„Brauchen zweite Luft“

Impfungen in Hamm auch schon in Prioritätsgruppe drei - Herter appelliert an Ärzte

Nicht nur das Alter, auch diverse Krankheiten erhöhen das Risiko für schwere Covid-Verläufe immens. Eine RKI-Untersuchung sieht vor allem für einen Risikogruppe eine Impfung als dringend empfehlenswert an.
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Nicht nur das Alter, auch diverse Krankheiten erhöhen das Risiko für schwere Covid-Verläufe immens.

Im Moment ist das Impfen gegen das Coronavirus noch nach Prioritätsgruppen organisiert. In Hamm sind inzwischen die ersten Mitglieder der dritten und letzten Prio-Gruppe geimpft worden.

Hamm - Die ersten Patienten aus der Priorisierungsgruppe 3 – erhöhte Priorität – haben in Hamm bereits Impfungen gegen Covid-19 erhalten. „Wenn ein Arzt aus der eigenen Patientenklientel alle mit Prio 2 geimpft hat, darf er Patienten aus Prio 3 impfen“, sagte Andreas Daniel, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), unserer Redaktion. (News zum Coronavirus in Hamm)

„Es wäre unsinnig, mit dem Impfen aufzuhören und darauf zu warten, bis das Land die Prio 3 aufruft.“ Denn ein Zeitpunkt dafür steht noch nicht fest. Zuletzt hieß es, dass in den Impfzentren noch bis Ende Mai Menschen aus Gruppe 2 geimpft werden sollen. Auch die Stadt Hamm sagte aber bereits Anfang der Woche: „Wir sind bereit, die Priorität 3 aufzurufen.“

Corona in Hamm: Gruppe 3 deutlich größer als die ersten Gruppen

Zur Gruppe 2 gehören alle Menschen über 70 Jahre sowie einige chronisch Kranke – etwa Menschen mit Trisomie 21, Diabetiker mit Folgeerkrankungen und behandlungsbedürftigem Krebs. Die Gruppe 3 umfasst deutlich mehr Personen, beispielsweise über 60-Jährige sowie weitere chronisch Kranke wie Asthmatiker, Menschen mit Rheuma und alle Diabetiker. Nach der Gruppe 3 gibt es keine weitere Impfreihenfolge.

Die Impfkampagne bei niedergelassenen Ärzten läuft seit der Woche nach Ostern, also inzwischen in der fünften Woche. Aktuell beteiligen sich nach Angaben von Daniel 80 Prozent der Haus- und 20 Prozent der Fachärzte daran. Auch einige Kinderärzte verabreichen Vakzine: Sie können beispielsweise die Eltern von chronisch kranken Kindern impfen.

Begrenzung der Bestellmenge fällt bald weg

In dieser Woche und der nächsten Woche können die Praxen laut KVWL jeweils 36 Dosen des Impfstoffs Biontech/Pfizer bestellen, zusätzlich können sie Astrazeneca erhalten – in dieser Woche bis zu 50 Dosen, in der kommenden ist die Bestellmenge nicht begrenzt.

Impft der eigene Hausarzt nicht gegen Covid-19 oder hat so viele Patienten in Gruppe 2, dass ein Patient in dieser Praxis noch nicht drankommt, kann er sich einen anderen Arzt für die Impfe suchen. „Die Voraussetzung für eine Impfung ist nur, dass man wenigstens Gruppe 3 angehört“, sagt Daniel.

Herter: „Brauchen zweite Luft“ für die Zweitimpfungen

Oberbürgermeister Marc Herter warb unterdessen darum, dass noch mehr niedergelassene Ärzte in die Corona-Impfungen einsteigen. „Die Gewinnung der Ärzte, die noch nicht impfen, müssen wir forcieren“, sagte er. Aktuell werde bei den Erstimpfungen mit dem höchstmöglichen Tempo geimpft, irgendwann seien aber auch die Zweitimpfungen fällig.

Wenn dann noch immer die gleiche Anzahl Ärzte für die Impfungen zur Verfügung steht, sinkt die Kapazität für weitere, parallele Erstimpfungen. „Wir brauchen so etwas wie die zweite Luft“, sagte der OB. Herter hat in dieser Hinsicht vor allem die Fachärzte im Blick, die dafür sogen könnten, dass das Tempo nicht sinkt. Auch Betriebsärzte müssten zeitnah mit dem Impfen starten dürfen. Die Grundlage dafür sei aber immer ausreichend vorhandener Impfstoff.

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