88-jähriger Mann stirbt im Krankenhaus

Viele Corona-Fälle im Ludgeristift - Hammer Zahlen auf Höchststand

Auf besondere Weise betroffen vom Coronavirus: das Ludgeristift an der Ermelinghofstraße.
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Auf besondere Weise betroffen vom Coronavirus: das Ludgeristift an der Ermelinghofstraße.

Im Ludgeristift Hövel sind ein guter Teil der Mitarbeiter und auch mehrere Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Das wurde am Donnerstag bekannt. Die neuen Informationen dazu und vieles mehr finden Sie hier im Artikel.

Hamm - Am Mittwoch war bekannt geworden, dass eine Mitarbeiterin des Ludgeristifts positiv getestet worden war. Weitere Ergebnisse standen da noch aus. Über diese wurde am Nachmittag im Hammer Rathaus informiert; auch neue Fallzahlen gab es:

Alle Neuigkeiten zum Ludgeristift:

In dem Höveler Altenheim wurden inzwischen elf Mitarbeiter und sechs Bewohner positiv getestet. Diese sechs wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht, liegen aber nicht auf einer Intensivstation. Es stehen jedoch noch Testergebnisse aus; diese sollen bis Freitag bekannt werden. Bis Donnerstagabend sollten alle Bewohner durchgetestet sein. In fünf Tagen stehen dann erneute Abstriche an.

Insgesamt leben im Ludgeristift 58 alte Menschen. Für das Gebäude gilt ein striktes Betretungsverbot. Um für die Möglichkeit weiterer Infektionen vorbereitet zu sein, soll am Stift eine Isolierstation eingerichtet werden. Geplant ist, zeitnah einen ganzen Wohnbereich für positiv getestete Bewohner freizuziehen.

Im Ludgeristift herrscht Betretungsverbot.

Keiner der elf bislang positiv getesteten Mitarbeiter arbeite noch in dem Altenheim, alle seien in häuslicher Quarantäne, heißt es. Warum es überhaupt so viele sind, kann Heimleiter Jürgen Metz nicht eindeutig beantworten: Man arbeite nun einmal gut und eng miteinander; es gebe Schnittstellen, an denen man sich treffe. Die zuerst positiv getestete Mitarbeiterin habe nicht an typischen Corona-Symptomen gelitten; sie habe sich einfach nicht gut gefühlt.

Alle weiteren Mitarbeiter der Einrichtung sind weiterhin im Einsatz. Um sich und andere zu schützen, tragen sie schon seit einiger Zeit entsprechende Masken. "Wenn wir jetzt alle Mitarbeiter abzögen, wären schlicht keine mehr da", gibt Metz zu bedenken. Mit den Angehörigen der Bewohner führe man in der Regel gute Gespräche. Schon vor längerer Zeit seien dafür Telefonsprechstunden eingerichtet worden.

Dem Oberbürgermeister zufolge ist der Beginn der Infektionskette bekannt. Details will er aus Datenschutzgründen aber nicht mitteilen.

Hunsteger-Petermann: "Man muss sagen: So etwas kann auch in jeder anderen Hammer Seniorenheim passieren."

Es gibt einen weiteren Todesfall:

Ein 88-jähriger Mann ist am Donnerstag im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Er hatte mehrere Vorerkrankungen und bereits mehrere Tage auf einer Intensivstation gelegen. Es wurde betont, dass der Mann nicht aus dem Ludgeristift stamme, in dem mehrere Infektionsfälle aufgetreten sind (siehe oben).

Damit gibt es in Hamm jetzt vier Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Das sind die neuen Zahlen für Hamm:

Mit Stand Donnerstagmittag waren in Hamm 146 Menschen mit akuter Infektion gemeldet - ein spürbarer Anstieg zum Vortag um 43. 30 Infizierte werden in Krankenhäusern behandelt (10 mehr als am Mittwoch), von diesen liegen 6 auf Intensivstationen (2 Männer, 4 Frauen). Damit habe sich die Situation deutlich verschärft, sagt Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann.

953 Menschen befinden sich aktuell in häuslicher Quarantäne. 67 Personen in Hamm gelten inzwischen als genesen; das sind 13 mehr als 24 Stunden zuvor. Nachgewiesen wurde das Virus bislang bei 217 Menschen.

Der OB zur allgemeinen Situation in Hamm: "Wir gehen in eine neue Welle. Wir sind noch nicht auf dem Peak angekommen, nähern und diesem aber."

Die Öffentlichkeit informierten am Donnerstag: Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, Jürgen Metz (Senior-Chef des Ludgeristifts) und Frieda Dr. Dockx-Reinken (Leiterin des Gesundheitsamts).

Corona-Zahlen - wichtig zu wissen:

Die Zahlen werden täglich mittags ermittelt und dann von der Stadt mitgeteilt. Wegen oft tagelanger Wartezeiten auf Testergebnisse bilden die veröffentlichten Daten nie die tatsächliche Situation ab, sondern geben lediglich Anhaltspunkte. Es ist zudem zu erwarten, dass es eine gewisse Dunkelziffer nicht erkannter oder gemeldeter Fälle gibt.

Um auf die erwarteten, weitere Fälle vorbereitet zu sein, haben die Hammer Krankenhäuser hunderte Betten frei gemacht. Schon jetzt sucht die Stadt Helfer, falls das Klinikpersonal in den kommenden Tagen oder Wochen überlastet ist.

Interessante ergänzende Info zur Corona-Ansteckungswelle: 90 Prozent der Infizierten in Hamm benötigen keine Behandlung im Krankenhaus.

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

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