Hat die Stadt ihre Hausaufgaben erledigt?

Neustart der Schulen in Hamm: Wichtige Infos für den Kraftakt

Noch sind die Schulen (auch) in Hamm verwaist. Schon bald soll das trotz Corona wieder anders aussehen.
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Noch sind die Schulen (auch) in Hamm verwaist. Schon bald soll das trotz Corona wieder anders aussehen.

[Update] An den weiterführenden Schulen wird ab Donnerstag in Hamm wieder unterrichtet. Die Busse werden fahren, Schutzmasken und Desinfektionsmittel sollen zur Verfügung stehen. Die Stadt glaubt ihre Hausaufgaben erledigt zu haben.

Hamm - Betroffen vom Neustart in den Hammer Schulen sind in 23 Schulen zunächst die 10. Klassen; für sie ist der Schulbesuch verpflichtend. Dazu kommen freiwillig die Abitur-Jahrgänge. Insgesamt sind das 3400 Schülerinnen und Schüler. Wichtige Stichwörter rund um das Thema Schulen füllte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann am Dienstag mit Leben:

Wer muss zur Schule?

Die Zehntklässler an den Haupt-, Real- und Förderschulen müssen am Donnerstag zum Unterricht erscheinen. Ebenso ein Gutteil der Schüler an den Berufskollegs. Wegen der vielen unterschiedlichen Bildungsgänge dort kann die Liste hier nicht abgebildet werden. Detaillierte Infos gibt es auf der Homepage des NRW-Schulministeriums. Ebenso geht es um die Zwölftklässler an den Gymnasien. Für sie gibt es Angebote, sie müssen aber nicht zwingend zum Unterricht erscheinen.

Der Unterricht startet in Hamm an 23 weiterführenden Schulen, und zwar für 3400 der insgesamt 26.000 Schülern.

Hygiene an Schulen

Alle Schulen sind grundgereinigt worden. Es hat Hygienebegehungen an allen weiterführenden Schulen gegeben. Die Kontaktflächen in den Klassenräumen (Türflächen, Tische, Stühle) wurden desinfiziert. Sie werden künftig täglich gereinigt. An allen Schulen sollen ausreichend Papiertücher und Seife, Toilettenpapier vorrätig sein. Auch Desinfektionsmittel sei vorhanden.

In den Sekretariaten der Schulen wurden Plexiglasscheiben als so genannter „Spuckschutz“ installiert.

Nicht erlaubt an den Schulen ist das Spielen auf Spielplätzen. Es wird auch keinen Kiosk geben; da müsse man zum klassischen Butterbrot greifen, meint der OB.

Hammer Schulen werden für Neustart fit gemacht - Beispiel MGH

Schutzmasken für Schüler

Alle Schüler werden am Donnerstag mit einer so genannten FFP1-Maske ausgestattet. Diese werden an den Schulen ausgegeben und ins Eigentum der Schüler übergeben. In die Busse werden zudem Mitarbeiter geschickt, die Einmalmasken an die Schüler für den Weg zur Schule verteilen. „Wir glauben, dass wir jetzt gerüstet sind“, so Hunsteger-Petermann

Darüber hinaus erhält jede Schule ein kontaktloses Fieberthermometer.

Überall Maskenpflicht ?

Hunsteger ist kein Fan von Einzellösungen einzelner Städte. "Ich glaube, dass es gut wäre, wenn das Land NRW eine Entscheidung dazu treffen würde, vor allen Dingen im Bereich des Einkaufs", sagt der OB. Im Moment rate er allen, dringend die Masken zu tragen. Ob es dann zu einer Allgemeinverfügung der Stadt Hamm mit den anderen Ruhrgebietsstädten kommt, sei offen.

Hunsteger: "Ich persönlich halte das für notwendig, weil wir durch die Lockerungen eine veränderte Situation haben, in den Fußgängerzonen deutlich mehr Verkehr, und die Gefahr der Tröpfcheninfektion deutlich größer ist." In Kindergärten und an Grundschulen könne es aus seiner Sicht keine Maskenpflicht geben; nur für das Personal sei das machbar.

Insgesamt verfügt die Stadt über 100.000 FFP1-Masken und 400.000 Einmalmasken. 25.000 davon seien an die Schulen gegangen – deutlich mehr als man am Anfang brauche. „Alle werden gebeten, auf die Sachen die wir ausliefern, auch aufzupassen“, sagt der Oberbürgermeister.

Busverkehr

Nach den Linienbussen soll auch Schulbusverkehr ab Donnerstag in den ganz normalen Betrieb gehen, weil man nicht wisse, welche Schüler woher kommen. Dafür setzen die Stadtwerke 50 zusätzliche Mitarbeiter ein. In den Bussen werden Einmalmasken ausgegeben; die Kosten dafür trägt die Stadt. Man behalte sich vor zu reduzieren, "wenn wir feststellen, dass einzelne Linien nicht akzeptiert werden, das zurückzufahren".

Betreuung in Kitas

In der Notbetreuung sind 355 Kinder in 69 Notgruppen; das hat deutlich zugenommen. Auch hier wird geplant, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kitas Masken bekommen.

Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann verbreitet zumindest für den Schulneustart in Hamm Optimismus.

OB-Appell für Schulstart-Verschiebung

Hunsteger-Petermann, der auch Vorsitzender des Städtetages ist, hatte noch am Wochenende noch an die Landesregierung appelliert, den Schulbetrieb für die Abiturienten frühestens am kommenden Montag wieder aufzunehmen. Der Grund: „Es gibt jetzt viel zu regeln und offene Fragen zu klären“, betonte er nach einer Telefonkonferenz des Städtetag-Vorstands.

„Bereits ab dem 23. April zu starten, stellt die kommunalen Schulträger vor erhebliche Probleme.“ Die Schulen müssten grundgereinigt werden, die hygienischen Voraussetzungen für den Schutz vor Infektionen geschaffen, Räume vorbereitet und der Schülerverkehr organisiert werden.“ Das bedürfe eines Vorlaufs von wenigstens einer Arbeitswoche, mahnte Hunsteger. „Was den Städten bisher vom Land vorliegt, enthält Standards, die nicht mit uns besprochen wurden, zum Beispiel bei den Vorgaben zu Desinfektionsmitteln für alle Räume in den Sanitäranlagen und auch andere Räume“, so Hunsteger weiter. „Außerdem fehlen bisher Aussagen, wie groß die Lerngruppen sein dürfen und die Zahl der Schüler in einem Raum.“

 

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

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