Jahresbilanz

Sommerurlaub trotz Corona? Verbraucherzentrale hilft weiter - 2020 viele Anfragen

Die Verbraucherzentrale an der Nassauerstraße in Hamm.
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Viel zu tun: die Verbraucherzentrale an der Nassauerstraße in Hamm

Im Augenblick ist der Sommerurlaub das meistnachgefragte Thema bei der Verbraucherzentrale: Welche Fallstricke gilt es für die nächste Ferienreise zu meiden? Im Corona-Jahr 2020 standen jedoch Energiearmut und Verschuldung im Mittelpunkt. Die Hammer Beratungsstelle hatte alle Hände voll zu tun.

Hamm - Mehr als 5.900 Verbraucheranfragen habe es 2020 gegeben, sagte Beratungsstellenleiterin Anne Schulze Wintzler bei der Vorstellung des Jahresberichtes. Gut 3.100 der Fälle seien Rechtsberatungen und Rechtsvertretungen gewesen; in diesem Bereich gebe es einen Anstieg von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das liege am gestiegenen Bedarf, aber auch an neuen Online-Verfahren, durch die man mehr Fälle behandeln könne. Die telefonische Erstberatung biete man nun bewusst kostenfrei an.

Corona und Online sind denn auch die bestimmenden Begriffe für 2020. Bereits vier Tage nach dem Lockdown im März habe die Verbraucherzentrale eine Hotline geschaltet, so Schulze Wintzler. Landesweit hätten gut 66.000 Bürger davon Gebrauch gemacht. Bildungs- und Beratungsangebote habe man in Hamm zudem schnell in digitaler Form anbieten können.

Reiseveranstalter waren nicht erreichbar

Corona-typisch waren Fragen zu Reisen: Reiseveranstalter und Fluglinien waren für Verbraucher teilweise nicht mehr erreichbar. Auch wenn die meisten Fälle geklärt seien, so Schulze Wintzler, gebe es immer noch Bürger, die auf die Rückerstattung von im Mai ausgefallenen Flugreisen warten.

Kritik übte sie auch an Konzertveranstaltern: Verbraucher seien durch die 2020 eingeführte Gutscheinlösung für ausgefallene Konzerte benachteiligt, besonders der Branchenführer Eventim sei da unangenehm aufgefallen.

Falsche Online-Shops und Lieferschwierigkeiten

Mit zunehmendem Online-Handel seien weitere Missstände offenbar geworden: Die Verbraucherzentrale habe sich mit falschen Online-Shops und mit Lieferschwierigkeiten beschäftigen müssen, besonders in der Elektronik- und der Möbelbranche.

Thematisch blieben Finanzfragen das bestimmende Thema: In 31 Prozent aller Fälle, mit denen die Verbraucherzentrale sich in Hamm beschäftigte, ging es um Geld. Und meist, sagte Schulze Wintzler, um fehlendes Geld: Insolvenzen, Verschuldung und Energiearmut. Seit eineinhalb Jahren berate man zu Letzterem in Hamm gezielt, beispielsweise wenn Verbrauchern Stromsperren drohen. Existenzsicherung stehe im Vordergrund, sagte Beraterin Tanja Thiem. Langfristig gehe es aber darum, solche Krisen zu vermeiden. In fast drei Vierteln der Fälle gelinge es auch, Vereinbarungen mit Job-Center und Energieversorgern zu treffen und Stromsperren wieder aufzuheben.

Online-Angebot soll ausgebaut werden

Auf die persönliche Beratung will die Verbraucherzentrale in Hamm nicht verzichten. Das Online-Angebot soll jedoch ausgebaut werden. Beispielsweise durch ein Verbraucher-Café, das als Zoom-Konferenz vierzehntägig angeboten werden soll, bei Bedarf öfter.

Kontakt: Verbraucherzentrale NRW, Beratungsstelle Hamm, Nassauerstraße 33, Telefon 92919-01, E-Mail hamm@ verbraucherzentrale. nrw, Internet: www.verbraucherzentrale.nrw/beratungsstellen/hamm

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