Strenge Regeln in Hammer Supermärkten

Einkaufen zu Coronazeiten: Auf der Jagd nach Klopapier

Immer schön auf Abstand bleiben: Etliche Kunden sind in den Supermärkten mit Mundschutz unterwegs.
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Immer schön auf Abstand bleiben: Etliche Kunden sind in den Supermärkten mit Mundschutz unterwegs.

Beim Einkaufen in Supermärkten gelten strenge Regeln. Viele Kunden zeigen Verständnis und sind doch ziemlich angespannt.

Hamm – Im Aldi am Grünen Weg stehen in diesen Tagen Gartenmöbel dort, wo sonst das Klopapier verkauft wird. Das Personal scheint sich damit abgefunden zu haben, dass das Klopapier sowieso ausverkauft ist und füllt den Platz nun anderweitig. „Weißes Gold“ nennt man Klopapier jetzt, ein Spitzname, der einst der Droge Kokain vorbehalten war. Aber das war vor Corona.

Dieses „weiße Gold“, es ist am Freitagmittag auch im Penny am Schwarzen Weg nicht mehr zu bekommen. Der Discounter ist recht voll, die Stimmung etwas angespannt. Einige Kunden tragen Mundschutz oder Handschuhe. Dass man in der Schlange vor der Kasse voneinander Abstand halten soll, haben inzwischen fast alle verstanden. Die Schlange ist denn auch lang, sie führt an den Kühltheken vorbei bis in die hintere Ecke des Ladens.

Beim Einkauf lächeln sich Kunden hier und da unsicher zu, während sie versuchen, im Slalom zwischen Regalen und Einkaufswagen an die nötigen Teile zu kommen. Es ist in den Gängen nicht leicht, Abstand zu halten. Einkaufswagen sollen dabei helfen, den anderen Kunden nicht zu nahe zu kommen. Vor vielen Supermärkten weisen Security-Mitarbeiter freundlich und bestimmt darauf hin, dass die Geschäfte nur mit Wagen zu betreten sind.

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„Da immer noch Menschen zu zweit oder sogar zu dritt einkaufen kommen, muss man die maximale Anzahl der Personen im Geschäft oft begrenzen“, erklärt Paul Nitsche, Marktleiter im Supermarkt Jahns in Herringen. Höchstens ein Kunde pro zehn Quadratmeter darf in den Jahns-Markt. Auch sonst müssen Kunden sich weiter umstellen.

Wer tatsächlich etwas „weißes Gold“ braucht, muss mitunter viele Anläufe unternehmen, um welches zu bekommen. Und ist es tatsächlich einmal da, darf man meist keinen Vorrat anlegen: Aldi zum Beispiel verkauft nur ein Paket Klopapier pro Kunde und Einkauf. In vielen anderen Geschäften ist das ähnlich. Beschränkt bleibt auch der Verkauf von Haushaltsrollen, Öl, Mehl und anderen Produkten.

Immerhin, es gibt wieder Nudeln und Konserven. Zu Beginn der Corona-Krise waren auch die vielerorts ausverkauft. Damit möglichst wenig Regale leer sind, arbeiten viele Verkäufer nun auf Hochtouren, füllen Waren nach und beantworten Fragen der Kunden.

Bis aufs Klopapier ist in vielen Geschäften vieles zu bekommen: „Die Ware kommt immer nach, auch wenn nicht immer alles sofort lieferbar ist, erhalten wir Alternativen.  Damit kommen wir über die Runden“, sagt Paul Nitsche von Jahns.

Insgesamt scheint in vielen Supermärkten weniger los zu sein als sonst – und die Kunden planen mehr Zeit ein. Etliche bleiben in Situationen ruhig, die vor Corona wohl für Empörung gesorgt hätten: Selbst in der langen Schlange im Penny schreit keiner danach, eine weitere Kasse zu öffnen. Die Leute halten sich an die Mindestabstände, akzeptieren, dass sie nur eine Packung Mehl kaufen dürfen. Ob das so bleibt, wenn der Einkauf für die Osterfeiertage ansteht?

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Ostereinkauf? 

Zumindest bei der Supermarktkette Real scheint man seine Zweifel zu haben. Die Kette wirbt, man solle seine Einkäufe für Ostern frühzeitig erledigen. So lasse sich vermeiden, dass in Stoßzeiten viele Menschen auf einmal in die Supermärkte kommen. Nitsche bittet Kunden, möglichst nicht donnerstags und samstags einzukaufen, um die Mitarbeiter, die anderen Kunden und nicht zuletzt sich selbst zu entlasten.

Jahns betreibt auch einen Lieferservice. Normalerweise liefert er an zwei Tagen pro Woche, aktuell sind es fünf – vor allem, um Menschen zu unterstützen, die nicht einkaufen können, weil sie in Quarantäne sind oder zur gefährdeten Gruppe gehören. Und manchmal, wenn die Kunden viel Glück haben, kriegen sie sogar Klopapier.

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