Riese aus Rhynern

Hammer Firma transportiert Unmengen an Corona-Tests

Vertrautes Bild: Aktuell sind jede Menge Lastwagen der Firma Trans-o-flex auf Hamms Straßen unterwegs.
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Vertrautes Bild: Aktuell sind jede Menge Lastwagen der Firma Trans-o-flex auf Hamms Straßen unterwegs, ihr Ziel- und Startpunkt ist das Logistikzentrum in Rhynern.

Die Firma Trans-o-Flex mit Sitz in Hamm-Rhynern spielt eine wichtige Rolle in der Pandemie. Sie transportierte schon viele Millionen Coronatests - und traut sich Großes zu.

Rhynern – War es Zufall? Der richtige Riecher? Oder einfach nur eine glückliche Fügung? Ein wenig abseits der großen Straßen, etwas versteckt am Oberallener Weg im Gewerbegebiet Hamm-Rhynern, liegt das große Umschlagzentrum der Logistikgruppe Trans-o-flex, das erst im Mai des vergangenen Jahres den Betrieb aufgenommen hat und nun eine wichtige Rolle bei der Verteilung von Impfstoffen, Corona-Tests und medizinischem Zubehör spielt.

FirmaTrans-o-flex
Mitarbeiter der Gruppe 1954 (Vollzeitäquivalent)
Mitarbeiter in Rhynern260
Umsatz der Gruppe515 Millionen Euro

Firma in Rhynern: Mehr als 200 Millionen Corona-Tests transportiert

Wolfgang P. Albeck, Vorsitzender der Geschäftsführung des Expressdienstes, hat jetzt im Gespräch mit dem WA eine erste Bilanz gezogen. Er berichtet, dass das Unternehmen vor einem Jahr die ersten Aufträge zur Verteilung von Corona-Tests übernommen hatte und Mitte Juni 2021 die Marke von 200 Millionen transportierter Testkits übersprungen hat.

„Den Kern der zusätzlichen Nachfrage bildet aktuell der Transport von PCR- und Schnelltests, die wir im Auftrag nahezu aller renommierten Hersteller bundesweit transportieren und verteilen. Die Zahl der Sendungen, die wir von Rhynern aus zustellen, hat sich in diesem Jahr um vier Prozent erhöht. Bei mehreren Kunden aus der Region hat sich die Sendungsmenge, die wir für sie transportieren, verdreifacht“, sagt Albeck. Trans-o-flex beliefert von Rhynern und vier weiteren Standorten in NRW aus vor allem medizinische Einrichtungen, Behörden, Schulen, Kindertagesstätten und auch die zentralen Annahmestellen der Bundesländer.

Motiviertes Team: In Rhynern wird die neue Technik getestet

Teilweise, so gibt Albeck zu, habe das Unternehmen, bedingt durch die Geschäftsschließungen in den Lockdowns, mit sinkenden Mengen zu kämpfen. „Insgesamt ist jedoch die Nachfrage nach unseren Dienstleistungen sowohl für Trans-o-flex insgesamt als auch für den Standort in Rhynern gestiegen“, sagt er.

Die Neubau in Rhynern spielt im Netz des Unternehmens eine besondere Rolle. Zum einen ist er einer der neuesten und leistungsfähigsten Standorte. Täglich werden dort derzeit rund 45 000 Pakete und 1 000 Paletten umgeschlagen. Zum anderen ist Rhynern aber auch derjenige Standort, an dem das Unternehmen neue Prozesse und Techniken meist zuerst testet, bevor sie weiterentwickelt und in allen Standorten angewendet werden. „Das hat einerseits damit zu tun, dass hier viel Geld investiert wurde und die Anlage wirklich auf dem neuesten Stand ist, von der Anbindung an Datenautobahnen bis zur Hightech-Sortieranlage. Das hat andererseits aber auch viel mit dem Team vor Ort zu tun. Die rund 260 Frauen und Männer sind extrem motiviert und mittlerweile auch sehr erfahren, wenn es darum geht, neue Techniken und Prozesse einzuführen, zu bewerten und zu verbessern. Und das schafft die Belegschaft neben dem ganz normalen Tagesgeschäft“, sagt Albeck.

Vorbereitet in die Pandemie: Pandemie-Pläne stehen seit der Vogelgrippe

Er verrät, dass das Unternehmen seit der Vogelgrippe-Epidemie im Jahr 2006 ausgefeilte Pandemiepläne vorbereitet habe. So konnte Trans-o-flex auf einem bestehenden Plan aufbauen, ihn anpassen, schnell Schutzkonzepte umsetzen und musste anders als einige andere Transportdienstleister keinen Standort zeitweise schließen.

Das abflauende Infektionsgeschehen ist für Albeck nun der richtige Moment, um die Versorgung der Bevölkerung mit Corona-Tests, Impfstoffen oder Masken für künftige Infektionswellen oder neue Pandemien zu optimieren. „Impfstoffe werden ja auch außerhalb der Pandemie ständig von uns transportiert. Jedes Jahr im Herbst verteilen wir einen Großteil der Grippeimpfstoffe in Deutschland.“ Albeck fügt hinzu: „Wir wären in der Lage, alle Corona-Impfstoffe bundesweit zu verteilen. Das wäre nach unserer Einschätzung günstiger als die bisherigen 16 verschiedenen Bundesländerlösungen und schon vom Organisationsaufwand insgesamt deutlich geringer.“

Geschäftsführer sagt, die Firma könnte die gesamte Imstofflogistik in Deutschland übernehmen

Denn, so erklärt Albeck, würde der Bund eine zentrale Impfstofflogistik in Auftrag geben, könnte der Steuerzahler nicht nur sparen, sondern die Bundesländer würden entlastet. Übrigens haben die Niederlande das vorgemacht. Dort läuft es genau so. „Und auch wenn das Land natürlich viel kleiner ist als Deutschland, so kann man sagen: Das ist prinzipiell übertragbar“, betont Albeck.

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