Hohes Bußgeld

Das sagen Hammer Restaurantbetreiber zu Falschangaben wie „Donald Trump“ und „Micky Maus“ auf Kontaktlisten

Die lästige Papierwirtschaft wegen der vielen Kontaktlisten der Restaurantgäste wird im Alten Fährhaus in Hamm durch moderne Technik vermieden.
+
Die lästige Papierwirtschaft wegen der vielen Kontaktlisten der Restaurantgäste wird im Alten Fährhaus durch moderne Technik vermieden.

Waren zu Beginn der Pandemie noch viele Hammer skeptisch bezüglich des Ausfüllens der Kontaktlisten in Restaurants – und machten Falschangaben – hat sich mittlerweile eine gewisse Routine eingestellt.

Hamm – Ein Grund dürfte wohl eine von Bund und Ländern Neuerung in der Corona-Schutzverordnung sein: Die Angabe unrichtiger Kontaktdaten auf Listen, die der Rückverfolgung dienen, werden seit dem 1. Oktober mit einem Bußgeld bestraft. In Nordrhein-Westfalen wird es für Gäste, die solche Falschangaben machen, richtig teuer. Ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro ist dann fällig.

Inhaber Skender Vrajolli vom Bootshaus bestätigt, dass die Menschen vernünftiger geworden sind und Falschangaben nur noch selten vorkämen. „Am Anfang hatten Gäste ‚Angela Merkel’ oder ‚Donald Trump’ als Namen auf die Zettel geschrieben. Heute kommt das aber kaum noch vor.“ Zu Beginn seien Gäste sehr skeptisch gewesen, all ihre persönlichen Daten preis zu geben. „Auch wenn wir wirklich wenige dieser Vorfälle hatten, müssen unsere Gäste nun die Listen zu Beginn des Aufenthalts ausfüllen und nicht mehr erst beim Bezahlen. Dadurch fühlen sich manche Gäste mehr kontrolliert“, sagt Vrajolli.

Unverständnis und Grenzen der Nachverfolgung

Beim griechischen Restaurant Delphi sei man ebenfalls strenger geworden bezüglich der Angaben auf den Kontaktlisten. „Bei uns wurden auch Zettel abgegeben, auf denen ‚Donald Trump’ oder sogar ‚Micky Maus’ stand. Das darf nicht wieder passieren“, sagt Geschäftsführer Dimitrios Gkikas. Wer seine Kontaktdaten nicht angeben will, der wird in Restaurants wie im Delphi auch nicht mehr bedient. Bootshaus-Inhaber Vrajolli hat ebenfalls kein Verständnis für Verweigerer: „Ich möchte nicht für die Prinzipien irgendwelcher Leute haften.“

Diese Meinung teilt Armin Bilkic, Geschäftsführer von Haus Nattkemper. So offensichtliche Falschangaben wie im Bootshaus habe er noch nicht erlebt. Er und sein Team achten stets darauf, dass die Angaben nicht fiktiv oder offensichtlich falsch seien. „Wenn aber ein ‚Franz Müller’ den Namen ‚Alex Meier’ angibt, dann kann ich das auch nicht kontrollieren“, erklärt der Geschäftsführer die Grenzen der Nachverfolgung. Bei offensichtlichen Falschangaben bittet Bilkic seine Gäste um einen Ausweis – auch wenn das die Aufgabe des Ordnungsamtes ist. Wenn der Gast dem nicht nachkäme, müsse er gehen. Bilkic: „Schließlich kommen wir sonst in Teufelsküche.“

Moderne Lösung für Listenzwang

Aufgerüstet hat Olaf Weber, Inhaber vom Alten Fährhaus: Um die leidige Papierwirtschaft zu vermeiden, bietet er nun eine virtuelle Kontaktdatenliste an. Mithilfe eines QR-Codes, der mit einem Smartphone gescannt werden kann, registrieren sich Kunden auf moderne Art.

„Das Drucken der Zettel geht ganz schön ins Geld. Hinzu kommt, dass die digitale Variante viel weniger Arbeit für uns bedeutet“, erklärt Weber. Nach vier Wochen müssen die Kontaktdaten aussortiert werden, bei der digitalen Version würden die Daten automatisch gelöscht.

Das Abstands-Gebot bedeutet für die meisten Restaurants weniger Innensitzplätze. Ein Manko, das vorübergehend durch Außengastro in der Fläche aufgefangen werden konnte. In den kühleren Jahreszeiten müssen Alternativen her.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare