Bewusst drüber hinweggesehen?

Mehrere 10.000 Euro zu viel: Verdiente Student wie ein Corona-Arzt?

Für die Stadt Hamm halfen auch Medizin-Studenten und anderes fachlich geschultes Personal neben Ärzten in den Corona-Teams.
+
Für die Stadt Hamm halfen auch Medizin-Studenten und anderes fachlich geschultes Personal neben Ärzten in den Corona-Teams.

Ein bei der Stadt Hamm im Corona-Team beschäftigter Medizin-Student soll über Monate hinweg wie ein Arzt honoriert worden sein.

Hamm - Mehrere 10.000 Euro soll der aus Hamm stammende junge Mann deshalb für seine Tätigkeit zu viel erhalten haben. Ein entsprechender anonymer Hinweis an die WA-Redaktion wurde von der Stadt jetzt insofern bestätigt, als dass derzeit eine Prüfung des im Raum stehenden Sachverhalts durch die Stadtverwaltung stattfinde. (News zum Coronavirus in Hamm)

Corona in Hamm: Stundensatz für Ärzte deutlich höher

Überprüft werde das Vertragsverhältnis mit dem Betreffenden und die erfolgten Abrechnungen, sagte Stadtsprecher Lukas Huster. „Und so lange die Prüfung läuft, wird dieser Kollege derzeit auch nicht eingesetzt“, so Huster.

Ärzte erhalten für ihre Coronatätigkeit einen Stundensatz von 150 Euro. Medizinisches Fachpersonal – und dazu dürften auch Studenten zählen – werden mit 38,50 Euro pro Stunde vergütet. Sollten sich die Hinweise bestätigen, wären dem Studenten somit stattliche 111,50 Euro pro Stunde zu viel ausgezahlt worden.

Angeblich soll das Beschäftigungsverhältnis seit Monaten bestehen beziehungsweise bestanden haben. Die Stadt selbst machte dazu – wie auch zu allen weiteren Fragen – keine Angaben. Mehrere Versuche des WA, den Studenten zu dessen Corona-Job bei der Stadt zu befragen, scheiterten.

Student als Arzt bezahlt: Hat die Stadt drüber hinweggesehen?

Sollte sich der Sachverhalt bestätigen, wird sich zwangsläufig die Frage stellen, ob es sich schlichtweg um eine Panne gehandelt hat oder ob hier bewusst über die wahren Verhältnisse hinweggesehen wurde. Laut des anonymen Schreibens soll die Situation in der Verwaltung bekannt gewesen sein, im Rathaus habe man aber keinen Handlungsbedarf gesehen.

Die Vergütungssätze von 150 beziehungsweise 38,50 Euro pro Stunde wurden von der Kassenärztlichen Vereinigung mit dem Land ausgehandelt und gelten beispielsweise auch für das Personal in den Impfzentren. Welche Kosten in dieser Hinsicht im Verlauf der Pandemie in Hamm bislang angefallen sind, konnte die Kassenärztliche Vereinigung auf WA-Anfrage nicht beantworten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare