Tests an 23 Schulen und Kitas

Coronaverdacht an Schulen: Keine Quarantäneauflagen trotz positiver Tests

Auch alle Schulen in Hamm stehen im Zeichen der Corona-Pandemie - hier die Hermann-Gmeiner Schule.
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Auch alle Schulen in Hamm stehen im Zeichen der Corona-Pandemie - hier die Hermann-Gmeiner Schule.

Die Gefahr einer zweiten Welle, ausgelöst durch Kinder von Tönnies-Mitarbeitern, die das Virus an den Hammer Schulen und Kitas verbreiten, ist offenbar erheblich größer gewesen als bislang anzunehmen war.

Hamm -  Wie die Stadt am Donnerstag mitteilte, gab es konkrete Verdachtsfälle an 23 Schulen und zwei Kindergärten – vielfach in mehreren Klassen und Gruppen. Dutzende Mädchen und Jungen wurden deshalb in den vergangenen Tagen im Schnellverfahren getestet. Pünktlich zum Ferienbeginn konnte dann gestern Nachmittag in den allermeisten Fällen Entwarnung gegeben werden: Über die bereits bekannten Quarantäne-Anordnungen hinaus wurden keine neuen Verfügungen fällig. An der Sophie-Scholl-Gesamtschule und der Johanniter-Kita am Krußenkamp wurden die Auflagen sogar wieder zurückgenommen.

Corona-Tests an Schulen in Hamm: Verdachtsfälle abgearbeitet

Der schleppende Informationsfluss der Tönnies-Verantwortlichen war Ursache dafür, dass es in den letzten Tagen im Hammer Rathaus einen offenbar nervenzehrenden Wettlauf gegen die Zeit gegeben hatte. „Mit Blick auf die Sommerferien mussten wir schließlich schnelle Gewissheit haben“, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann gestern Nachmittag. „Wir sind jetzt durch und haben alle Verdachtsfälle abgearbeitet. Ich möchte mich vor allem bei den Schulen und deren Leitungen für die gute Zusammenarbeit bedanken.“ ´Nach dem Ausbruch bei Tönnies wird auch Hamm als Coronavirus-Hotspot verschrien. Aktuelle Zahlen geben aber keinen Grund zur Beunruhigung.

Am Ende waren es 62 Kinder, die in Hamm eine Schule oder Kita besuchen und deren Mütter oder Väter als Tönnies-Mitarbeiter positiv getestet worden waren. All diese Kinder wurden nun ebenfalls getestet. In 54 Fällen hatten sie sich nicht angesteckt. Die letzten Ergebnisse trudelten gestern von Kindern ein, die das Märkische Gymnasium, das Friedrich-List-Kollegs und die Alfred-Delp-Schule besuchen. Alle waren negativ.

Positive Tests bei Schulen und Kitas in Hamm

Positiv getestet worden war hingegen ein Schüler (Jahrgang 2010) der Von-Vincke-Schule in Bockum-Hövel. Dies wurde ebenfalls erst gestern bekannt. Für dessen Klassenkameraden können nun trotzdem die Ferien ohne Quarantäneauflagen beginnen. Gleiches gilt für die Kinder der Sophie-Scholl-Schule und der Johanniter-Kita am Krußenkamp, wo es ebenfalls einen positiven Fall gegeben hatte.

Grund für die Entwarnung: Alle positiv getesteten Kinder waren in dem infektiösen Zeitraum in Quarantäne und weder in der Schule noch in ihrer Kindertagesstätte. „Dadurch befinden wir uns in der glücklichen Situation, dass wir nach Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts keine Quarantäne für die betroffenen Kitagruppen, Schulklassen sowie Lehrer und Kita-Personal aussprechen müssen“, teilte die Verwaltung gestern mit.

Chance freiwillige Testungen

Gleichwohl besteht an den Einrichtungen nun die Möglichkeit einer freiwilligen Testung für das Personal und die Kinder. Diese Aktion hatte gestern bereits an der Sophie-Scholl-Gesamtschule begonnen und wird heute dort fortgesetzt. In der Kita wird heute die Testung für Personal und Kinder angeboten an der Von-Vincke-Schule am Sonntag. Die Termine müssen mit der Schule beziehungsweise der Kita abgesprochen werden.

Bestehen bleiben hingegen die Quarantäneauflagen für je eine Klasse und deren Lehrer an der Friedrich-Ebert-Realschule, der Gebrüder-Grimm-Schule, der Hermann-Gmeiner-Schule und der Albert-Schweitzer-Schule. Hier waren positiv getestete Kinder in der kritischen Zeit einer möglichen Infektion im Unterricht.

Kein Lockdown in Hamm: Schreiben vom OB unterstützt bei Urlaubsstornierungen

Die Stadtverwaltung hat gestern auf die Sorgen von Urlaubsreisenden reagiert, denen von ihren Reiseveranstaltern oder Ferienhausvermietern eine Stornierung angedroht oder ausgesprochen wird. Per E-Mail an die Adresse „vzob@stadt.hamm.de“ kann ein Schreiben des Oberbürgermeisters angefordert werden. „Einen Lockdown gibt es in Hamm aktuell nicht, und es sind keine Gründe ersichtlich, die ihn erwarten lassen“, heißt es unter anderem darin. Mehr als ein Dutzend Anfragen von Bürgern waren dazu gestern im Rathaus eingegangen.

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

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