Arbeiten unter ungewohnten Bedingungen

Hammer Kellnerin über die Öffnung seit Corona: „Es dauert momentan alles etwas länger“

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Seit drei Wochen haben die Gastronomien in Hamm wieder geöffnet. Es gelten strenge Hygienevorschriften für Gäste und Personal. Insbesondere im Service hat sich einiges verändert. Julia Maul ist Kellnerin im Restaurant Delphi. Mit dem WA hat sie über die ungewohnten Arbeitsumstände gesprochen.

Wie hat sich Ihre Arbeit im Vergleich zur „Vor-Corona-Zeit“ verändert?
Aufgrund der Hygienevorschriften sind viele Arbeitsabläufe hinzugekommen – wie zum Beispiel den Gast am Empfang darauf hinzuweisen, dass er sich die Hände desinfizieren und eine Maske aufsetzen soll. Die Karten, Salz- und Pfefferstreuer, Kulis – alles wird nach jedem Gebrauch desinfiziert. Wir haben auf den Tischen Papiertischdecken, die wir nach jedem Gast entsorgen. Das alles beansprucht natürlich neben der normalen Arbeit noch mehr Zeit. Das ist schon sehr ungewohnt, weil wir Wert darauf legen, den Gast so schnell wie möglich zu bedienen und ihn nicht lange warten lassen wollen. Aber es dauert momentan eben alles länger.

Wie ist es, mit Maske arbeiten zu müssen?
Durch die Maske bekommt man weniger Sauerstoff und durch das ständige Hin- und Herlaufen ist es schon sehr anstrengend. Besonders schlimm ist es, an warmen Tagen die Maske zu tragen. Erst kürzlich ist einem aus unserem Team richtig schwindelig und schwarz vor Augen geworden, da musste er sich erst mal 10 Minuten hinsetzen und die Maske abnehmen, um frischen Luft zu schnappen.

Julia Maul ist Kellnerin im Restaurant Delphi.

Wie reagieren die Gäste? Sind sie eher ängstlich? Müssen Sie sie häufig an die Regeln erinnern?
Ab und zu kommt es schon vor, dass man den ein oder anderen Gast daran erinnern muss, sich die Hände zu desinfizieren oder sich die Maske aufzusetzen, aber im Großen und Ganzen sind unsere Gäste sehr vorbildlich und halten sich an die Regeln.

Bekommt Sie denn nun von den Gästen mehr Trinkgeld?
Das ist schwer zu sagen. Aber man bekommt mehr Anerkennung und Mitgefühl von den Gästen – und das ist schon eine Menge wert. Es ist schön, dass wir die Gäste jetzt wieder sehen. Uns hat der soziale Kontakt gefehlt. Ich unterhalte mich auch sehr gerne mit ihnen. Wir haben ja zum großen Teil Stammgäste, jetzt kann ich, wenn es die Zeit zulässt, wieder mit ihnen quatschen. Natürlich mit Maske und Abstand.

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