Filmerlebnis statt Coronakrise

Und Kino geht doch: Ex-Cineplex-Betreiber organisiert Autokino in Lippstadt

Das Konzept Autokino in Zeiten des Coronavirus geht in Lippstadt offenbar auf.
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Das Konzept Autokino in Zeiten des Coronavirus geht in Lippstadt offenbar auf.

Die erste Woche ist ausverkauft: Der Ex-Cineplex-Betreiber aus Hamm hat auf dem Parkplatz der Hella-Werke in Lippstadt ein Autokino organisiert. Er sieht es als Lichtblick in einer Zeit, in der vieles Gewohnte nicht mehr geht.

Hamm - Was tun Kino-Liebhaber in kinofreien Corona-Zeiten? Sie fahren ins Kino und müssen für den Film noch nicht einmal aus dem Auto aussteigen. Hubert Nieuwdorp, bis Ende 2018 Cineplex-Betreiber in Hamm, tut in Lippstadt das, was auch an anderen Standorten wie Essen oder Marl die Besucher anlockt: Nieuwdorp, der in Lippstadt zwei Kinos hat, veranstaltet auf einem Parkplatz der Hella-Werke vier Wochen lang Autokino. Das Konzept scheint aufzugehen.

Am Donnerstag lief mit „Das perfekte Geheimnis“ der erste Film, und nicht nur der ist ausverkauft, sondern die gesamte erste Woche. „Es ist ja nicht nur der Film und das Gefühl, wieder ins Kino zu können“, sagt Nieuwdorp. „Es ist natürlich auch das Event an sich, das die Menschen anlockt.“

"Das ist etwas Positives in Zeiten, in denen so viel still steht"

Natürlich hoffe er, dass die vier Wochen am Ende auch etwas Geld in die Kasse spülen, aber Nieuwdorp sieht auch den Image-Gewinn, den die Aktion mit sich bringen kann: „Wir wollen den Leuten zeigen: Hey, wir sind noch da! Das ist etwas Positives in diesen Zeiten, in denen so viel stillsteht.“

Coronavirus: Der sozialen Isolation trotzen

Vor etwa dei Wochen sei die Idee entstanden. Zunächst musste eine geeignete Fläche gefunden werden. Darüber erzielte Nieuwdorp mit Hella eine Einigung. Dann ging es in die Gespräche mit der Stadt und an die behördlichen Auflagen. Letztlich war noch das Land beteiligt, das schließlich grünes Licht für das Vorhaben gab.

Strenge Bestimmungen auch im Autokino

Denn auch ein Autokino unterliegt in Corona-Zeiten strengen Bestimmungen. Der Kinobesuch verläuft so kontaktlos wie möglich: Der Kartenkauf ist nur online möglich, es gibt keine Abendkasse. Die Besucher erhalten einen QR-Code, der an der Zufahrt in ausgedruckter Version oder vom Handy durch die Autoscheibe gescannt wird. Allen Gästen wird in der Reihenfolge der Ankunft ein Parkplatz zugewiesen. Rund 120 Plätze stehen zur Verfügung, zwischen den Autos bleibt jeweils eine Box Platz.

Der Filmton wird in Dolby Stereo auf UKW/FM direkt über das Autoradio übertragen, eine entsprechende Frequenz wird zugewiesen. Aufgrund der Vorgaben dürfen nicht mehr als zwei Erwachsene in einem Auto sitzen. Buchbar sind als Familie alternativ zwei Erwachsene plus Kinder.

Achtung: Eine Toilette gibt es nicht

An die frische Luft dürfen die Besucher aufgrund der Bestimmungen nicht. Sie müssen in den Autos bleiben, dürfen ihre Fenster aber einen Spalt breit öffnen. Einen Toilettengang sollten die Gäste vorher planen, denn wegen der Hygienebestimmungen gibt es keine mobilen Toiletten auf dem Platz. Snacks und Getränke müssen selbst mitgebracht werden, denn auch deren Verkauf ist wegen der Corona-Bestimmungen nicht erlaubt.

Nieuwdorp glaubt, dass die Besucher das Ereignis trotz der Einschränkungen annehmen und die Filme auf der 135 Quadratmeter großen Leinwand genießen werden. „Ich hätte diese Aktion auch in Hamm gemacht, wäre ich dort noch Kinobetreiber“, sagt er. Und dabei klingt schon etwas Wehmut mit nach so langer Zeit. Auch die Münsteraner Cineplex-Betreiber planen nach eigenen Angaben in Kürze ein Autokino.

Hier gibt es das Progamm:

https://www.cineplex.de/lippstadt/; Einlass ist ab 19 Uhr, Filmstart circa 20.15 Uhr; 16 Euro pro Pkw (2 Erwachsene), 24 Euro pro Pkw (2 Erwachsene und Kinder)

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

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