Maskenpflicht

Coronavirus in Hamm: Das kommt auf Schüler, Eltern und Lehrer zum Schulstart zu

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Hamm - Die Landesregierung hat detailliert bekanntgegeben, unter welchen Corona-Vorgaben der Regelbetrieb in Schulen ab der kommenden Woche wieder los geht. Das kommt jetzt auf Lehrer, Eltern und Schüler in Hamm zu.

Die Maskenpflicht gilt bis vorläufig 31. August selbst im Unterricht und ist die einschneidendste Änderung der Corona-Regeln für den Beginn des Schuljahrs. Alle Schüler - Ausnahme sind die Klassen 1 bis 4 - müssen auch an ihrem festen Sitzplatz im Unterricht Maske tragen. Auf dem Schulgelände gilt das auch für Grundschüler. Alle weiteren Regelungen und Äußerungen von Schulministerin Yvonne Gebauer haben wir hier ausführlich zusammengefasst

Masken müssen selbst bezahlt werden

Grundsätzlich gilt in Hamm: Die Masken müssen selbst beschafft und finanziert werden. Es liege in der Verantwortung jedes Schülers und seiner Eltern, dass er mit einer Maske zum Unterricht kommt, erklärten Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann und Bildungsdezernentin Dr. Britta Obszerninks.

Für Kinder, die die Maske vergessen haben oder aus anderen Gründen ohne Maske zum Unterricht erscheinen, stehen Reserven zur Verfügung. "Eine fehlende Maske soll keine Ausrede dafür sein, nicht am Unterricht teilnehmen zu müssen", betonte Hunsteger. Die Stadt stelle etwa 250 bis 500 Masken je Schule bereit, falls Bedarf da sein sollte. Das Land versorgt die Einrichtungen NRW-weit mit einer Million Masken.

Zeitversetzter Schulstart nicht realistisch

Auch Lehrer müssen davon ausgehen, dass sie die überwiegende Zeit einen Mund-Nase-Schutz tragen. "Sie müssten schon garantieren, dass sie einen 1,5-Meter-Abstand zu den Kindern einhalten, wenn sie die Maske abnehmen wollen. Das ist nicht realistisch", so Obszerninks. 

Einen zeitversetzten Schulstart wie von Landesebene zur Entzerrung der Schülergruppen angeregt wird es in Hamm nicht geben. "Die Möglichkeit ist zwar da, aber auch das ist nicht realistisch", sagte Obzerninks. Die Beförderung der etwa 26.000 Schüler zu unterschiedlichen Zeiten sei schon für die Verkehrsbetriebe gar nicht zu leisten.

OB: Schulen nicht wieder ganz "stilllegen"

Mit dem schon vor den Sommerferien erprobten Hygienekonzept sieht sich die Stadt für das neue Schuljahr gut aufgestellt. Inzwischen seien auch die im März bestellten Desinfektionsmittel-Spender angekommen. Die waren zwischenzeitlich in Frankreich beschlagnahmt worden.

Sollten trotz regelmäßiger Desinfektion, Maskenpflicht und Abstandsregeln doch Infektionen in Schulklassen bekannt werden, habe man aus der Zeit vor den Ferien gelernt, ruhig zu reagieren, erklärte Hunsteger. "Bei einer Infektion müssen wir nicht gleich die ganze Schule stilllegen." Schulen seien kein Infektionsherd, das Virus werde in erster Linie von außen in die Einrichtung getragen, glaubt der OB auf Grundlage von Testreihen der Stadt.

Stadt beschafft digitale Endgeräte

Wenn allerdings mehrere Fälle in unterschiedlichen Klassen auftauchen, werde nach wie vor auch die gesamte Schule geschlossen. Für den dann zur Überbrückung folgenden digitalen Distanz-Unterricht habe die Stadt nun technisch aufgerüstet.

Die Verwaltung geht davon aus, dass maximal 5.300 Schüler in Hamm digitale Endgeräte benötigen, weil sie keine besitzen. Wie hoch die tatsächliche Zahl ist, ist allerdings ungewiss. Nach Angaben eines Stadtsprechers stehen der Stadt über das Soforthilfeprogramm des Bundes immerhin 4.200 Geräte zu. Von denen sind bislang 1.000 bestellt und eingetroffen. Die restlichen sollen zeitnah folgen. 

In den Schulen finde dann eine Bedürftigkeitsprüfun g statt, erklärte Obszerninks. "Wenn dann der Bedarf höher sein sollte, werden wir noch einmal mehr Geräte beschaffen", so Hunsteger.

Obszerninks: "Hätte mir klarere Vorgaben gewünscht"

Die zuletzt viel kritisierte Informationspolitik des Landes zu den Corona-Regeln an Schulen wollten Obszerninks und Hunsteger weitestgehend unkommentiert lassen. "Immerhin sind wir jetzt ein bisschen frühzeitiger als in der Vergangenheit informiert worden", sagte die Bildungsdezernentin. "Wir werden im laufenden Betrieb sehen, wie das alles umsetzbar ist. Es ergeben sich aber schon einige Fragen, die auf den 20 Seiten des Schulministeriums nicht beantwortet werden. Ich hätte mir an einigen Stellen klarere Vorgaben gewünscht."

Jetzt gelte es, sich mit dem Schulträger und den einzelnen Schulen bestmöglich in der Situation einzurichten. Hunsteger: "Da ist ein ganzes Stück Verantwortung an die Stadt und die Schulen abgetreten worden."

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

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