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Coronavirus: Samstags-Zahlen und einige Warnsignale für Hamm

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Auch am Samstag hält die Entspannung-Linie an der Corona-Front in Hamm an. Zumindest nach offizieller Lesart, denn es gibt einige Gründe für Misstrauen in die Entwicklung.

Hamm - Nach Angaben des Stadt sind (Stand Samstagmittag) in Hamm exakt 103 Personen mit einer Corona-Infektion bekannt (59 weiblich, 44 männlich). Darunter sind vier Neuinfizierte. 287 der Betroffenen müssen in häuslicher Quarantäne ausharren, 25 weitere sind im Krankenhaus und von diesen wiederum 6 auf einer Intensivstation (4 weiblich, 2 männlich), Insgesamt 33 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

11 weitere Menschen in Hamm werden als genesen gemeldet, damit stieg diese Zahl auf 326 (173 weiblich, 153 männlich). Immerhin 2684 Personen wurden im Lauf der Corona-Wochen wieder aus ihrer angeordneten Quarantäne entlassen.

Bis zum Ende des heutigen Samstags wurden beziehungsweise werden im Corona-Mobil der Stadt 2967 Proben entnommen.

Dunkelziffer und Lockerungs-Probleme?

Bei diesen täglich von der Stadtverwaltung kommunizierten Informationen fällt die vermutlich hohe Dunkelziffer nicht erkannter oder gemeldeter Corona-Fälle - wie sie zum Beispiel in der Heinsberg-Studie deutlich wird - unter den Tisch.

Zudem schlagen viele Hammer in diesen Tagen ihre Pflichten als auch Warnungen vor einer zweiten Welle nach WA.de-Informationen sichtbar in den Wind, offenbar weil sie das Problem als weitgehend ausgestanden erachten. Deutlich wird das in etlichen Bereichen des öffentlichen Lebens, in denen Abstand und Masken infolge falsch verstandener Lockerungs-Signale nurmehr eine nachgeordnete Rolle spielen.

Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) konnte die Beobachtungen in dieser Form nicht bestätigen und gab seinerseits diese Momentaufnahmen bekannt:

  • In der Innenstadt war es am Samstagvormittag recht ruhig.
  • Der Wochenmarkt war voll, die Menschen haben sich aber "an Maskenpflicht und Abstandsgebot gehalten".
  • Das Gartencenter Bintig wurde nach Hinweisen (Überfüllung, keine Schutzmasken) kontrolliert: Dabei seien alle Mitarbeiter und Kunden mit Masken ausgerüstet gewesen, es sei auch nicht überfüllt gewesen. Man habe die Marktleitung "aber noch einmal deutlich auf die Einhaltung der Vorgaben hingewiesen".

Massentests bei Westfleisch und Senioren

Die eingangs genannten Zahlen ruhen indes wegen ausstehender Testergebnisse beim Unternehmen Westfleisch und in mehreren Hammer Seniorenheimen derzeit auf einem brüchigen Fundament. In dem Schlachtbetrieb in Uentrop müssen übers Wochenende mehr als 1000 Mitarbeiter auf Corona getestet werden. Sollten dort eine hohe Zahl positiver Ergebnisse ermittelt werden, könnten - wie im Kreis Coesfeld schon - Teile der anstehenden Lockerungen in Hamm gestoppt oder zumindest ausgesetzt werden, weil die Mitarbeiter im ganzen Stadtgebiet verteilt untergebracht sind.

In den Seniorenheimen ist die Sache etwas anders gelagert. Im Falle positiver Testergebnisse würden nur für die betroffene Einrichtung Maßnahmen zur Abschottung getroffen. Wie hier bereits berichtet, gibt es Corona-Verdachtsfälle in den Altenheimen St. Stephanus, St. Agnes und An der Kreuzkirche. 670 Tests sollen bei Mitarbeitern und Bewohnern vorgenommen werden. Am heutigen Samstag sollen rund 400 Test in St. Stephanus erfolgen. Das Betretungsverbot bleibt in den Häusern bis auf Weiteres bestehen.

Die Ergebnisse allen Fällen werden wohl erst zur kommenden Wochenmitte vorliegen, heißt es aus dem Rathaus.

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