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Coronavirus in Hamm: Infizierten-Zahl auf Rekordhoch - Mehr Intensivpatienten

Allein von der Stadt sind binnen 24 Stunden 138 Coronatests durchgeführt worden.
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Allein von der Stadt sind binnen 24 Stunden 138 Coronatests durchgeführt worden. (Symbolbild)

Und sie steigen weiter: Die Corona-Fallzahlen geben auch am Mittwoch keinen Anlass von einer baldigen Entspannung der Lage in Hamm auszugehen.

Hamm - 68 Neuinfektionen meldete das Gesundheitsamt der Stadt Hamm am Mittag. 38 Personen haben sich vermutlich innerhalb des Familien- oder Bekanntenkreises angesteckt, 26 davon innerhalb einer bestehenden Quarantäne. Eine Person ist Reiserückkehrer aus der Türkei, 29 Infektionen konnten noch keinem klaren Ursprung zugeordnet werden.  (Corona-Spezialressort für Hamm)

RKI-Wert steigt nur minimal

Durch die vielen Neuinfektionen stieg die Zahl der aktuell Betroffenen erstmal auf über 600. 608 Hammer tragen nach Angaben der Stadt derzeit das Virus in sich - noch einmal 13 mehr als am Vortag. 313 von ihnen sind weiblich, 295 männlich. Der RKI-Inzidenzwert (Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner) stieg minimal um 0,6 Punkte auf 236,8.

35 Personen aus Hamm werden wegen ihrer Erkrankung an Covid-19 aktuell stationär im Krankenhaus behandelt - vier mehr als am Dienstag. Sieben Personen (+1) liegen auf der Intensivstation. Bei ihnen handelt es sich um einen Mann über 60, drei Männer über 70, zwei Männer über 80 und eine Frau jenseits der 90 Jahre.

Als genesen gelten 2.239 Hammer (+55). Von ihnen sind 1.204 weiblich und 1.035 männlich. In Quarantäne befinden sich aktuell 2.424 Hammer, was einem nominellen Anstieg von 370 entspricht. 17.201 Personen wurden aus der häuslichen Isolation wieder entlassen (+165). 20.452 Proben sind an den Corona-Mobilen und am Testzentrum Alfred-Fischer-Halle genommen worden (+138).

Notfallpraxis ist umgezogen

Die weitere Corona-Ausbreitung hat die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) dazu veranlasst, ihre Notfallpraxis zu verlagern. Sie ist nun nicht mehr am Marienhospital sondern in provisorischen Containern vor der St.-Barbara-Klinik in Heessen untergebracht. Alle Infos zu Öffnungszeiten und Kontaktmöglichkeiten haben wir hier separat zusammengefasst.

Die aktuellen Einschränkungen treffen vor allem diejenigen hart, die ohnehin am Rande der Gesellschaft leben. Die Zahl der Wohnungslosen ist in Hamm deutlich gestiegen. Diese Menschen unterzubringen ist wegen Corona noch einmal schwieriger geworden, sagen die Anlaufstellen.

Auch in Hamm gibt es (wenige) Menschen, die gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen protestieren. Wegen Missachtung der Abstandsregeln und der Maskenpflicht hat die Polizei am Sonntag sieben Ordnungswidrigkeitsanzeigen gegen Teilnehmer an einer Anti-Corona-Kundgebung geschrieben.

Corona in Hamm - diese Regeln gelten aktuell:

  • Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur für zwei Haushalte erlaubt und mit maximal zehn Menschen.
  • Private Feiern dürfen nur aus herausragendem Anlass und mit maximal 25 Personen in Privatwohnungen stattfinden. Dabei sind zwingend Kontaktlisten zu führen. Eine Anzeige- oder Genehmigungspflicht besteht nicht.
    Zu herausragenden Anlässen gehören: 18. Geburtstage, runde Geburtstage, ab dem 70. Geburtstag jeder Geburtstag, Hochzeiten und Trauungen, Hochzeitsjubiläen (silberne, goldene, Diamant- und Gnadenhochzeit), Taufen, Erstkommunionen und Konfirmationen und vergleichbare Feiern im muslimischen und jüdischen Glauben.
    Feiern aus anderen aus den genannten Anlässen sind nicht erlaubt. Wenn Feiern mit mehr als 25 Personen oder ohne besonderen Anlass stattfinden, erwartet den Verantwortlichen ein Bußgeld von 2500 Euro.
  • Maskenpflicht besteht wie bisher in Bus, Bahn und Taxi. Auch auf Spielplätzen (außer für Kinder bis zum Schuleintrittsalter) gilt sie laut aktueller Verordnung. In privaten Autos gilt keine Tragepflicht eines Mundschutzes. Auch auf öffentlichen Plätzen soll es verstärkt eine Maskenpflicht geben, für die Wochenmärkte in Hamm ist das bereits der Fall. Für andere, stärker frequentierte Orte – etwa die Fußgängerzone – gibt es noch keine entsprechenden Entscheidungen.
  • Der Einzelhandel bleibt geöffnet, dort darf sich nicht mehr als ein Kunde auf zehn Quadratmetern Verkaufsfläche aufhalten. Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen müssen bis Ende des Monats schließen. Gastronomen bleibt die Lieferung und Abholung von Speisen erlaubt.
  • Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden einen Monat lang untersagt. Profisport-Veranstaltungen wie etwa Spiele des ASV Hamm-Westfalen dürfen nur ohne Zuschauer stattfinden. Nicht erlaubt ist der Freizeit- und Amateursportbetrieb in öffentlichen und privaten Sportanlagen, Fitnessstudios, Schwimmbädern und ähnlichen Einrichtungen. Eine Ausnahme bildet der Individualsport allein, zu zweit oder mit dem eigenen Haushalt.
  • Das Museum, das Kino, der Tierpark, Wettannahmestellen, Bordelle, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen werden geschlossen. Der Maxipark bleibt geöffnet. Musikfeste und Festivals sind bis 31. Dezember untersagt.
  • Schließen müssen auch Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Fußpflege bleiben möglich. Friseursalons können öffnen.

St.-Barbara-Klinik landet Hit im Netz

Im Netz erheitert trotz der so ernsten Lage im Moment ein Video aus der St.-Barbara-Klinik die Gemüter. Zum Hit „Jerusalema“ tanzen etliche Mitarbeiter der Klinik. Das Video auf Facebook haben inzwischen über 1,1 Millionen Menschen gesehen, auf Youtube hat der Clip über 55.000 Aufrufe gesammelt.

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