Appell des OB

Corona in Hamm: Warum positiv getestete Reiserückkehrer ein gutes Zeichen sind

Der Anteil der Reiserückkehrer bei den Neuinfektionen in Hamm war zuletzt deutlich gestiegen.
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Der Anteil der Reiserückkehrer bei den Neuinfektionen in Hamm war zuletzt deutlich gestiegen.

In der vergangenen Woche lösten Reiserückkehrer die Ansteckungen im persönlichen Umfeld als Hauptinfektionsquelle ab. OB Marc Herter kommen die neu bekannt gewordenen Fälle dabei gar nicht so ungelegen.

Hamm - „Niemand hat gerne zusätzliche Fälle in der Statistik. Wenn sie sich aber dadurch ergeben, dass sich die Menschen direkt testen lassen, bevor sie sich wieder frei in Hamm bewegen, dann ist das im Sinne unserer Strategie“, sagte Herter dazu in einer Pressekonferenz zur Corona-Lage in Hamm. Denn: So oder so wird es infizierte Reiserückkehrer geben. Wenn sie aber bekannt sind, kann die Ausbreitung des Virus schnell eingedämmt werden. (News zum Coronavirus in Hamm)

Corona in Hamm: OB wünscht sich vorausschauendere Politik

„Wir können nur jeden, der aus einem Drittland einreist, aufrufen, dass er sich testet.“ Herter begrüßte deshalb auch die neuen, verschärften Einreiseregeln, die einen verpflichtenden Test für Urlaubsrückkehrer vorsehen – egal mit welchem Verkehrsmittel sie wieder einreisen.

Der OB hatte schon vor Wochen darauf hingewiesen, dass es mit Blick auf das Ferien-Ende und den Schulstart einer klaren Regelung bedürfe. „Mit der Prognose, dass es infizierte Reiserückkehrer geben wird, war ich ja auch nicht allein. Ich wünsche mir ein weiter nach vorne schauendes Regular“, erklärte Herter. „Das hätte die Verlässlichkeit für Urlauber erhöht, und auch den Behörden die Umsetzung deutlich erleichtert.“

5.500 Urlauber haben sich in Hamm zurückgemeldet

Bisher haben sich rund 5.500 Reiserückkehrer über das Einreiseportal des Bundes oder über die Meldungen der Flughäfen in Hamm zurückgemeldet. Hinweise der Polizei über Personen, die die Meldung versäumt haben, gab es bisher nicht.

Der größte Anteil der Menschen hat nach Angaben der Stadt direkt den notwendigen Testnachweis – oder je nach Vorgaben den Impf- oder Genesenennachweis – mit hochgeladen, sodass keine weitere Maßnahme notwendig war. Die Personen, bei denen der Testnachweis fehlte, standen unter Quarantäne bis der Testnachweis vorlag.

Delta: Für Herter gibt es nur eine Erklärung für geringe Quote

Unterdessen ist der Erklärungsansatz für den noch immer deutlich unterrepräsentierten Anteil der im Bund seit langem vorherrschenden Delta-Variante in Hamm die allgemein geringe Anzahl an Infizierten. „Wir bewegen uns da in einem kleinen Zahlenraum“, sagte Herter. Kleinere Infektionscluster der anderen Virus-Varianten würden da Delta zumindest rein prozentual schnell wieder zurückdrängen. In der vergangenen Woche lag der Anteil der Delta-Infizierten unter allen Betroffenen bei nicht einmal einem Viertel - im Bund dagegen bei über 80 Prozent.

Im Bund oder Land, wo der Schnitt einer viel größeren Gruppe errechnet werde, würden solche kleineren Infektionsereignisse durch die schiere Menge ausgeglichen. „Anders kann ich mir das eigentlich nicht erklären“, so Herter.

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