79-Jähriger im Krankenhaus gestorben

Corona in Hamm: Virus-Sorgen im Ludgeristift - Mitarbeiterin infiziert

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Betroffen vom Coronavirus: das Ludgeristift an der Ermelinghofstraße.

[Update] Es gib einen dritten Todesfall in Zusammenhang mit dem Coronavirus in Hamm. Das bestätigte ein Stadtsprecher gegenüber WA.de. Zudem wurde eine Mitarbeiterin des Ludgeristifts positiv getestet.

Hamm - Bei dem Toten handelt es sich um einen 79 Jahre alten Mann. Er war vor einigen Tagen als Verdachtspatient in ein Krankenhaus eingeliefert worden und hatte auf der Intensivstation gelegen. Dort war er beatmet worden. Er hatte mehrere Vorerkrankungen, sei aber tatsächlich an den Folgen der Virusinfektion gestorben, heißt es.

Zuletzt war eine 94-jährige Frau gestorben; sie hatte neben dem Virus eine Reihe von Vorerkrankungen. Die erste Tote im Zusammenhang mit dem Virus in Hamm war eine 77-jährige Frau.

Chef des Altenheims erklärt Situation:

Mit Jürgen Metz meldete sich unterdessen der Senior-Chef des Ludgeristifts Hövel in der Redaktion. Er wolle einer möglichen Gerüchtewelle entgegenwirken und für Transparenz eintreten, sagte er. (Die WA-Redaktion hatte sich zunächst entschieden, den Namen der Einrichtung nicht zu veröffentlichen.) Metz ging nun selbst in die Offensive. Der am Mittwochmorgen bekannt gewordenen Verdachtsfall in einem Seniorenheim betreffe eins seiner Häuser - und zwar die Seniorenwohnanlage an der Ermelinghofstraße.

Eine Mitarbeiterin habe Symptome gezeigt und sei am Freitag, 27. März, getestet worden. Sie und ihr ebenfalls in dem Haus arbeitender Ehemann seien sofort mit Auftreten der Symptome zu Hause geblieben. Am Montag, 30. März, hätten dann drei Heimbewohner Erkrankungserscheinungen gehabt. Sie seien noch am selben Tag getestet worden. Alle drei seien fieberfrei und fühlten sich nicht krank.

Am Dienstag, 31. März, sei dann das positive Testergebnis der Mitarbeiterin bekannt geworden. Wo sie sich angesteckt habe, sei zumindest bislang unklar. Sei nicht im Ski-Urlaub gewesen und habe wissentlich auch keinen Kontakt zu einem Virusträger gehabt.

Mitarbeiterinnen des Ludgeristifts in Bockum-Hövel rufen angesichts der heiklen Situation zur Abschottung auf.

Viele Mitarbeiter und Bewohner getestet

Als das positive Testergebnis der Mitarbeiterin am Dienstag vorlag, wurden sogleich 100 Personen in der Anlage getestet. Dies seien alle Mitarbeiter und ein Großteil der Bewohner gewesen.

Man hoffe sehr, dass am (morgigen) Donnerstag die Testergebnisse vorliegen würden. Eine feste Zusicherung habe er aber nicht, sagte Metz. Für den Fall, dass Corona-Fälle unter den Bewohnern nachgewiesen würden, habe der Betrieb nun wie folgt vorgesorgt: Der Wohnbereich 4 in dem Haus sei freigezogen worden und könne umgehend mit Corona-Patienten belegt werden. "Das würde dann maximal eine Stunde dauern", sagte Metz.

Nach wie vor sei es ein Problem, dass FFP2-Masken knapp seien. Auch in seinem Haus würden sich die Mitarbeiter in Teilen mit selbstgenähten Masken behelfen. Grundsätzlich bestehe aber kein Grund zur Panik, sagte Metz weiter. Auch die Angehörigen der Bewohner würden nun per Rundbrief um die neue Situation in dem Haus informiert.

Das sind die aktuellen Corona-Zahlen:

Grundsätzlich entwickelten sich die Corona-Zahlen in Hamm in den vergangenen 24 Stunden eher positiv. Elf Infizierte konnten seit Dienstagmittag die Quarantäne verlassen und gelten als genesen. Vier neue Fälle kamen seitdem hinzu. Aktuell gibt es 118 offiziell bestätigte Corona-Fälle in Hamm (Stand Mittwoch 12 Uhr). Am Dienstag waren es zur gleichen Zeit 125.

Stationär in einem der drei Krankenhäuser behandelt werden  derzeit 21 Patienten. Acht davon befinden sich auf einer Intensivstation. Daran hat sich in den letzten 24 Stunden nichts geändert.

892 Menschen aus Hamm befinden sich aktuell in Quarantäne; sie werden vom Gesundheitsamt überwacht. Aus der Quarantäne entlassen wurden mittlerweile 406 Hammer.

Corona-Zahlen - wichtig zu wissen:

Die Zahlen werden täglich mittags ermittelt und dann von der Stadt mitgeteilt. Wegen oft tagelanger Wartezeiten auf Testergebnisse bilden die veröffentlichten Daten nie die tatsächliche Situation ab, sondern geben lediglich Anhaltspunkte. Es ist zudem zu erwarten, dass es eine gewisse Dunkelziffer nicht erkannter oder gemeldeter Fälle gibt.

Um auf die erwarteten, weitere Fälle vorbereitet zu sein, haben die Hammer Krankenhäuser hunderte Betten frei gemacht. Schon jetzt sucht die Stadt Helfer, falls das Klinikpersonal in den kommenden Tagen oder Wochen überlastet ist.

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

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