Erster Fall nach den Ferien

Coronavirus in Hamm: Schüler infiziert - Stadt stellt sich nun auf über 1.500 Tests ein

Der Schüler arbeitete zuletzt als Praktikant in einer Kita.
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Der Schüler arbeitete zuletzt auch als Praktikant in einer Kita.

Hamm - Der erste positive Corona-Fall an einer Hammer Schule nach den Ferien sorgt dafür, dass das Testzentrum in der Alfred-Fischer-Halle erstmals einer richtigen Belastungsprobe unterzogen wird.

Wie Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann in einer Telefon-Schalte am Nachmittag mitteilte, wurde ein Schüler des Elisabeth-Lüders-Berufskolleg positiv auf das Coronavirus getestet. Er besucht die elfte Klasse. Die 19 Schüler seiner Klasse und drei Lehrer, die sie zuletzt unterrichteten, werden am Freitag verpflichtend am Corona-Mobil getestet und danach für 14 Tage unter Quarantäne gestellt. Nach fünf Tagen erfolgt eine zweite Testreihe. 

Schule bleibt geöffnet - freiwillige Tests für alle

Für das Lüders-Kolleg hat der positive Corona-Fall ansonsten keine Auswirkungen. Für alle anderen Klassen läuft der Unterricht normal weiter, die Schule bleibt geöffnet.

Allerdings wird allen rund 1.400 Schülern und etwa 100 Lehrern beider Standorte auf freiwilliger Basis ein Corona-Test angeboten. Diese Tests sollen am Samstag am neu eingerichteten Corona-Testzentrum in der Alfred-Fischer-Halle durchgeführt werden. Sollte der Samstag nicht ausreichend, sollen die restlichen Proben am Montag genommen werden. Dafür werden zunächst vier Teststraßen eingerichtet, die auf bis zu zehn erweitert werden können.

Beim letzten Großtest an einem Berufskolleg vor den Ferien nahmen das Angebot etwa 25 bis 30 Prozent der Betroffenen wahr. Nur, wenn weitere Corona-Fälle in anderen Klassen bekannt werden, rückt auch eine vorübergehende Schulschließung in den Bereich des Möglichen.

Schüler arbeitete zuletzt in Kita

Besonders heikel ist in diesem Fall, dass der Lüders-Schüler im infektiösen Zeitraum nicht nur in der Schule war, sondern auch als Praktikant in der Küche der städtischen Kita Sonnenhaus gearbeitet hat. "Glücklicherweise hat er nach Aussage der Kita keinen Kontakt zu den Kindern gehabt", erklärte Hunsteger. Deshalb werden nur fünf andere Mitarbeiterinnen der Kita-Küche - ebenfalls am Freitag - verpflichtend getestet und unter Quarantäne gestellt. Für alle 84 Kita Kinder und 20 Mitarbeiter besteht ab Freitagnachmittag ebenfalls die Möglichkeit, sich an der Fischer-Halle freiwillig testen zu lassen. Die Kita bleibt weiter geöffnet.

Der Jugendliche hatte sich im Rahmen der Möglichkeit freiwilliger Tests für Lehrer und Erzieher bei seinem Hausarzt testen lassen. Noch liegen bei der Stadt keine Informationen zu einer möglichen Infektionskette vor.

Ergebnisse erst Anfang der kommenden Woche

Wann die Ergebnisse bei der Stadt eintrudeln, wollte Hunsteger noch nicht prognostizieren. "Die Auswertung in den Labors dauert mittlerweile wieder deutlich länger", sagte der OB. Spätestens am Dienstag sollen erste Resultate da sein. Bei der schieren Menge der Tests sei die Möglichkeit für Betroffene, ihr Ergebnis per QR-Code selbst einzusehen, ein echter Fortschritt. 

Ebenfalls am Wochenanfang soll die zweite Testreihe am Seniorenheim St. Stephanus ausgewertet sein. Dort wurden noch einmal 370 Tests durchgeführt. In dem Heim waren in den vergangenen Tagen insgesamt 18 Bewohner, Mitarbeiterinnen und deren Angehörige positiv auf das Coronavirus getestet worden. Auch die Auswertungen der Tests in der AWO-Kita Bänklerweg und der Großtagespflege "Die kleinen Strolche" soll dann abgeschlossen sein.

Erste Tests aus letztgenannter Einrichtung jedenfalls fielen bislang negativ aus. Trifft das auch auf alle anderen zu, wird die Tagespflege ab Montag an einem neuen Standort wieder geöffnet.

Hunsteger: "Die Menschen sind deutlich mehr unterwegs"

Generell sei festzustellen, dass es für die Mitarbeiter im Gesundheitsamt immer schwieriger ist, die Infektionsketten nachzuzeichnen, bekundete der OB. Das hänge mit Lockerungen der Corona-Maßnahmen, Urlaubsreisen, dem Freizeitverhalten und dem warmen Sommer zusammen. "Die Menschen sind deutlich mehr unterwegs als im März und April. In Einzelfälle haben wir deutlich mehr als 40 Kontakte registriert. Da wird es dann schwierig."

In dieser Woche waren auch in Hamm die Infektionszahlen wieder gestiegen. Aktuell aber hat sich die Zahl der Betroffenen bei 47 eingependelt.

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