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Fast 100 Neuinfektionen! Corona-Zahlen in Hamm auf traurigem Rekordhoch - Weitere Tote

Die Zahl der Neuinfektionen stieg in Hamm zuletzt drastisch.
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Die Zahl der Neuinfektionen stieg in Hamm zuletzt drastisch.

Die Ausbreitung des Coronavirus hat sich am Donnerstag noch einmal drastisch beschleunigt. Es wurden so viele Neuinfektionen an einem Tag bekannt wie noch nie.

Hamm - 96 Neuinfektionen meldete die Stadt Hamm am Donnerstagnachmittag. Das ist trauriger Rekord. Bislang waren der 4. und der 7. November die Tage mit der höchsten Neuinfektionszahl (81). Die wurde nun deutlich getoppt. 42 der Neuinfektionen haben sich nach Angaben der Stadt bei Menschen ereignet, die bereits in Quarantäne waren - und sich deshalb vermutlich innerhalb des Familien- und Bekanntenkreises angesteckt haben. Bei 54 Infektionen ist der Ursprung dagegen noch unbekannt. (News zum Coronavirus.)

StadtHamm
RegierungsbezirkArnsberg
Fläche226,3 km²
Bevölkerung179.397 (2016)

Corona in Hamm: Fast 100 Neuinfektionen! Werte auf traurigem Rekordhoch

Der krasse Anstieg der Neuinfektionen hat zur Folge, dass in Hamm aktuell 656 Menschen offiziell das Virus in sich tragen. Erst am Mittwoch war die 600er-Marke mit 608 erstmals gerissen worden. 346 der Betroffenen sind weiblich, 310 männlich.

Der RKI-Inzidenzwert (Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner) liegt mittlerweile bei 261,2 - 24,4 Punkte höher als am Mittwoch.

Corona in Hamm: 46 Personen im Krankenhaus, zwei Tote

Mit 46 werden elf Corona-Patienten mehr als am Mittwoch stationär im Krankenhaus behandelt. Fünf von ihnen liegen auf der Intensivstation. Ein Mann ist über 60 Jahre alt, zwei sind über 70 und einer über 80. Neben ihnen wird eine über 90 Jahre alte Frau intensivmedizinisch betreut.

Zwei weitere Menschen, die nachweislich das Virus in sich trugen, sind gestorben. Bei ihnen handelt es sich um einen Mann über 70 (Todestag: 16. November) und einen Mann über 80 (12. November). Beide haben auf der Intensivstation gelegen und hatten Vorerkrankungen. Damit sind in Hamm mittlerweile 50 Menschen gestorben, die zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden sind.

Coronavirus in Hamm: Werte auf traurigem Rekordhoch - die weiteren Zahlen

Als genesen gelten inzwischen 2.285 Hammer (+46). Von ihnen sind 1.230 weiblich und 1.055 männlich. 2.441 Personen halten sich aktuell in Quarantäne auf (+17). 17.306 Menschen sind aus dieser Beobachtung wieder entlassen worden (+105). 20.596 Proben sind an den Corona-Mobilen und an der Alfred-Fischer-Halle genommen worden (+144).

In einem gemeinsamen Kraftakt entzerren Stadt Hamm, Stadtwerke und Schulen den morgendlichen Schülerverkehr. Damit sollen besonders frequentierte Linien und Ersatzbusse entlastet werden, um überfüllte Busse zu verhindern. Ab Montag, 23. November, wird der morgendliche Schulbeginn der drei Gesamtschulen in Hamm verlegt: auf 8.45 Uhr.

Coronavirus in Hamm: Notfallpraxis ist umgezogen

Die weitere Corona-Ausbreitung hat die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) dazu veranlasst, ihre Notfallpraxis zu verlagern. Sie ist nun nicht mehr am Marienhospital sondern in provisorischen Containern vor der St.-Barbara-Klinik in Heessen untergebracht. Alle Infos zu Öffnungszeiten und Kontaktmöglichkeiten haben wir hier separat zusammengefasst.

Die aktuellen Einschränkungen treffen vor allem diejenigen hart, die ohnehin am Rande der Gesellschaft leben. Die Zahl der Wohnungslosen ist in Hamm deutlich gestiegen. Diese Menschen unterzubringen ist wegen Corona noch einmal schwieriger geworden, sagen die Anlaufstellen.

Auch in Hamm gibt es (wenige) Menschen, die gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen protestieren. Wegen Missachtung der Abstandsregeln und der Maskenpflicht hat die Polizei am Sonntag sieben Ordnungswidrigkeitsanzeigen gegen Teilnehmer an einer Anti-Corona-Kundgebung geschrieben.

Corona in Hamm - diese Regeln gelten aktuell:

  • Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur für zwei Haushalte erlaubt und mit maximal zehn Menschen.
  • Private Feiern dürfen nur aus herausragendem Anlass und mit maximal 25 Personen in Privatwohnungen stattfinden. Dabei sind zwingend Kontaktlisten zu führen. Eine Anzeige- oder Genehmigungspflicht besteht nicht.
    Zu herausragenden Anlässen gehören: 18. Geburtstage, runde Geburtstage, ab dem 70. Geburtstag jeder Geburtstag, Hochzeiten und Trauungen, Hochzeitsjubiläen (silberne, goldene, Diamant- und Gnadenhochzeit), Taufen, Erstkommunionen und Konfirmationen und vergleichbare Feiern im muslimischen und jüdischen Glauben.
    Feiern aus anderen aus den genannten Anlässen sind nicht erlaubt. Wenn Feiern mit mehr als 25 Personen oder ohne besonderen Anlass stattfinden, erwartet den Verantwortlichen ein Bußgeld von 2500 Euro.
  • Maskenpflicht besteht wie bisher in Bus, Bahn und Taxi. Auch auf Spielplätzen (außer für Kinder bis zum Schuleintrittsalter) gilt sie laut aktueller Verordnung. In privaten Autos gilt keine Tragepflicht eines Mundschutzes. Auch auf öffentlichen Plätzen soll es verstärkt eine Maskenpflicht geben, für die Wochenmärkte in Hamm ist das bereits der Fall. Für andere, stärker frequentierte Orte – etwa die Fußgängerzone – gibt es noch keine entsprechenden Entscheidungen.
  • Der Einzelhandel bleibt geöffnet, dort darf sich nicht mehr als ein Kunde auf zehn Quadratmetern Verkaufsfläche aufhalten. Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen müssen bis Ende des Monats schließen. Gastronomen bleibt die Lieferung und Abholung von Speisen erlaubt.
  • Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden einen Monat lang untersagt. Profisport-Veranstaltungen wie etwa Spiele des ASV Hamm-Westfalen dürfen nur ohne Zuschauer stattfinden. Nicht erlaubt ist der Freizeit- und Amateursportbetrieb in öffentlichen und privaten Sportanlagen, Fitnessstudios, Schwimmbädern und ähnlichen Einrichtungen. Eine Ausnahme bildet der Individualsport allein, zu zweit oder mit dem eigenen Haushalt.
  • Das Museum, das Kino, der Tierpark, Wettannahmestellen, Bordelle, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen werden geschlossen. Der Maxipark bleibt geöffnet. Musikfeste und Festivals sind bis 31. Dezember untersagt.
  • Schließen müssen auch Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Fußpflege bleiben möglich. Friseursalons können öffnen.

St.-Barbara-Klinik landet Hit im Netz

Im Netz erheitert trotz der so ernsten Lage im Moment ein Video aus der St.-Barbara-Klinik die Gemüter. Zum Hit „Jerusalema“ tanzen etliche Mitarbeiter der Klinik. Das Video auf Facebook haben inzwischen über 1,3 Millionen Menschen gesehen, auf Youtube hat der Clip über 210.000 Aufrufe gesammelt.

Gäbe es Corona nicht, würde in diesen Tagen rund um die Pauluskirche der Weihnachtsmarkt aufgebaut. Dass es dazu in diesem Jahr nicht kommt, dürfte hinlänglich bekannt und begründet sein – Weihnachtsstimmung aber will die Stadt in der Innenstadt trotzdem erzeugen.

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