Kein Bedarf an weiteren Raumlüftern

Nach dem Schulstart direkt in Quarantäne? Diese Regeln gelten für Schüler in Hamm

Während des Unterrichts müssen in Hamm weiter Masken getragen werden.
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Während des Unterrichts müssen in Hamm weiter Masken getragen werden.

An diesem Mittwoch startet das neue Schuljahr. Wie viele Kinder und Jugendliche dann schnell in Corona-Quarantäne müssen, die meiste Zeit des Unterrichts zuhause sitzen und sich wieder mit dem leidigen Distanzlernen herumplagen werden, hängt vor allem von der Auslegung der Quarantäne-Regeln ab. Wie läuft das nun in Hamm?

Hamm – Ziel sei es, dass nur einzelne Schüler und keine ganzen Klassen oder Gruppen in Quarantäne müssten, teilten Gesundheits- und Schulministerium zuletzt mit. Gleichzeitig sei eine Beurteilung der Behörden vor Ort – also durch das Gesundheitsamt der Stadt Hamm – notwendig. Wie streng legt also die Stadtverwaltung die Regeln aus? (News zum Coronavirus in Hamm)

Corona in Hamm: Geimpfte Kinder von Quarantäne befreit

Wenn ein Corona-Fall in der Klasse bestätigt wird, sollen weiterhin die direkten Sitznachbarn neben, vor und hinter dem Kind als direkte Kontaktpersonen für 14 Tage unter Quarantäne gestellt werden. „Das wird immer im Einzelfall entschieden, je nach Layout der Sitzordnung“, erklärt Stadtsprecher Lukas Huster.

Solange alle weiteren Kinder Masken trugen und wie vorgeschrieben regelmäßig gelüftet wurde, müssten keine weiteren Klassenkameraden in die häusliche Isolation. „Das lässt sich aber alles nicht pauschal beantworten“, so Huster.

Wenn Schüler während der regelmäßigen Schnelltest-Reihen positiv auf das Coronavirus getestet werden, werde im Anschluss ein PCR-Test durchgeführt. Auch die Sitznachbarn würden dann wahrscheinlich vorsichtshalber erneut getestet. „In Absprache mit der Schule sollten diese Kinder dann ebenfalls zunächst freiwillig zuhause bleiben“, so Huster.

Weil die Auswertung der in den Grund- und Förderschulen durchgeführten Lolli-Tests einen Tag dauert, setzt die Stadt auf eigene Kosten zum Schulstart zusätzlich Schnelltests ein. „So wollen wir sichergehen, dass mögliche Infektionen sofort erkannt werden.“

Bereits doppelt geimpft sein werden zum Schulstart die allerwenigsten Schüler. Perspektivisch sei das aber eine Möglichkeit, um eine Quarantäne zu vermeiden, erklärt Huster: „Kinder, die als Kontaktpersonen gelten, aber keine Symptome haben und genesen oder vollständig geimpft sind, müssen nicht in Quarantäne.“

Corona in Hamm: Ferienfreizeit wegen Verdachtsfall abgebrochen

Wie sensibel öffentliche Einrichtungen aktuell mitunter auch schon bei Corona-Verdachtsfällen unter Kindern vorgehen, zeigt das Beispiel der „Stadtranderholung“ der Diakonie Ruhr-Hellweg auf Haus Caldenhof. Das Ferienprogramm ist in der vergangenen Woche unplanmäßig zwei Tage früher beendet worden.

Grund war ein Corona-Verdachtsfall bei einem Kind in einer Tagesbetreuung, die auf dem Gelände stattfindet. Betroffen waren dann aber auch die 60 Kinder und Jugendlichen der Ferienfreizeit, die keinen Kontakt zu diesem Kind hatten. Die Hygienestandards seien eigentlich sehr hoch gewesen – mit mehrmaligen Lolli-Tests, Kleingruppen und Maskenpflicht –, berichten Eltern, die kurzfristig eine andere Betreuung organisieren mussten. Das Gesundheitsamt der Stadt sei nicht in die Entscheidung eingebunden worden, teilte Huster schon am Freitag mit.

51 Lüfter angeschafft - mehr werden nicht gebraucht

Um an den Schulen die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, wurde auch technisch aufgerüstet. Seit Beginn der Pandemie sind in Hamm 120 CO2-Messgeräte beziehungsweise Warnmelder beschafft worden. Die Geräte werden nach Stadtangaben in verschiedenen Räumen innerhalb der Schulen eingesetzt, um das Lüften nach der 20-5-20-Regel zu trainieren (20 Minuten Unterricht, 5 Minuten Stoßlüften, 20 Minuten Unterricht).

Für 51 Unterrichtsräume wurden schon im vergangenen Schuljahr mobile Raumluftreinigungsgeräte beschafft, die im ersten Quartal ausgeliefert und aufgestellt wurden. 216.000 Euro der Gesamtkosten von rund 288.000 Euro wurden mit Fördergeldern abgedeckt. „Damit sind alle Klassenräume, die nicht ausreichend be- und entlüftet werden können, mit mobilen Raumluftreinigungsgeräten ausgestattet“, erklärt Huster. „Eine Abfrage an den Schulen zur Lüftungssituation in den Unterrichtsräumen hat keinen weiteren, akuten Handlungsbedarf ergeben.“

Ursächlich dafür ist auch, dass zuletzt die Lüftungssituation an 48 Schulgebäuden durch bauliche Maßnahmen etwa an den Fenstern verbessert wurde. 250.000 Euro wurden dafür ausgegeben, die Hälfte davon wird nach Angaben von Huster über Fördermittel refinanziert.

Zusätzliche Busse im Schülerverkehr im Einsatz

Um zu verhindern, dass sich größere Schülergruppen in den Bussen ballen, wird die Stadt zusammen mit den Stadtwerken auch nach den Sommerferien wie im zweiten Halbjahr zusätzliche Busse zwischen dem Hauptbahnhof und dem Schulzentrum im Hammer Westen anbieten. Vier zusätzliche Verstärkerbusse werden eingesetzt.

Wegen des neuen Nahverkehrsplans werden in dieser Woche auch wieder Lotsen von den Stadtwerken eingesetzt.

Umfrage unter Lehrern, Schulleitern und Eltern zum Start

Trotz aller Maßnahmen kann von Normalität zum Schulstart keine Rede sein. Wir haben uns unter Lehrer, Schulleitern und Eltern umgehört, was sie kurz vor dem Beginn des neuen Schuljahres zur aktuellen Situation zu sagen haben.

Eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der Herausforderungen spielen die Lehrer. Auch in diesem Jahr haben wieder etliche neue, junge Lehrkräfte ihren Dienst in Hamm angetreten. Wir stellen sie vor.

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