Nächste Schwerpunktimpfung

Corona in Hamm: 100.000 Impfdosen an Pfingsten - Lücke im System gefunden

Eine Frau wird gegen das Coronavirus geimpft.
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Es geht voran: Die 100.000er-Marke beim Impfen in Hamm fällt über Pfingsten.

45 Prozent aller Hammer haben durch Impfungen oder als Genesene einen Grundschutz gegen das Coronavirus. An Pfingsten wird in Hamm die 100.000 Impfung gesetzt. Derweil gibt es offenbar eine ärgerliche Lücke im System. Ein Überblick.

Hamm – Neun Neuinfektionen am Freitag, acht am Donnerstag: So dürfte es weitergehen. Trotz der vielen Schnelltestzentren kommt allmählich wieder die 50er-Inzidenz-Grenze in Sichtweite. Dazu dürfte es in sieben Tagen lediglich 79 Neuinfektionen in Hamm geben. Am Freitagnachmittag lag der Inzidenzwert bei 83,9 – über die Pfingsttage wurde die 100.000 Impfung in Hamm erwartet. (News zum Coronavirus in Hamm)

StadtHamm
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner179.111 (2019)

Corona in Hamm: 45 Prozent haben Grundschutz

72.049 Hammer hatten bis Donnerstagabend mindestens eine Erstimpfung erhalten. Im Impfzentrum Hamm an der Friedensschule und durch die niedergelassenen Ärzte wurden bis dahin bereits 96.482 Impfen gesetzt. Der Anteil der Hausärzte liegt bei etwa 20 Prozent.

Damit hatten bis Donnerstagabend knapp 40 Prozent der Bürger aus Hamm einen Erstschutz erhalten. Rechnet man nun noch die 9.500 Genesenen hinzu, liegt die Quote nunmehr bei knapp 45 Prozent.

Corona-Impfung Hamm: Keine Aussagen zu Herdenimmunität

Wann seriös von einer Herdenimmunität gesprochen werden kann, bleibt ungewiss. Verbindliche Vorgaben etwa durch das RKI oder die Stiko (Ständige Impfkommission) waren zumindest bis Freitag nicht im Hammer Rathaus bekannt.

Wie bereits am Donnerstag berichtet, fehlt es bislang noch an Landeszusagen hinsichtlich der Impfstofflieferungen für den Juni. Im Rathaus hoffte man, dass in der kommenden Woche weiterer Impfstoff freigegeben wird. Mit Stand von Freitag waren für den Juni lediglich die Zweitimpfungen im Impfzentrum sicher. „Sollte es dabei bleiben, würden wir die Impfstraßen im Impfzentrum reduzieren“, kündigte Stadtsprecher Tom Herberg für den Fall an, dass keine Erstimpfungen im Impfzentrum möglich werden.

Sonderimpfung für alle mit Postleitzahl 59067

Wer im Postleitzahlenbezirk 59067 wohnt, hat am heutigen Samstag die Gelegenheit, sich ohne Voranmeldung gegen Corona impfen zu lassen. 951 Dosen des Impfstoffes von Johnson & Johnson sind vom Land für diese Sonderaktion zur Verfügung gestellt worden. Geimpft wird im Eduard-Spranger-Berufskolleg am Vorheider Weg 8.

Über die Kassenärztliche Vereinigung werden sechs Ärzte vor Ort sein und von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 18 Uhr die Impfungen durchführen. Impfwillige müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Mitzubringen ist ein Personalausweis/Reisepass und (so vorhanden) ein Impfpass und die Krankenversicherungskarte. Der Impfstoff von Johnson & Johnson muss nur einmal verabreicht werden.

Damit setzt die Stadt ihre Sonderaktionen in besonders gefährdeten Wohnlagen fort. Am vergangenen Wochenende hatte eine Aktion im Hammer Norden stattgefunden.

Corona-Lockerungen: Lücke im System

Dieses Problem wird Dutzende, wenn nicht gar Hunderte Hammer betreffen: Wer durch einen Antikörper-Test feststellt, dass er in der Vergangenheit (unbemerkt) eine Coronainfektion hinter sich gebracht hat, hat schlechte Karten, was das Ausstellen einer Genesenen-Bescheinigung angeht. Die Stadt bestätigte auf WA-Anfrage, dass dem Gesundheitsamt an dieser Stelle die Hände gebunden seien und dass es sich offenbar um eine Lücke im System handele.

Die betreffenden Personen wurden nicht wie üblich durch einen positiven PCR-Test als coronainfiziert registriert, was sich nun zum Problem entwickelt. Auch bei der Stadt haben sich bereits vereinzelt solche Betroffene gemeldet. Die Verwaltung kündigte an, dass man das Landeszentrum Gesundheit (LZG) über die Problematik informieren werde – in der Hoffnung, dass dort an einer Lösung gearbeitet werden wird.

Auch bei Thema Impfen stehen diese Personen vor Rätseln. Für ehemals Infizierte soll frühestens nach einem halben Jahr nur eine Impfe verabreicht werden. Nur wann die Infektion bei ihnen war, ist vielfach unklar.

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