"Hamm von morgen"

SPD stellt Lösungen für Ärztemangel in Hamm vor - und will St. Jupp retten

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Wollen das St.-Josefs-Krankenhaus in Bockum-Hövel retten: Bezirksvorsteher-Kandidat Hartmut Weber (links) und OB-Kandidat Marc Herter.

Hamm – Wie sieht die neue Normalität nach Corona in Hamm aus? „Ganz sicher nicht so wie jetzt“, sagt Marc Herter, Oberbürgermeister-Kandidat der SPD. Die aktuellen Lockerungen könnten nur ein Zwischenschritt hin zu einem neuen Alltag sein – ohne einschränkende Schutzmaßnahmen.

Für diese Zeit arbeiten die Genossen derzeit an neuen Lösungen für das Zusammenleben. Im Rahmen der Initiative „Hamm von morgen“ haben sie sich mit dem Gesundheitsstandort Hamm beschäftigt. Sie wollen sicherstellen, dass Infrastruktur – etwa das St.-Josefs-Krankenhaus in Bockum-Hövel – nicht verloren geht. „Die Menschen müssen spüren, dass die Versorgung vor Ort sichergestellt ist“, so Herter.

In Hamm gebe es aktuell zwar noch genug Hausärzte, das sei aber auf Sicht anders. Deshalb setzen sich die Genossen für von der Stadt unterhaltene medizinische Versorgungszentren in allen Stadtbezirken ein.

Junge Ärzte für Hamm gewinnen

Mit den "Hammer Medizinischen Versorgungszentren" (HMVZ) würde das Problem des fehlenden Ärztenachwuchses gelöst, glaubt Herter. „Junge Ärzte haben nicht den Lebenstraum, 14 Tage am Stück zu arbeiten und dann noch einen Arsch voll Schulden zu haben. Familie und Beruf müssen vereinbar sein. Gerade für junge Frauen.“ In den Zentren gehe das dank der Anstellungsverhältnisse mit der Stadt.

Finanziert werden soll das Konstrukt, das seit 2003 möglich ist und auch in anderen Kommunen existiert, über die Abrechnung der Krankenkassen. Über diese Zentren sei auch die Steuerung der Fachrichtungen einfacher. „In Pelkum gibt es keinen Kinderarzt. Das wäre dann anders. Wir wollen das Angebot der niedergelassenen Ärzte ergänzen.“

St. Jupp bald Zentrum für Altersmedizin?

Erhalten will die Hammer SPD nicht zuletzt wegen Lehren aus der Corona-Krise das St.-Josef-Krankenhaus in Bockum-Hövel. Sie fordern die St.-Franziskus-Stiftung auf, die Entscheidung zur Schließung des Hauses angesichts der Corona-Pandemie noch einmal zu überdenken. Es gäbe die Möglichkeit zum Erhalt in der Spezialisierung des Hauses, zum Beispiel als Zentrum für Altersmedizin.

Auch ohne Zentrum für Altersmedizin könnte das gelingen, wenn zusätzlich zu einem HMVZ an diesem Standort ein Hilfskrankenhaus für Notfälle wie die Corona-Pandemie vorgehalten würde. So würden Hilfskapazitäten im Sinne des Zivilschutzes und der Katastrophenhilfe vorgehalten. Ungenutzt im Normalzustand, böte das Hilfskrankenhaus im Notfall Reservebetten und Unterkunft bei Infektionsgeschehen und Quarantänen.

Gesundheitsamt soll gestärkt werden

Darüber hinaus wollen die Genossen das Gesundheitsamt ertüchtigen, das künftig Angebote von Vereinen, Organisationen und Selbsthilfegruppen besser vernetzen soll. Und nicht nur Pflichtaufgaben stumpf abarbeitet. Auch eine Krebsberatungsstelle soll dort angedockt werden. „Die kann ein Pilot für andere Volkskrankheiten sein“, sagt Herter.

Er setzt sich auch für ein Früherkennungszentrum für psychische Krankheiten ein, das niederschwellig und anonym beraten soll. „So können viele Erkrankungen verhindert werden“, glaubt Herter.

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

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