Dosen für Brennpunkte?

Lockerungen nicht in Sicht: Stadt verlängert Allgemeinverfügung - alle Infos zu neuen Impfgruppen

Im Impfzentrum an der Friedensschule wurden die allermeisten Impfungen gegen das Coronavirus in Hamm durchgeführt.
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Im Impfzentrum an der Friedensschule wurden die allermeisten Impfungen gegen das Coronavirus in Hamm durchgeführt.

Die Corona-Zahlen in Hamm sinken langsam. Und das Impfen nimmt weiter Fahrt auf. Trotzdem gelten die aktuellen Corona-Regeln wohl noch eine ganze Weile.

Hamm – Mit 980 Infizierten ist die 1 000er-Grenze am Freitag zwar unterschritten worden, Lockerungen sind aber absehbar nicht in Sicht. Die Stadt hat ihre eigentlich am 10. Mai auslaufende Corona-Allgemeinverfügung am Freitag zunächst bis zum 24. Mai verlängert. (News zum Coronavirus in Hamm)

StadtHamm
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner179.111 (2019)

Corona in Hamm: Dann öffnen Maxipark und Tierpark wieder

Erst wenn der Inzidenzwert an fünf Tagen in Folge unter 200 liegen sollte (am Freitag waren es 212,3) könnte die Stadt in Absprache mit dem Land den Tier- und Maxipark wieder öffnen. Bei Schulen und Kitas ist eine stabile Inzidenz unter 165 erforderlich, um in den Wechselunterricht zurückzukehren.

Ausgangssperre (22 Uhr) und Treffen von einem Haushalt und mehr als einer Person würden erst ab einer stabilen Lage von unter 100 wieder aufgehoben.

Die von Gesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstag verkündete Freigabe von Astrazenca an alle Impfwilligen ohne Altersvorgaben ist mit keinem klaren Regelwerk verbunden.

Klar ist, dass die Terminvergabe und das Impfen selbst nicht über das Impfzentrum an der Friedensschule, sondern über die niedergelassenen Ärzte in Hamm erfolgen wird. Darauf wies Stadtsprecher Detlef Burrichter hin. Anfragen ans Impfzentrum oder über die Corona-Hotline führten nicht zum Ziel und sollten nicht getätigt werden.

Hausärzte: Lieber Mail oder Brief schreiben als anrufen

Der Hammer Ärztesprecher Dr. Matthias Bohle bat ebenfalls darum, telefonische Anfragen in den Praxen zu unterlassen, um dort die Leitungen nicht zu überlasten und den normalen Praxisbetrieb nicht zu stören. Eine Mail an die jeweilige Praxis oder ein kurzer Brief an den jeweiligen Arzt führe genauso zum Ziel. In den Praxen werde alles unternommen, um den Impffortschritt zu forcieren. Astrazeneca-Impfstoff sei offenbar gut verfügbar.

Bohle appellierte an alle Menschen über 60, sich für Astrazeneca zu entscheiden und den Biontech-Impfstoff den jüngeren Impfwilligen zu überlassen. Bei älteren Menschen wirke Astra hervorragend und sei mit wenig Nebenwirkungs-Risiken behaftet.

Ferner mahnte Bohle, vereinbarte Termine beim Hausarzt auch wahrzunehmen – oder so früh wie möglich auch abzusagen. Es gebe zahlreiche Impfwillige, die sich gleich bei mehreren Ärzten vorgemerkt hätten und dann naturgemäß den erstmöglichen Termin wahrnehmen.

Es sei ein Unding, dass in den übrigen Praxen die Termine dann aber nicht abgesagt würden. Die Ausfallquote liege teils bei 10 Prozent.

73.550 Corona-Impfungen in Hamm

Mit Stand von Donnerstagabend wurden in Hamm bislang 73.550 Impfungen vorgenommen. 58.119 waren Erst- und 15.431 Zweittermine. Binnen einer Woche wurden damit in Hamm rund 13.000 neue Erstimpfungen gesetzt. Die niedergelassenen Ärzte verimpften bislang 12.615 Erst- und 320 Zweit-Gaben.

8.508 Hammer haben im Lauf der Pandemie eine Infektion durchgemacht. Eine Impfung sollte frühestens nach einem halben Jahr vorgenommen werden. Das teilte die Stadt unter Berufung auf die Vorgaben der Ständigen Impfkommission (Stiko) mit.

Für diese Genesenen sei auch nur eine Impfung vorgesehen. Die Kommunikation sollte über den Hausarzt laufen. Dieser könne dann auch in der Regel die Impfung vornehmen.

So soll es gehen: Corona-Impfung für Genesene

Ein (gar nicht so seltener) Sonderfall ist es, dass Genesene auch zu einer nun zugelassenen Prioritätsgruppe zählen. Sollte jemand beispielsweise wegen seines Berufs impfberechtigt und gleichzeitig coronagenesen sein, könne auch über die KVWL ein Termin im Impfzentrum vereinbart werden, teilte die Stadt auf WA-Nachfrage mit.

Beim Impftermin sollte dann auf die zurückliegende Coronainfektion hingewiesen werden. Diesen Impflingen werde dann nur eine Impfe verabreicht.

Geimpfte und Genesene sollen von einigen Corona-Auflagen befreit werden. Das betrifft die Testpflicht und mögliche Urlaubsreisen. Zahlreiche Anfragen diesbezüglich gingen in den letzten Tagen bei der Corona-Hotline ein. Bislang konnte den Anrufern keine zufriedenstellende Antwort gegeben werden.

Lockerungen: Stadt wartet auf Lösung des Landes

Die Stadt hatte bereits am Donnerstag eine eigene Lösung für ein entsprechendes Zertifikat entwickelt, dann kam die Meldung ins Rathaus, dass es eine landesweite Lösung geben soll. Diese traf aber am Freitag noch nicht ein. „Wir hoffen sehr, dass wir am Montag eine Lösung haben werden. Die Situation beschäftigt und belastet die Menschen draußen sehr“, so Stadtsprecher Detlef Burrichter.

Impfungen von Personen, die zur Prioritäts-Gruppe 3 zählen, sind nach den Landesvorgaben nun möglich. Am Hammer Impfzentrum werden aus dieser Gruppe bislang allein Lehrer von weiterführenden Schulen im Präsenzunterricht und Freiwillige Feuerwehrleute im Einsatzdienst geimpft.

Dies führe bislang auch zu keinen nennenswerten Irritationen. hieß es am Freitag aus dem Rathaus. Wenn, dann gebe es lediglich vereinzelt Fehltermine. Die Impftermine für die übrigen Berufsfelder aus der Prio-Gruppe 3 stünden erst in einiger Zeit an.

1.000 Impfdosen für Großwohnlagen?

Großwohnanlagen sind in Hamm von der Infektionswelle am stärksten betroffen. Für diese Brennpunkte sind nun auch wie bereits berichtet seitens des Landes zusätzliche Impfungen vorgesehen. Die Stadt geht davon aus, dass sie mehr als 1.000 Impfdosen für diese Klientel erhalten wird.

„Wir sind bereit und wissen längst, wo wir hingehen werden“, sagte Stadtsprecher Detlef Burrichter. Geplant sei, dass die aufsuchenden Impfungen in den Fluren und Foyers der jeweiligen Wohnblocks durchgeführt werden. Zuvor sollen Sozialarbeiter die Impfaktionen bei den Bewohnern ankündigen und mit ihnen abstimmen.

Wann die ersten Impfungen gesetzt werden können, stand Freitag noch nicht fest. Es fehlte an einer entsprechenden Mitteilung des Landes NRW. Ebenso stand die exakte Menge für Hamm noch nicht fest. Angekündigt ist, dass die Vergabe nicht allein über den Einwohnerschlüssel erfolgt, sondern auch die Sozialstruktur und Arbeitslosenquote bei der Bemessung berücksichtigt wird.

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