Sportfachhandel

Nicht (nur) wegen Corona: Sport Deppenkemper muss schließen - so geht es weiter

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Hamm - Zwar kamen nach dem "Lockdown" zuletzt wieder zahlreiche Kunden ins Fachgeschäft Sport Deppenkemper in Werries, trotzdem ist spätestens Ende Juli Schluss. Das Geschäft wird geschlossen.

"Wir schließen nicht oder nicht nur aufgrund von Corona", sagt André Heinisch, Inhaber des Fachgeschäftes an der Ostwennemarstraße 120. Das Ende habe sich schon ein bis zwei Jahre lang abgezeichnet.

Durch das immer dominanter werdende Onlinegeschäft sei es zu vielen Preis- und Gewinneinbrüchen gekommen. Da habe der Handel mit Fachpersonal nicht mehr dagegenhalten können. Schließlich wurden die Räumlichkeiten - Sport Deppenkemper ist in einem weitläufigen Gebäude in der Nähe des Maxi-Centers untergebracht - zu groß für den Umsatz, der erzielt wurde. Die Auswirkungen durch die Corona-Schutzmaßnahmen seien dann das i-Tüpfelchen gewesen, erklärt Heinisch.

Räumungsverkauf ist angelaufen

Der Räumungsverkauf hatte bereits in dieser Woche begonnen, die vielen Stammkunden wurden informiert. Und sind traurig. "Wir bekommen viele Nachrichten und werden auch im Laden oft angesprochen", so Heinisch. Geöffnet ist, solange noch Ware da ist. Spätestens Ende Juli ist aber Schluss. Dann läuft der Mietvertrag aus.

Das Geschäft ist aktuell von 9.30 bis 13 Uhr und dann von 14.30 bis 18.30 Uhr geöffnet. Zuletzt war der Andrang nach dem Corona-"Lockdown" groß. Deshalb machen die Mitarbeiter Überstunden. "Wir schließen um 18.30 Uhr zwar die Tür ab, bedienen aber noch alle Kunden, die dann noch da sind, zu Ende", sagt Heinisch.

Mitarbeiter sitzen erst einmal auf der Straße

Für die vier festangestellten Mitarbeiter ist die tägliche Arbeit besonders schwer. Sie sitzen nach der Schließung erst einmal auf der Straße und müssen sich einen neuen Job suchen. Für sie sei das Aus durchaus überraschend gekommen, erklärt ihr Chef. "Corona hat das alles beschleunigt", so Heinisch. "Wir haben dann während der zwangsweisen Schließung viele Gespräche geführt." Alle Mitarbeiter seien bereits mindestens elf Jahre lang an Bord. "Das ist nicht ohne Tränen gegangen."

Inhaber André Heinisch.

Wie einschneidend die Corona-Krise für den lokalen Handel auch nach wie vor ist, verdeutlicht die Tatsache, dass die Umsätze trotz langsam steigendem Kundenzustrom immer noch gering sind. "Das sind schwierige Zeiten. Die Leute nehmen den Handel nicht mehr so an und gehen noch nicht wieder unbeschwert in die Geschäfte", so Heinisch. Selbst in der Badeabteilung - sonst zu dieser Jahreszeit ein Selbstläufer - bliebe die Kollektion liegen, laufe de Abverkauf schleppend. "Die Leute fahren eben nicht in den Urlaub, die Freibäder haben noch geschlossen." 

Boom bei den Laufschuhen nur kleines Plus

Einen kleinen Boom habe es dagegen durch Corona bei den Laufschuhen gegeben. "Das läuft gut im Moment. Joggen kann ja auch jeder für sich. Da ist es einfach, sich an die Regeln zu halten", sagt Heinisch. "Leider wiegt dieses kleine Plus alles andere nicht auf."

Es gibt auch eine gute Nachricht: Ganz verschwinden wird Sport Deppenkemper wohl nicht. Heinisch überlegt, zu einem späteren Zeitpunkt - irgendwann nach Corona - an einem anderen Standort in kleineren Räumlichkeiten wieder zu öffnen. Eine finale Entscheidung dafür und über einen möglichen Zeitpunkt sei allerdings noch nicht gefallen.

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