Eindrücke vom Neustart in Hamm

Nach Corona-Zwangspause in Schulen gespenstische Stimmung

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In den luftig gestellten Klassenräumen müssen die Schüler die Masken nicht zwingend tragen.

[Update 8 Uhr] An den weiterführenden Schulen in Hamm hat am Donnerstag der Unterricht wieder begonnen. Die Stadt sah ihre Hausaufgaben nach eigenem Bekunden erledigt. Die Schulen selbst gaben ihr Bestes für einen möglichst stressfreien Ablauf. Die Busse blieben aber leer.

Hamm - Betroffen vom Neustart in den Schulen sind in 23 Schulen der Stadt Hamm zunächst jene 10. Klassen, die vor Abschlussprüfungen stehen: Für sie ist der Schulbesuch seit Donnerstag verpflichtend. Dazu kommen die Abitur-Jahrgänge, denen der Schulbesuch freigestellt ist. Insgesamt waren in Hamm 3400 Schüler am ersten Tag aufgerufen, ihr Zuhause zu verlassen. (Für konkrete Verhaltens-Infos des NRW-Schulministeriums hier klicken. Einen offenen Brief der Ministerin an alle Eltern finden Sie hier.)

Wie viele Schüler und Lehrkräfte zum Neustart tatsächlich an den Schulen erschienen, blieb zunächst unklar. Antworten auf diese Fragen hätte allein die Bezirksregierung Arnsberg geben können. Dies werde aber frühestens im Lauf der kommenden Woche möglich sein, sagte ein Bezirksregierungssprecher auf WA-Anfrage. Ein Stadtsprecher schätzte, dass von den Abiturienten nur rund 20 Prozent in ihre Schulen kamen.

Vereinzelt meldeten sich Schulleiter auch bei der Stadtverwaltung. Die Stimmung sei teils gespenstisch gewesen. Für die Psyche sei die Situation nicht ganz einfach gewesen. Leere Schulgebäude, reduzierte Schülerzahlen in den Klassen und dazu die Maskenpflicht: „Da blutet einem schon das Herz“, hieß es von den Schulen. Aber so sei die Situation nun einmal. „Wir müssen nun das Beste daraus machen. Und es ist sicher auch gut, dass es wieder losgeht.“

Schulbusverkehr kaum nachgefragt

Der Schulbusverkehr wurde kaum nachgefragt. Viele Mädchen und Jungen kamen bei dem schönen Wetter mit dem Fahrrad oder anderweitig zur Schule. Wer mit dem Bus fuhr, hatte überwiegend schon eine eigene Maske dabei. Die Verteilung in den Bussen habe gut funktioniert, hieß es von der Stadtverwaltung. Auch von den Schulen seien keine Probleme beim Einhalten der Hygienevorschriften rückgemeldet worden.

Die Busse sollen erst einmal in der jetzt begonnenen Taktung weiterfahren. In der kommenden Woche soll die Situation neu bewertet werden.

Entspannte Gesichter in Friedensschule

Überschaubar voll ist's im Grundkurs Deutsch der Friedensschulklasse 13.

An der Friedensschule in der Stadtmitte wurden am Donnerstag insgesamt mehr als 200 Schüler gezählt. Nach WA-Informationen zeigten sich diese trotz der besonderen Situation relativ entspannt. Die Kurse wurden entzerrt, Räume nicht doppelt belegt. An den Eingängen werden immer die Hände desinfiziert und/oder gewaschen, und es gab Hygieneeinweisungen. Abends sollten Putz- und Desinfektionsteam durch die Räumlichkeiten ziehen.

Mit gutem Beispiel voran: der Leiter der Friedensschule, Leon Moka.

Deutlich wurde, dass die Pflicht zum Tragen einer Maske "nur" auf den Schulfluren und überall außerhalb der Räume gilt; in den luftig gestellten Klassenräumen müssen die Schüler sie nicht zwingend tragen. Außerhalb des Gebäudes besteht indes wohl noch Nachholbedarf: So wurden desöfteren Schüler ohne nennenswerten Abstand zusammenstehend gesehen.

Die Schulbusse fahren seit Donnerstagmorgen wieder in gehäufter Taktung. Oft waren sie allerdings nur mäßig gefüllt.

Die Stadt hatte im Vorfeld erklärt, alle ihre Hausaufgaben für den ungewöhnlichen Kraftakt erledigt zu haben.

Überregionale Reaktionen:

Die NRW-Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer dankte allen am Schulleben Beteiligten für ihr großes Engagement an diesem Tag und in den letzten Tagen: „Die schrittweise Wiederaufnahme des Schulbetriebs für die Schülerinnen und Schüler in den Abschlussklassen ist ein wichtiges Signal in Richtung verantwortungsvoller Normalität. Die ersten Rückmeldungen aus den Schulen zeigen, dass der Start gut gelungen ist."

Der Landesverband Bildung und Erziehung VBE NRW mahnte zur Bedachtsamkeit: „Der Weg zu einem Schulbetrieb, wie er vor Corona war, ist noch sehr weit. Der erste behutsame Schritt war und ist eine immense Herausforderung für die Schulen. Von einem normalen Schulbetrieb sind wir noch sehr weit entfernt. Vor den Schulleitungen, den Kollegien und den Schulträgern liegen noch weitere große Aufgaben, um den nächsten Schritt am 4. Mai zu gehen. Hierzu bedarf es in der Tat eine enge Begleitung und intensive Unterstützung der Schulen – auch durch das Ministerium."

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

Hammer Schulen werden für Neustart fit gemacht - Beispiel MGH

Hammer Schulen bereiten sich auf Neustart vor - hier am Beispiel Märkisches Gymnasium (MGH).
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