Schwerpunkt-Einsatz Hammer Westen

Ärger über Impfaktion: Trotz langer Wartezeit abgewiesen - obwohl Impfstoff übrig blieb

Der Andrang für die Sonderimpfaktion der Stadt im Postleitzahlgebiet 59067 im Hammer Westen am Samstag war gewaltig. Über 300 Meter lang war die Schlange, in die sich mehrere Hundert Anwohner einreihten – und teilweise bei strömendem Regen mehrere Stunden ausharrten. Einige von ihnen wurden am Ende trotz enormem Durchhaltevermögen doch enttäuscht.

Hamm - Auf WA-Anfrage erklärte Stadtsprecher Lukas Huster am Pfingstmontag, dass im Laufe des Samstags im Eduard-Spranger-Berufskolleg in drei Impfstraßen insgesamt rund 870 Personen mit dem vom Land extra für Sonderaktionen in Großwohnlagen zur Verfügung gestellten Impfstoff geimpft wurden. (News zum Coronavirus in Hamm)

StadtHamm
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner179.111 (2019)

Zum Einsatz kamen Dosen des Herstellers Johnson & Johnson, dessen Präparat nur einmal verimpft werden muss. Insgesamt waren 951 Dosen nach Hamm geliefert worden – es blieben also 81 Einheiten übrig. Das ist vor allem dahingehend verwunderlich, weil auch Impfwillige am Ende der Aktion in die Röhre schauten.

Corona in Hamm: Kritik über Wartesituation in den sozialen Netzwerken

Nasse Angelegenheit: Viele der Wartenden hatten keine Schirme dabei. Immer wieder regnete es am Samstag.

„Trotz der Verlängerung mussten am Ende des Tages einige wenige Menschen abgewiesen werden, als die Aktion beendet worden ist“, sagte Huster. Die eigentlich bis 18 Uhr geplante Impfaktion sei bis etwa 18.30 Uhr „überzogen“ worden.

Vor allem in den sozialen Netzwerken hagelte es Kritik aufgrund der unbefriedigenden Wartesituation entlang des Vorheider Wegs und der Wilhelmstraße. Sieben Stunden Wartezeit seien teilweise nötig gewesen, um an die Reihe zu kommen. Die ersten in der Schlange standen schon Stunden vor Impfbeginn (8 Uhr) an.

Impfaktion am Eduard-Spranger-Berufskolleg in Hamm

Impfaktion gegen das Coronavirus am Eduard-Spranger-Berufskolleg in Hamm
Impfaktion gegen das Coronavirus am Eduard-Spranger-Berufskolleg in Hamm
Impfaktion gegen das Coronavirus am Eduard-Spranger-Berufskolleg in Hamm
Impfaktion gegen das Coronavirus am Eduard-Spranger-Berufskolleg in Hamm
Impfaktion am Eduard-Spranger-Berufskolleg in Hamm

Stadt zur Impfaktion: „Unser Fazit fällt grundsätzlich sehr positiv aus“

Nach Angaben der Stadt haben sich alle Wartenden diszipliniert verhalten. Auch der KOD war vor Ort. „Unser Fazit fällt grundsätzlich sehr positiv aus, da das Kontingent weitgehend verimpft worden ist und die Abläufe gut funktioniert haben“, sagte Huster. „Gleichzeitig werden die Erfahrungen etwa hinsichtlich Wartezeiten natürlich in die Planung gegebenenfalls weiterer Aktionen einfließen.“

Grundsätzlich seien weitere entsprechende Impfaktionen denkbar, sofern dafür weiterer Impfstoff vom Land Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellt wird. Konkret geplant oder absehbar sei dahingehend allerdings nichts.

592 Bewohner aus den Großwohnanlagen im Hammer Norden hatten bereits am Samstag der Vorwoche bei einer vorgezogenen Sonderaktion der Stadt Hamm eine Impfung mit dem Impfstoff Astrazeneca erhalten. Diese Aktion hatte auch „Impfschleicher“ aus anderen Kommunen angelockt. Inwieweit an diesem Samstag ebenfalls Unberechtigte am Spranger-Kolleg vorstellig wurden, ist noch nicht klar.

Rubriklistenbild: © Reiner Mroß / Digitalfoto

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