Videokonferenz des OB

Neuerungen der Corona-Beschränkungen in Hamm: Das geht alles wieder - fast jeder betroffen

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Auf die Menschen in Hamm kommen viele Neuerungen bei den Corona-Auflagen zu.

Hamm - In einer Videokonferenz hat Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann viele Neuerungen in Bezug auf die Corona-Beschränkungen in Hamm bekanntgegeben. Unter anderem geht es um Kitas, Sport, Restaurant-Besuche, private Feiern, den Tierpark, den Maxipark, das Maximare, das Kino, Konzerte und Termine im Bürgeramt.

"Wir haben in Hamm nur noch 18 Infizierte. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, ist der Zeitpunkt, an dem wir keine Infizierten haben, absehbar", sagte Hunsteger. "Das ist eine tolle Tendenz, mit der vor wenigen Wochen so nicht unbedingt zu rechnen war. Ob es eine zweite Welle geben wird, kann ich nicht beurteilen. Aber darauf sind wir vorbereitet."

Immer vorausgesetzt, diese so viel thematisierte zweite Welle bleibt aus, ist zu erwarten, dass die Schutzmaßnahmen künftig weiter gelockert werden. Dafür gab es jetzt den nächsten großen Schritt.

Auf Grundlage des am Donnerstag veröffentlichten neuen Corona-Erlasses der Landesregierung werden viele Regeln, die in den vergangenen Wochen gelten, verändert. WA.de gibt einen Überblick darüber, was jetzt ab wann und wie wieder geht:

Kontakte und private Feiern

Im öffentlichen Raum treffen dürfen sich jetzt wieder Gruppen von bis zu 10 Personen, die nicht in häuslicher Gemeinschaft miteinander leben. Voraussetzung ist dabei, dass die Abstandsregeln (1,50 Meter) eingehalten werden. Auch in Restaurants dürfen so große Gruppen wieder zusammenkommen. Voraussetzung ist in allen Fällen, dass vermerkt wird, wer sich trifft, um mögliche Infektionsketten später nachverfolgen zu können und die Rückverfolgbarkeit gegeben ist.

Zu privaten Feiern dürfen mehr als 10 Gäste kommen. Vorausgesetzt ist auch hier, dass die Abstandsregeln eingehalten werden und der Gastgeber vier Wochen lang eine Liste mit allen Besuchern aufhebt, die gleichzeitig da waren.

Gastronomie

Für die Gastronomen dürfte die Lockerung der Gäste-Beschränkung einen deutlichen Aufwind bedeuten. Sie hatten zuletzt besonders darunter zu leiden, dass nur wenige Plätze belegt werden durften. Wie zuletzt müssen Namens- und Adresslisten ausgefüllt werden.

Um die Gastronomen weiter zu unterstützen, verzichtet die Stadt auf die Gebühren für das Aufstellen von Tischen und Stühlen in Außenbereichen. Überall dort, wo es möglich und mit den Rettungswegen vereinbar sei, könne die Außengastronomie auch erweitert werden. Diese Regelungen sollen bis Ende des Jahres gelten.

Konzerte und Veranstaltungen

Konzerte, wie man sie kennt, wird es auch weiter nicht geben. Auch auf solchen Veranstaltungen müssen die Abstandsregeln eingehalten werden. Es dürfen außerdem nur 25 Prozent der Raumkapazitäten genutzt werden.

Für alle Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen muss ein entsprechende Hygienekonzept beim Gesundheitsamt eingereicht werden. Die Genehmigung sei dabei kein Selbstläufer so Hunsteger. "Das erfolgt nicht automatisch, wir prüfen das genau."

Betroffen sind von dieser Regelung neben Konzerten und Aufführungen auch Sportwettbewerbe, Messen, Ausstellungen und Spezialmärkte.  

Kino

Das Kino darf ab Samstag wieder öffnen - wenn nur 25 Prozent der zur Verfügung stehenden Plätze besetzt werden und maximal 100 Zuschauer kommen. Die Betreiber des Cinemaxx nutzen diese Möglichkeit auch und haben mitgeteilt, welche Regeln im Detail gelten.

Tierpark und Maxipark

Für den Tierpark und den Maxipark gelten die jeweiligen maximalen Besucherzahlen noch bis mindestens Ende Juni. Aktuell dürfen 500 Menschen gleichzeitig in den Tierpark und 2.000 Besucher gleichzeitig in den Maxipark.

Damit Warteschlangen vermieden werden, wird es ab dem Wochenende erstmals einen Online-Ticketverkauf geben, der an Pfingsten zunächst erprobt werde, erklärte Hunsteger. "So können die Menschen, die ein Ticket gekauft haben, direkt eingelassen werden und kommen auch garantiert rein." Tickets gibt es auf den Internetseiten des Maxiparks und des Tierparks.

Maximare

Nur das Sportbecken im Maximare wird aller Voraussicht nach neben den Hallen- und Freibädern am 8. Juni wieder öffnen. Aqua- und Saunawelt bleiben erst einmal noch geschlossen, teilte ein Sprecher mit. Diese Bereiche könnten demnach frühesten am 15. Juni wieder öffnen. Sicher ist das jedoch noch nicht und hängt von neuen Erlassen der Landesregierung ab.

Termine im Bürgeramt

Die Verwaltung wird wegen der sinkenden Fallzahlen wieder Mitarbeiter aus dem Corona-Team abziehen, in dem zuletzt rund 120 Beschäftigte anderer Ämter mitgeholfen hatte. Von ihnen bleiben noch 30 beim Gesundheitsamt, um Infektionsketten nachzuverfolgen, Tests zu begleiten und die Hotline zu besetzen.

Alle anderen blieben aber auf Abruf verfügbar, so Hunsteger, um bei einem neuen Aufflammen von Corona-Fällen die jetzt existenten Strukturen innerhalb von 24 Stunden wieder aufbauen zu können.

Ab kommender Woche ist die Corona-Hotline (Tel. 02381 17-6444) nur noch montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr erreichbar. An den Wochenenden sind die Telefone nicht mehr besetzt.

In den Bürgerämtern sei es zuletzt zu einem Rückstau bei der Bearbeitung von Anliegen gekommen. 10.000 kleinere oder größere Anliegen haben sich nach Angaben Hunstegers angesammelt. Die Verwaltung wolle diesen Rückstand nun bis Ende Juni, allerspätestens Anfang Juli, abarbeiten. "In den Bürgerämtern waren wir durch die Corona-Pandemie schmal besetzt. Ab kommender Woche wollen wir daher wieder deutlich aufstocken und auch die vier Samstage im Juni für Termine nutzen", erklärte der OB. Besuche in den Ämtern sind nach wie vor nur nach vorheriger Terminabsprache möglich (Tel. 02381 17-7777). 

Sport

Ab Samstag ist auch Sport mit unvermeidbarem Körperkontakt - etwa Fußball - wieder möglich. Aber auch daran dürfen nur 10 Personen teilnehmen. "Das ist schon ein bisschen eigenartig, weil bei einem Fußballspiel ja mindestens 22 Spieler involviert sind", meinte Hunsteger.

Sportvereine hätten zuletzt Hygienekonzepte erarbeitet und dürfen kommunale Anlagen künftig wieder nutzen. Auch die 65 Bolzplätze werden wieder geöffnet. Bei Kontrollen werde sichergestellt, dass auch hier die maximale Anzahl der Personen eingehalten wird.

Stadt und Stadtsportbund (SSB) arbeiten derzeit noch an einem Konzept für die Sporthallen, die voraussichtlich in der zweiten Junihälfte bei Notwendigkeit wieder öffnen sollen.

Kitas

Ab dem 8. Juni wird es in Hamm wieder ein erweitertes Betreuungsangebot mit eingeschränktem Regelbetrieb geben. Bis Ende Juli verzichtet die Stadt noch auf die Erhebung der Elternbeiträge. Für August werde die Erhebung angepasster Beiträge noch geprüft, ab September erwartet die Verwaltung eine Rückkehr zum Regelbetrieb. Gleiches gilt übrigens für die OGS. 

Beerdigungen

Die Allgemeinverfügung, die Ende des Monats ausläuft, und Besuche von Beerdigungen beschränkt, werde nicht verlängert. Ab Anfang Juni sind damit Beerdigungen unter Einhaltung der Abstandsregeln wieder unter ansonsten normalen Bedingungen möglich.

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

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