Keine Abstandsregelung

Die Angst fährt wieder mit: Stadtwerke vermelden zum Schulbeginn hohe Auslastung der Busse

Die Maskenpflicht gilt auch an der Haltestelle: Eng ist es derzeit wieder in den Linienbussen in Hamm.
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Die Maskenpflicht gilt auch an der Haltestelle: Eng ist es derzeit wieder in den Linienbussen in Hamm.

Nur wenige Hammer reisten während der Herbstferien in Risikogebiete im Ausland. Derweil wird es in den Bussen nach dem Schulstart wieder voller. Ein Überblick.

Hamm – Zumindest in einer Hinsicht haben sich die Hammer – notgedrungen – an die Empfehlungen der Politik und des RKI gehalten: Nur die allerwenigsten verbrachten ihren Urlaub in den zurückliegenden Wochen in einem ausgewiesenen Corona-Krisengebiet. Wie die Stadtverwaltung auf WA-Anfrage erklärte, waren im Oktober lediglich 60 Bürger aus einem solchen Gebiet nach Hamm zurückgekehrt und hatten sich danach in Quarantäne begeben müssen. Am Montag befanden sich noch elf davon in der Isolation, bei 49 Personen war diese bereits beendet. Die häufigsten Reiseländer waren dabei die Niederlande (21 Reisende) und die Türkei (12).

Noch keine Infektionsfälle in den Schulen

Das Ferienende und die Wiederaufnahme des Schulbetriebs liefen ansonsten ohne neue Hiobsbotschaften ab. Neue Infektionsfälle wurden in Hamm aus dem Schulumfeld nicht bekannt, Schulklassen wurden nicht gleich wieder in Quarantäne geschickt. Allerdings kann das in den nächsten Tagen noch folgen.

Eines der größten Reizthemen im Verlauf der Pandemie war bislang das Busfahren. Ärger über Maskenmuffel und fehlende Kontrollen wurde immer wieder laut. Anders als in der Phase des Lockdowns, als auch der Busbetrieb in Hamm eingestellt worden war, fahren die Busse in diesen Tagen wieder. Und die Auslastung ist hoch. „Wir haben ein Fahrgastaufkommen von 80 Prozent“, sagte Stadtwerke-Sprecherin Cornelia Helm auf WA-Anfrage.

Leihbusse nicht verfügbar - neue zu teuer

Seit Mitte September seien alle Busse und Busfahrer im Einsatz. Das seien in Hamm rund 130 Busfahrer und 64 Busse. Der Ruf der Kundschaft nach mehr Gelenkbussen zu den Hochphasen sei zwar verständlich, könne aber nicht erfüllt werden. Schließlich seien alle Gefährte im Einsatz. „Und wir können nur die Busse fahren lassen, die wir auch haben. Mehr können wir nicht tun.“

Das Unternehmen habe sich zuletzt sogar um Leihbusse bemüht – ohne Erfolg. Neue Busse anzuschaffen, sei nicht von heute auf morgen (wegen der Lieferzeiten) umsetzbar und stelle zudem einen erheblichen Kostenfaktor dar.

Es gebe in den Bussen keine Abstandsregeln mehr, immerhin gebe es aber mittlerweile Kontrollen des Kommunalen Ordnungsdienstes auf Einhaltung der Maskenpflicht.

Entzerrung des ÖPNV in Hamm nicht machbar?

Das RKI empfiehlt, den ÖPNV im Idealfall zu vermeiden. Eine Möglichkeit, die Lage in den Stoßzeiten zu entzerren, wären unterschiedliche Anfangszeiten in den einzelnen Schulen. In Münster wird dies beispielsweise gemacht, in Hamm nicht. 2018 wurde von Gutachtern für Hamm festgestellt, dass eine Optimierung des Schülerverkehrs hier nicht ratsam und unverhältnismäßig sei. Dies gelte auch in Coronazeiten, das Entzerrungspotenzial sei gering, teilte die Stadt mit.

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