Social Distancing

Man sieht sich! Auf Abstand gehen und dennoch treffen: die „neue“ Form der Kommunikation

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Über das Programm „Zoom Meeting“ treten die Mitglieder des Rotary Clubs Hamm-Mark in Kontakt und verabreden sich zu Online-Meetings. Angeregt hat die Form der Kommunikation Prof. Dr. Dirk Böcker (rechts).

Hamm – Oft verflucht, gerade jetzt ein Segen. Smartphone und Tablets gewinnen in diesen Zeiten eine noch größere Bedeutung im Alltag als sie ohnehin schon hatten.

Über Softwareprogramme und Apps auf diesen Geräten halten die Menschen derzeit ihre sozialen Kontakte aufrecht. Selbst Familien kommunizieren so, um die Regeln rund um die Kontaktsperre einzuhalten und eben keine unnötigen Besuche abzustatten.

Am pfiffigsten sind dabei natürlich die jungen Leute, die unverhofft zu einer längeren schulfreien Zeit gekommen sind. Aber was bringt das, wenn man die Kumpels nicht treffen darf? Gut, dass es da auf dem App-Markt geeignete Abhilfen gibt. Und so landet derzeit die App „Houseparty“ auf Platz eins der App-Charts. Die App bietet einen Video-Treffpunkt für den Freundeskreis. Nutzer werden sofort benachrichtigt, wenn die Liebsten „im Haus“ sind, und können sich dann zum Chat dazuschalten.

Virtuelle Treffen als Ersatz für realen Kontakt

So „treffen“ sich derzeit hunderte Klassenkameraden, Cliquen und Mannschaften nahezu jeden Abend. Darunter zum Beispiel auch eine Jugendgruppe der Kolpingjugend Rhynern. Eigentlich steht jeden Montagabend das Meeting in den Räumen des katholischen Pfarrheims an. Das fällt derzeit flach. Auch wenn es keine offiziellen Gruppenstunden sind, so bleibt die Gruppe aber über „Houseparty“ regelmäßig in Kontakt.

Es sind aber nicht nur die Jugendlichen, die sich kreativ zeigen, um mit Freunden so intensiv in Kontakt zu bleiben wie möglich. Auch über die WhatsApp-Telefonie lassen sich Videokonferenzen erstellen. Und so treffen sich befreundete Familien auch schon einmal zu einem Glas Wein am Abend – jeder für sich auf der eigenen Couch.

Wenn der Opa mit dem Enkel spricht...

Eine große Umstellung ist die aktuelle Situation besonders für Großeltern und Enkel. Gerade die älteren Menschen sollen derzeit bekanntlich möglichst auf Kontakte verzichten, sie gehören zur so genannten Risikogruppe. Aber auch hier hilft die Technik. Eigentlich ist es für Opa Willi Spilker ein Klacks, seine drei Enkel zu besuchen. Während er mit seiner Frau in Westtünnen wohnt, leben die Enkel in Rhynern. „Das erledigen wir mit dem Fahrrad“, erzählt der Opa.

Tom Spilker aus Rhynern telefoniert mit Opa Willi Spilker (kleines Bild im Display) aus Westtünnen via Skype.

Das geht jetzt nicht mehr so einfach. So hat er gelernt, was „Skypen“ bedeutet. Lehrmeister war sein Enkel Tom Spilker aus Rhynern, der sich regelmäßig auf diesem Weg mit Oma und Opa austauscht. „Das macht auch Spaß“, gibt Willi Spilker zu, aber viel lieber würde er sie gerne besuchen. Der Neunjährige kann die Situation schon ganz gut verstehen. Den beiden Kleineren, Enkel und Enkelin, ist es dagegen schwieriger zu erklären, warum Oma und Opa derzeit nicht zu Besuch kommen dürfen. „Wir hoffen, dass das bald ein Ende hat“, sagt der Opa.

Kontaktsperre kein Grund, Treffen ausfallen zu lassen

Einmal in der Woche treffen sich in der Regel die Mitglieder des Rotary-Clubs Hamm-Mark. Angesichts der Kontaktsperre finden diese Treffen gerade nicht statt. Für die rotarischen Freunde kein Grund, sich nicht auszutauschen. Auf Anregung von Prof. Dr. Dirk Böcker trafen sich jetzt 21 Mitglieder des Clubs zu einem Online-Meeting. Mit dem Programm Zoom Cloud Meetings wurde das Club-Treffen organisiert. Rund 30 Minuten tauschten sich die Rotarier untereinander aus – mit der Handy- oder Computerkamera konnten sie sich sehen. „Wir werden diese Form der Treffen wiederholen“, so das Fazit.

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