Corona-Auflagen

Doch keine Beschränkung: Stadt gibt falsche Auskünfte zu privaten Feiern - KOD unterbesetzt

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Hamm – Anders als die NRW-Lehrerverbände und -Kinderärzte begrüßt die Hammer Stadtverwaltung den ab Dienstag geltenden Wegfall der Maskenpflicht im Unterricht. Verwirrung herrscht hingegen über die Äußerungen von Ministerpräsident Laschet, für Feiern in privaten Räumlichkeiten gebe es keine Teilnehmerbegrenzungen.

Die Stadt hatte hier bislang andere Auskünfte gegeben. Mangelnde Kontrollmöglichkeiten wegen der dünnen Personaldecke beim Kommunalen Ordnungsdienst und weitere Änderungen in Hamm sind weitere Themen in diesem Überblick.

Die Lage in den Schulen

Ab Dienstag sind auch die älteren Schüler in Hamm von der Maskenpflicht befreit. Ebenso wird es wieder gestattet sein, im Klassenraum etwas zu essen und zu trinken. Sportunterricht wird aber bis mindestens Ende Oktober weiterhin nur im Freien erlaubt sein, Singen im Unterricht bleibt zumindest bis nach den Herbstferien tabu.

„Ich begrüße, dass es jetzt diese Veränderungen gibt. Einem elf oder zwölf Jahre alten Schüler vorzuschreiben, sechs oder sieben Stunden pro Schultag eine Maske zu tragen, konnte auf Dauer nicht funktionieren“, so Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. Die Schulen seien definitiv kein Infektionsort gewesen.

Auch in den wenigen Fällen, in denen Hammer Schüler mit dem Coronavirus infiziert waren, sei das Virus nicht auf Mitschüler oder Lehrer übertragen worden. „Ansonsten hätten wir doch in Hamm ganz andere Zahlen gehabt“, so der Oberbürgermeister. Infiziert hatten sich die Schüler meist bei Familienangehörigen während eines Urlaubsaufenthalts.

Lockerungen der lokalen Beschränkungen

Sollten es keinen rasanten Anstieg der Fallzahlen mehr geben, sollen städtische Räumlichkeiten ab dem 1. Oktober wieder für die Nutzung durch Vereine und Gruppierungen freigegeben werden. Das kündigte Hunsteger-Petermann gestern an. Ausgenommen blieben weiterhin Schulgebäude oder solche, die baulich mit einer Schule verbunden sind. Lediglich Turnhallen können schon seit Längerem wieder auch von Vereinen genutzt werden.

Private Feiern: Stadt macht falsche Angaben

Falsche Auskünfte haben in den vergangenen Wochen offenbar reihenweise Hammer Bürger erhalten, die in privaten Räumlichkeiten eine Feier hatten ausrichten wollen. Analog zu den in der Corona-Verordnung getroffenen Regelungen hatte die Stadt mitgeteilt, dass Feiern im privaten Rahmen für weniger als zehn Personen unproblematisch seien, ab 20 Personen ein besonderer Anlass (Hochzeit, runder Geburtstag) bestehen müsse und für 10 bis 20 Personen Einzelfallentscheidungen nötig seien.

Tatsächlich findet sich in der Corona-Verordnung keine Aussage zu Privaträumlichkeiten. Auch Ministerpräsident Laschet hält Privaträume offenbar für Tabuzonen. Kontrollen oder Bußgeldverfahren hatte es in Hamm bislang nicht gegeben.

KOD: Zu wenig Personal

Die Stadt räumt mittlerweile ein, dass es der Kommunale Ordnungsdienst mit rund 30 Mitarbeitern nicht in der Lage ist, Corona-Auflagen etwa in Bussen oder bei Reiserückkehrern zu kontrollieren. Appelliert wird an die Vernunft des Einzelnen, sich an die Auflagen zu halten.

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