Was geht in Hamm? Was geht nicht?

Corona-Lockerungen: Viele Fragen - Klarheit nur bei Altenheimen

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Für die "neuen Freiheiten" nehmen viele Hammer die Maskenpflicht in etlichen Bereichen des öffentlichen Lebens (wie hier am Tierparkeingang) gern in Kauf.

Die neuen Lockerungen in der Corona-Krise klingen für viele Menschen in Hamm vielversprechend, doch in den meisten Bereichen fehlen konkrete Vorgaben noch. Nicht so bei den Seniorenheimen - doch da gibt es sogar schlechte Nachrichten.

Hamm - In einem Mediengespräch beklagte Hamms Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann am Donnerstagnachmittag, dass sich an vielen Stellen Kontaktverbot und Lockerungen noch "beißen". Für mehr Klarheit fehlten die entsprechenden Erlasse des Landes NRW. Diese seien zwar in Arbeit, würden aber zumeist erst im Lauf des kommenden Wochenendes erwartet. Der OB bittet jedoch um Geduld, immerhin sei ja jetzt "viel Musik" im Themenfeld der Corona-Lockerungen. Ein paar aktuelle Informationen in Stichworten:

Seniorenheime

Die Besuchsoption in den 29 Seniorenheimen in der Stadt ist dem OB mit Blick auf den anstehenden Muttertag ein besonderes Anliegen. Dennoch werden nicht alle Einrichtungen - selbst mit entsprechendem Hygienekonzept - am Sonntag schon besucht werden dürfen! Denn laut einem Zwischenerlass müssen nun zunächst alle Bewohner und Mitarbeiter eines Hauses getestet werden, wenn es auch nur einen einzigen Corona-Verdachtsfall gibt. Damit tritt automatisch ein Betretungsverbot in Kraft - und das gilt am Wochenende für diese fünf Hammer Heime:

Ludgeristift Hövel (bekannt),

Phönix-Haus am Wiescherhöfener Markt  (bekannt),

St. Stephanus (neu),

St. Agnes (neu) und

Ludgeristift An der Kreuzkirche (neu).

Allein in diesen fünf Einrichtungen - gewissermaßen ja "Hotspots" in Sachen Corona-Risiko! - werden bis Samstag 670 Tests durchgeführt. Um diese neue Herausforderung zu stemmen, setzt die Stadt ab sofort ein zweites Corona-Mobil ein. (Potenzielle Testfälle über die Altenheime hinaus werden derweil an die Station an der Barbaraklinik übergeben.)

Ob die groß angelegten Testreihen eine Riesenwelle an neuen Infektionen hervorbringen, vermag der OB nicht vorherzusagen. Das wäre dann der Super-Gau. Hunsteger hofft also zunächst einmal auf Entwarnung am Montag oder Dienstag und bittet andererseits um Verständnis: Es müsse einfach vermieden werden, dass Angehörige das Virus mit nach Hause nehmen und weiter verbreiten.

In allen anderen 24 Hammer Seniorenheimen dürfen Bewohner künftig von zwei festen Kontaktpersonen am Tag besucht werden, wenn auch unter scharfen Hygiene- und Abstandsregeln.

Gastronomie

Bekanntlich dürfen Restaurants ab Montag unter strengen Hygiene- und Abstandsauflagen wieder öffnen. Dafür müssen die Gastronomen ein passenden Konzept zur Genehmigung verlegen, das sie mindestens zur Halbierung ihres Angebots zwingen wird. Auch hier fehle aber noch der entsprechende Erlass, beklagt der OB. Dieser müsse dann auch manch schwierige Definition klarstellen, welche Gastro-Angebote - zum Beispiel auch Eisdielen - öffnen dürfen und welche gegebenenfalls doch noch nicht. Auch dieser Erlass werde am Wochenende erwartet.

Neue Klarheit gibt es indes beim Außer-Haus-Verkauf: Der Verzehrradius wird von 50 auf 25 Meter reduziert.

Bäder

Dass die beiden Hammer Freibäder tatsächlich schon am 20. Mai öffnen können, will der OB zum jetzigen Stand nicht versprechen - obwohl sie technisch bereits fit seien. Man sei hier in Konzept-Gesprächen mit den Stadtwerken. Insbesondere die Frage der Abstandsvorgaben hält Hunsteger für kompliziert. Sorgfalt gehe hier vor Schnelligkeit.

Mehr Klarheit als am Vortag gibt es dem OB zufolge bei "Spaßbädern", die nun doch schon zum 30. Mai wieder öffnen dürften. Hunsteger geht davon aus, dass das auch für das Maximare gilt.

Weitere Bereiche

Kaum neue Informationen gab es am Donnerstag zu diesen Bereichen, die am Mittwoch benannt wurden und nun ebenfalls sehnsuchtsvoll beobachtet werden: Veranstaltungen im kleinen Kreis unter freiem Himmel (Veranstalter müssen starke Konzepte vorlegen), Kino und Theater (wahrscheinlich darf nur jeder dritte Platz belegt werden - wenn überhaupt), Handel/Geschäfte (Nagelstudios und Tattooläden bleiben noch geschlossen), Schulen (rollierendes System lässt sich gut an), Kitas (Ausweitung in mehreren Etappen steht bevor, Konzept fehlt aber noch), Tanzschulen/Fitnessstudios (viele Fragezeichen, Hoffen auf Klärung bis Montag), Sportvereine/-angebote (Erlasse für Konkretisierungen fehlen auch hier, Vereine sollen sich gegebenenfalls in der kommenden Woche beim Stadtsportbund oder dem Sportamt melden), Verwaltung (alles bleibt zunächst wie gehabt).

Die Klammerzusätze in diesem Block stammen sinngemäß von Hunsteger-Petermann. Er bittet für alle Bereich wiederholt um Geduld, Konkretisierungs-Erlasse seien zeitnah zu erwarten. Sobald sie verfügbar sind, werden wir auch hier auf WA.de und der Zeitung darüber berichten.

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