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Coronavirus in Hamm: Erstmals mehr als 700 Hammer infiziert - fast 150 Neuinfektionen allein am Wochenende

Auf einem Gehweg liegt eine Mund-Nasen-Bedeckung und einige Herbstblätter auf dem Boden.
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Masken sind ein wichtiger Schutz vor Corona.

735 Menschen in Hamm gelten am Sonntag als mit dem Coronavirus infiziert. 68 Neuinfektionen wurden am Sonntag bekannt. Bei mehr als der Hälfte ist der Ursprung der Infektion unklar. Auch die Zahl der Menschen im Krankenhaus steigt.

Hamm - Die Zahl der Neuinfektionen in Hamm ist am Sonntag leicht gesunken. Innerhalb von 24 Stunden wurden 68 Infektionen mit dem Coronavirus bekannt, wie die Stadt mitteilt. Das waren zwölf Fälle weniger als am Samstag. 735 Menschen gelten als akut infiziert. Damit wurde zum ersten Mal die 700-Marke gerissen. (News zum Coronavirus.)

StadtHamm
RegierungsbezirkArnsberg
Bevölkerung179.397 (2016)
Fläche226,3 km²

Coronavirus in Hamm: Ursprung der Erkrankung in 36 Fällen unklar

Erkrankt sind aktuell 388 Frauen und 347 Männer. Die Zahl der akuten Fälle in Hamm hat sich innerhalb von 19 Tagen mehr als verdoppelt.

Bei den 68 Neuinfizierten ist in 36 Fällen unklar, wo sie sich angesteckt haben. 30 Infektionen erfolgten aus einer Quarantäne heraus, davon 27 vermutlich innerhalb des Familien- und Bekanntenkreises. Zwei Infektionen fielen bei Reihentests bei Arbeitgebern auf. Am Samstag waren 80 Neuinfektionen bekannt geworden.

Der RKI-Inzidenzwert (Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner) sank leicht um 0,6 Punkte und liegt inzwischen bei 282,9.

Corona in Hamm: Die weiteren Zahlen am Sonntag

Auch die Zahl der Menschen im Krankenhaus bleibt in Hamm hoch. 44 Menschen müssen dort aktuell behandelt werden, das sind zwei weniger als beim bisherigen Höchststand am Donnerstag und drei mehr als am Samstag. Fünf Menschen liegen auf der Intensivstation, dabei handelt es sich um einen Mann über 60 Jahre, zwei Männer über 70, einen Mann über 80 und eine Frau über 90 Jahre.

2470 Hammer müssen aktuell in Quarantäne bleiben, 17.936 wurden bisher aus der Beobachtung entlassen. Mit den Coronamobilen und in der Alfred-Fischer-Halle wurden 21.043 Tests genommen.

Corona in Hamm: Impfzentrum in der Alfred-Fischer-Halle?

Die Nachricht von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, dass jede kreisfreie Stadt und jeder Kreis eine Corona-Impfstation erhalten werde, wurde im Rathaus begrüßt. „Die Vorbereitungen zur Einrichtung eines Impfzentrums in Hamm laufen“, teilte Oberbürgermeister Marc Herter mit. Von einer solchen Entwicklung sei die Stadt ausgegangen. Bereits zum Wochenbeginn hätten Verwaltungsvorstand und der Krisenstab Corona die Weichen zum Aufbau einer medizinischen Versorgungseinheit gestellt. „Mit der Alfred-Fischer-Halle verfügen wir hierfür über eine hervorragende Option“, so Herter.

Auch an den Schulen bleibt die Lage angespannt. Mit 34 Schulen gibt es derzeit in Hamm mehr Bildungsstätten mit Coronafällen als solche ohne. 52 Schulen befinden sich in städtischer Trägerschaft. Einigermaßen beruhigend bleibt, dass sich die Klassenzimmer nicht als Virenschleudern entpuppen. Wir haben hier zusammengefasst, in welchen Schulen und Kitas das Virus derzeit mindestens einen Wirt hat.

In einem gemeinsamen Kraftakt entzerren Stadt Hamm, Stadtwerke und Schulen den morgendlichen Schülerverkehr. Damit sollen besonders frequentierte Linien und Ersatzbusse entlastet werden, um überfüllte Busse zu verhindern. Ab Montag, 23. November, wird der morgendliche Schulbeginn der drei Gesamtschulen in Hamm verlegt: auf 8.45 Uhr.

Für die kommende Woche hat Oberbürgermeister Marc Herter angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen verschärfte Regeln angekündigt. Dabei geht es um eine erweiterte Maskenpflicht und weitere Einschränkungen für Treffen in privaten Räumen. Dier hier zusammengefassten Regeln sollen ab Mittwoch gelten und die folgenden Maßnahmen ergänzen.

Corona in Hamm - diese Regeln gelten aktuell:

  • Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur für zwei Haushalte erlaubt und mit maximal zehn Menschen.
  • Private Feiern dürfen nur aus herausragendem Anlass und mit maximal 25 Personen in Privatwohnungen stattfinden. Dabei sind zwingend Kontaktlisten zu führen. Eine Anzeige- oder Genehmigungspflicht besteht nicht.
    Zu herausragenden Anlässen gehören: 18. Geburtstage, runde Geburtstage, ab dem 70. Geburtstag jeder Geburtstag, Hochzeiten und Trauungen, Hochzeitsjubiläen (silberne, goldene, Diamant- und Gnadenhochzeit), Taufen, Erstkommunionen und Konfirmationen und vergleichbare Feiern im muslimischen und jüdischen Glauben.
    Feiern aus anderen aus den genannten Anlässen sind nicht erlaubt. Wenn Feiern mit mehr als 25 Personen oder ohne besonderen Anlass stattfinden, erwartet den Verantwortlichen ein Bußgeld von 2500 Euro.
  • Maskenpflicht besteht wie bisher in Bus, Bahn und Taxi. Auch auf Spielplätzen (außer für Kinder bis zum Schuleintrittsalter) gilt sie laut aktueller Verordnung. In privaten Autos gilt keine Tragepflicht eines Mundschutzes. Auch auf öffentlichen Plätzen soll es verstärkt eine Maskenpflicht geben, für die Wochenmärkte in Hamm ist das bereits der Fall. Für andere, stärker frequentierte Orte – etwa die Fußgängerzone – gibt es noch keine entsprechenden Entscheidungen.
  • Der Einzelhandel bleibt geöffnet, dort darf sich nicht mehr als ein Kunde auf zehn Quadratmetern Verkaufsfläche aufhalten. Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen müssen bis Ende des Monats schließen. Gastronomen bleibt die Lieferung und Abholung von Speisen erlaubt.
  • Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden einen Monat lang untersagt. Profisport-Veranstaltungen wie etwa Spiele des ASV Hamm-Westfalen dürfen nur ohne Zuschauer stattfinden. Nicht erlaubt ist der Freizeit- und Amateursportbetrieb in öffentlichen und privaten Sportanlagen, Fitnessstudios, Schwimmbädern und ähnlichen Einrichtungen. Eine Ausnahme bildet der Individualsport allein, zu zweit oder mit dem eigenen Haushalt.
  • Das Museum, das Kino, der Tierpark, Wettannahmestellen, Bordelle, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen werden geschlossen. Der Maxipark bleibt geöffnet. Musikfeste und Festivals sind bis 31. Dezember untersagt.
  • Schließen müssen auch Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Fußpflege bleiben möglich. Friseursalons können öffnen.

St.-Barbara-Klinik in Hamm landet Hit im Netz

Im Netz erheitert trotz der so ernsten Lage im Moment ein Video aus der St.-Barbara-Klinik in Hamm die Gemüter. Zum Hit „Jerusalema“ tanzen etliche Mitarbeiter der Klinik. Das Video auf Facebook haben inzwischen über 1,3 Millionen Menschen gesehen, auf Youtube hat der Clip über 210.000 Aufrufe gesammelt.

Gäbe es Corona nicht, würde in diesen Tagen rund um die Pauluskirche der Weihnachtsmarkt aufgebaut. Dass es dazu in diesem Jahr nicht kommt, dürfte hinlänglich bekannt und begründet sein – Weihnachtsstimmung aber will die Stadt in der Innenstadt trotzdem erzeugen.

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