenden Teil der bekannt gewordenen Neuinfektionen ist der Ursprung noch unklar. (Corona-Spezialressort für Hamm)

Durch die Neuinfektionen ist die 600er Marke bei den aktuell Betroffenen fast erreicht. 595 Personen tragen nach Angaben der Stadt derzeit das Virus in sich - 16 mehr als noch am Montag. 301 von ihnen sind weiblich, 294 männlich. Der RKI-Inzidenzwert (Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner) kletterte wieder um 13,3 Punkte und liegt aktuell bei 236,2.

Elf Person weniger im Krankenhaus, weiterer Toter

Ein (vielleicht nur vorläufiger) Lichtblick: 31 Personen aus Hamm werden derzeit wegen einer Corona-Infektion stationär im Krankenhaus behandelt. Das sind elf weniger als noch am Montag. Allerdings: Mit sechs muss ein Betroffener mehr auf der Intensivstation betreut werden. Drei Männer sind über 70 Jahre alt, zwei über 80 und eine Frau über 90.

Die Stadt teilte am Dienstag mit, dass es einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gegeben hat. Ein Mann im Alter von über 70 Jahren ist bereits am vergangenen Freitag im Krankenhaus gestorben. Er ist die 48. Person in Hamm gewesen, die bei ihrem Tod nachweislich das Coronavirus in sich trug. Ob er Vorerkrankungen hatte, werde derzeit geklärt, erklärte ein Stadtsprecher.

Coronavirus in Hamm: Die weiteren Zahlen

Als genesen gelten mittlerweile 2.184 Personen in Hamm (+53). 1.179 sind weiblich, 1.005 männlich. 2.054 Hammer befinden sich aktuell in der häuslichen Quarantäne (+43) - 17.036 Menschen haben die vom Gesundheitsamt überwachte Isolation wieder verlassen (+203). 20.314 Proben sind an den Corona-Mobilen und an der Alfred-Fischer-Halle genommen worden (+141).

Nachverfolgung: Erfolgsquote sinkt

Mittlerweile ist mehr als jeder dritte der über 2.500 Coronafälle, die seit Beginn der Pandemie Mitte März in Hamm bekannt geworden sind, in diesem November aktenkundig geworden. Seit der „Lockdown light“ am 2. November in Kraft trat, wurden in Hamm tatsächlich 919 Infektionen nachgewiesen. Die Nachverfolgung wird dadurch erschwert, die Erfolgsquote sinkt. Inzwischen geht der Blick der Verantwortlichen schon in Richtung Jahresende. Über ein mögliches Böllerverbot an Silvester soll zumindest diskutiert werden.

Das Coronavirus grassiert in Hamm stadtweit nicht gleichmäßig. Echte Hotspots gibt es im Hammer Westen und Norden. „Nach verwaltungsinternen Schätzungen ist davon auszugehen, dass sich jeweils etwa ein Drittel des Infektionsgeschehens in der türkischstämmigen und der aus Ost-/Südosteuropa stammenden Community abspielt“, teilte Oberbürgermister Marc Herter dazu auf WA-Anfrage mit.

Notfallpraxis ist umgezogen

Die weitere Corona-Ausbreitung hat die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) dazu veranlasst, ihre Notfallpraxis zu verlagern. Sie ist nun nicht mehr am Marienhospital sondern in provisorischen Containern vor der St.-Barbara-Klinik in Heessen untergebracht. Alle Infos zu Öffnungszeiten und Kontaktmöglichkeiten haben wir hier separat zusammengefasst.

Die aktuellen Einschränkungen treffen vor allem diejenigen hart, die ohnehin am Rande der Gesellschaft leben. Die Zahl der Wohnungslosen ist in Hamm deutlich gestiegen. Diese Menschen unterzubringen ist wegen Corona noch einmal schwieriger geworden, sagen die Anlaufstellen.

Corona in Hamm - diese Regeln gelten aktuell:

  • Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur für zwei Haushalte erlaubt und mit maximal zehn Menschen.
  • Private Feiern dürfen nur aus herausragendem Anlass und mit maximal 25 Personen in Privatwohnungen stattfinden. Dabei sind zwingend Kontaktlisten zu führen. Eine Anzeige- oder Genehmigungspflicht besteht nicht.
    Zu herausragenden Anlässen gehören: 18. Geburtstage, runde Geburtstage, ab dem 70. Geburtstag jeder Geburtstag, Hochzeiten und Trauungen, Hochzeitsjubiläen (silberne, goldene, Diamant- und Gnadenhochzeit), Taufen, Erstkommunionen und Konfirmationen und vergleichbare Feiern im muslimischen und jüdischen Glauben.
    Feiern aus anderen aus den genannten Anlässen sind nicht erlaubt. Wenn Feiern mit mehr als 25 Personen oder ohne besonderen Anlass stattfinden, erwartet den Verantwortlichen ein Bußgeld von 2500 Euro.
  • Maskenpflicht besteht wie bisher in Bus, Bahn und Taxi. Auch auf Spielplätzen (außer für Kinder bis zum Schuleintrittsalter) gilt sie laut aktueller Verordnung. In privaten Autos gilt keine Tragepflicht eines Mundschutzes. Auch auf öffentlichen Plätzen soll es verstärkt eine Maskenpflicht geben, für die Wochenmärkte in Hamm ist das bereits der Fall. Für andere, stärker frequentierte Orte – etwa die Fußgängerzone – gibt es noch keine entsprechenden Entscheidungen.
  • Der Einzelhandel bleibt geöffnet, dort darf sich nicht mehr als ein Kunde auf zehn Quadratmetern Verkaufsfläche aufhalten. Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen müssen bis Ende des Monats schließen. Gastronomen bleibt die Lieferung und Abholung von Speisen erlaubt.
  • Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden einen Monat lang untersagt. Profisport-Veranstaltungen wie etwa Spiele des ASV Hamm-Westfalen dürfen nur ohne Zuschauer stattfinden. Nicht erlaubt ist der Freizeit- und Amateursportbetrieb in öffentlichen und privaten Sportanlagen, Fitnessstudios, Schwimmbädern und ähnlichen Einrichtungen. Eine Ausnahme bildet der Individualsport allein, zu zweit oder mit dem eigenen Haushalt.
  • Das Museum, das Kino, der Tierpark, Wettannahmestellen, Bordelle, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen werden geschlossen. Der Maxipark bleibt geöffnet. Musikfeste und Festivals sind bis 31. Dezember untersagt.
  • Schließen müssen auch Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Fußpflege bleiben möglich. Friseursalons können öffnen.

St.-Barbara-Klinik landet Hit im Netz

Im Netz erheitert trotz der so ernsten Lage im Moment ein Video aus der St.-Barbara-Klinik die Gemüter. Zum Hit „Jerusalema“ tanzen etliche Mitarbeiter der Klinik. Das Video auf Facebook haben inzwischen über 1,1 Millionen Menschen gesehen, auf Youtube hat der Clip über 55.000 Aufrufe gesammelt.

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