Land will klammen Krankenhäusern helfen

Hammer Klinikchef: „Wir sind besser aufgestellt als Italien und Spanien“ - Massive Verluste

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Wegen des Coronavirus machen die Hammer Krankenhäuser jeden Tag große Verluste. Wird das nicht ausgeglichen, droht die Pleite.

Hamm – Wenn die Hammer Krankenhäuser ihre Mitarbeiter nicht mehr bezahlen können, will das Land einspringen. Dieser Schluss lässt sich aus einem Brief ziehen, den Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) geschrieben hat.

„Die Landesregierung wird dafür Sorge tragen, dass allen Krankenhäusern ausreichend liquide Mittel zur Verfügung stehen, um die laufenden Kosten wie Gehälter zu decken“, heißt es darin. Das gilt für die Zeit der Corona-Krise. Keine Klinik müsse aufgrund der Behandlung von Covid-19-Patienten eine Pleite fürchten.

Wermker lobt "positives Signal"

„Das ist ein positives Signal“, sagt Michael Wermker, Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses. Er spricht auch für seine Kollegen aus der St.-Barbara-Klinik, dem St.-Marienhospital und der Klinik für Manuelle Therapie. Sie hielten am Dienstag 470 Betten für die Behandlung von Covid-19-Patienten bereit. Fünf davon waren belegt.

Durch die freien Betten entgehen den Kliniken Einnahmen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stellte am Wochenende Pläne für einen Ausgleich vor: Die Kliniken sollten demnach 560 Euro pro Tag für jedes freigehaltene Bett bekommen. Das sei viel zu wenig, kritisierten Wermker und seine Kollegen. Sie koste ein freies Bett 900 Euro.

Mehr-Ausstattung hilft jetzt

Auch sonst stünden den Kliniken vor dem wirtschaftlichen Ruin, wenn Spahns Pläne so umgesetzt würden. Wermker sagte nun, er sei gespannt, wie das Land die Krankenhäuser unterstützen will.

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Noch vor Kurzem habe man die deutschen Kliniken kritisiert, erinnert Wermker: Man warf ihnen vor, dass es zu viele Betten gebe. Genau das könne Deutschland nun dazu verhelfen, die Corona-Krise besser zu bewältigen als es anderen Ländern gelingt. „Was die Kapazitäten an Intensivbehandlungsplätzen angeht, sind wir besser aufgestellt als Italien und Spanien“, sagte Wermker.

Kontaktverbote nur begrenzt?

Ob die Betten ausreichen, hänge davon ab, ob sich die Bevölkerung an die Schutzmaßnahmen hält und sich das Virus deshalb langsam verbreitet. Trotzdem glaubt Wermker nicht, dass die Kontaktverbote über viele Monate bestehen bleiben.

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Er nimmt an, dass die Verbote für die meisten Menschen aufgehoben werden – während neue Schutzmaßnahmen für Risikogruppen ergriffen werden.

Coronavirus in Hamm - weitere Infos hier:

Wir behalten die Coronavirus-Lage in ganz NRW in unserem fortlaufenden Newsticker im Blick. 

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