Hin und Her am Wochenende

Gerangel um Distanzunterricht zwischen Stadt und Land macht wütend und stiftet Verwirrung - Kommentar

Manche Schüler in NRW dürfen ab Montag, 19. April, wieder zurück in den Präsenzunterricht. In Hamm gilt das nur für wenige Ausnahmen. (Symbolbild)
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Manche Schüler in NRW dürfen ab Montag, 19. April, wieder zurück in den Präsenzunterricht. In Hamm gilt das nur für wenige Ausnahmen. (Symbolbild)

Rund um das Wochenende gab es ein aberwitziges Hin und Her rund um den Schulunterricht ab dem heutigen Montag in Hamm. Am Ergebnis - viel Verunsicherung und Unmut bei Lehrern, Eltern und Kindern - hat auch der Hammer OB eine Mitschuld. Ein Kommentar.

Hamm - Wenn ein Teil der Lösung in dieser Pandemie lautet, die Menschen da draußen so gut es geht mitzunehmen und ihnen Regeln und Pflichten verständlich zu machen, dann waren die letzten drei Tage ein perfektes Beispiel dafür, wie man diesen Lösungsansatz sensationell vor die Wand fahren kann. Wer soll dieses Hin und Her noch verstehen? Wer hat eigentlich noch die Kraft und die Bereitschaft, die Beweggründe der Entscheidungsträger nachvollziehen zu können? (News zum Coronavirus in Hamm)

Vertrauen verspielt: Herter hat eine Mitschuld

Das Thema Schule zeigt, wie man Vertrauen verspielt und Verunsicherung schürt. In seinem Bemühen, ab dem heutigen Montag die Hammer Schüler wieder in den Distanzunterricht zu schicken, hat Oberbürgermeister Marc Herter große Energien gesteckt. Er wollte unbedingt vermeiden, dass Wechselunterricht, also Lernen in den Klassen, am Montag und vielleicht Dienstag noch stattfindet, am Mittwoch dann aufgrund des Inzidenz-Automatismus abgesagt wird.

Das mag ja in der Sache gut sein. Aber hat dieser enorme Ehrgeiz am Ende nicht noch mehr Verwirrung gestiftet, als wir es im Moment gebrauchen können? Wäre es nicht okay gewesen, Schüler am Montag und Dienstag in den Klassen zu begrüßen, um dann in Ruhe einen weiteren Fahrplan zu kommunizieren?

Viele schalten bei diesem „Wahnsinn“ mittlerweile ab

Man möchte nicht wissen, wie viele Eltern heute ihre Kinder (wie ursprünglich geplant) in die Schule geschickt haben. Einfach weil sie das Entscheidungs-Wirrwarr vom Samstag und Sonntag nicht mitbekommen haben. Und weil sie vielleicht auch mal Wochenende haben wollten von dem Wahnsinn da draußen und deshalb bei den Corona-Nachrichten langsam abschalten.

Natürlich hat das Land einen großen Anteil an diesem Vertrauensverlust. Man könnte die Einzelheiten hier aufzählen – einzig, auch der Autor ist langsam müde. Man möchte die Verantwortlichen nur noch schütteln, man ist das Kompetenzgerangel mittlerweile leid. Dass man es auf dem Rücken der Schüler, Lehrer, Eltern austrägt, macht wütend.

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