Coronavirus-Ausbruch bei Tönnies

Verwirrung bei Eltern: OB stellt klar, wie es mit Schulen weitergeht

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Die Friedrich-Ebert-Realschule ist eine von drei Hammer Schulen, die bis zu den Sommerferien geschlossen bleibt. Alle anderen öffnen Montag normal.

Hamm - Angesichts aufkommender Diskussionen hat Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann am Sonntag noch einmal betont, dass der Schulbetrieb am Montag in Hamm weitgehend normal laufen wird.

Anlass von Gerüchten und Falschinformationen in sozialen Netzwerken und WhatsApp-Gruppen waren Corona-Infektionsfälle an drei Hammer Schulen. Dort waren Kinder von Mitarbeitern des Fleischkonzerns Tönnies im Kreis Gütersloh zum Unterricht erschienen - mutmaßlich, nachdem sie sich bei einem ihrer Elternteile mit dem Coronavirus infiziert hatten.

Daraufhin wurden zunächst die betroffenen Klassen an der Gebrüder-Grimm-Schule, der Friedrich-Ebert-Realschule und dem Standort der Albert-Schweitzer-Schule an der Stefanstraße 51b unter Quarantäne gestellt. Kurz vor dem Wochenende verkündete Hunsteger dann, dass die drei Schulen bis zu den Sommerferien nicht mehr öffnen werden.

Das und der Umstand weiterer Verdachtsfällen an anderen Hammer Schulen verunsicherte offenbar viele Eltern, die Angst haben, dass sich ihr Kind bei Klassenkameraden anstecken könnte.

Derweilen spitzt sich die Lage in Hamm weiter zu: Rund 1000 Tests wurden bei Westfleisch durchgeführt.

Negative Ergebnisse als positives Signal

Am Sonntag gab es die erste, vorsichtige Entwarnung: Alle bislang ausgewerteten Corona-Tests aus dem Schulumfeld seien negativ ausgefallen, erklärte Hunsteger. Auch, wenn noch nicht alle Ergebnisse da seien, gehe er davon aus, dass es nicht zu gravierenden Abweichungen von dieser Tendenz kommt.

Und das bedeutet: Bis auf die drei betroffenen Schulen öffnen am Montag wieder alle Schulen in Hamm normal! Eltern, die trotz allem weiterhin verunsichert seien, stellte es Hunsteger allerdings frei, ihr Kind zum Unterricht zu schicken.

Für die von der Quarantäne betroffenen Schüler gibt es derweil eine schlechte Nachricht. Selbst bei einem negativen Test-Ergebnis werde die 14-tägige Quarantäne nicht verkürzt. Fünf Tage nach dem ersten erfolge zudem noch ein zweiter Corona-Test, um sicherzustellen, dass keine Infektionsfälle durch das Raster fallen.

OB: "Egoismen mal hintanstellen"

Das bedeutet für die betroffenen Familien auch, dass die Quarantäne bis in die Sommerferien hineinreicht. Urlauber können deshalb erst verspätet starten, sollten sie von der vom Gesundheitsamt überwachten Isolation betroffen sein. Hunsteger appellierte daran, diesen Umstand zu akzeptieren: "Wir haben zuletzt etliche Anfragen deswegen erhalten. Da muss man die Egoismen aber mal hintanstellen. Mit einem infizierten Kind will sicher niemand in den Urlaub fahren."

Kinder der betroffenen drei Schulen, die nicht in Quarantäne sollen ab Montag-Nachmittag zentral an den Schulstandorten getestet werdenkönnen. Zuvor war den Eltern geraten worden, ihre Kinder beim zuständigen Hausarzt testen zu lassen, falls sie Corona-Symptome zeigen. "Ich hoffe, das trägt dazu bei, dass sich alle wieder ein bisschen beruhigen", erklärte der OB. "Ein Test mit 1250 Personen bei Westfleisch wie heute sorgt teilweise für weniger Aufsehen als drei betroffene Schüler."

"Da kennt jemand jemanden, der einen kennt..."

Was er damit meint: Insbesondere im Internet kursieren derzeit krude Behauptungen und Theorien, wie sich das Virus in Hamm verbreitet. Dort werde unberechtigte Panik geschürt. "Da kennt jemand jemanden, der einen kennt und die Tante kennt einen, der mit einem Tönnies-Beschäftigten zu tun hatte. Das ergibt dann eine Riesendiskussion und trägt nicht zur Beruhigung bei", so der OB. "Ich bin erst einmal froh, dass es bislang keine weiteren Neuinfektionen gibt."

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

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