Tägliches Update

Keine Neuinfektionen in Hamm: Trotzdem noch lange keine Lockdown-Entwarnung

+
Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann stattete gestern Westfleisch in Uentrop einen Besuch ab. Dort läuft derzeit ein Massentest.

Hamm - Es gibt erste, aber mit Vorsicht zu genießende Anzeichen, dass die vom Tönnies-Ausbruch ausgelöste Corona-Infektionswelle, die derzeit durch Hamm schwappt, schneller als befürchtet wieder abebbt. Für eine Entwarnung ist es aber noch zu früh.

Am Sonntag wurden nach Angaben von Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann keine weiteren Neuinfektionen bekannt. Dabei berief er sich in erster Linie auf die Tests, die in den Schulklassen durchgeführt wurden, in denen infizierte Kinder von Tönnies-Mitarbeitern gesessen hatten. Alle Testergebnisse, die ab Samstagnachmittag eingetroffen sind, seien negativ.

Schulbetrieb läuft mit Ausnahmen normal

Dadurch könne der Schulbetrieb in Hamm am Montag normal weiterlaufen. Nur die drei betroffenen Schulen (Gebrüder-Grimm-Schule, Friedrich-Ebert-Realschule und der Standort der Albert-Schweitzer-Schule an der Stefanstraße 51b) bleiben auch weiterhin bis zu den Sommerferien geschlossen.

Für beunruhigte Eltern dieser Schulen kündigte der OB am Sonntag-Mittag an, dass sich alle Schüler der drei Schulen ab Montag-Nachmittag zentral an den Schulstandorten testen lassen können. Zuvor war ihnen geraten worden, ihre Kinder beim zuständigen Hausarzt testen zu lassen, falls sie Corona-Symptome zeigen. "Ich hoffe, das trägt dazu bei, dass sich alle wieder ein bisschen beruhigen", erklärte der OB. "Ein Test mit 1250 Personen bei Westfleisch wie heute sorgt teilweise für weniger Aufsehen als drei betroffene Schüler."

"Da kennt jemand jemanden, der einen kennt..."

Was er damit meint: Insbesondere im Internet kursieren derzeit krude Behauptungen und Theorien, wie sich das Virus in Hamm verbreitet. Dort werde unberechtigte Panik geschürt. "Da kennt jemand jemanden, der einen kennt und die Tante kennt einen, der mit einem Tönnies-Beschäftigten zu tun hatte. Das ergibt dann eine Riesendiskussion und trägt nicht zur Beruhigung bei", so der OB. "Ich bin erst einmal froh, dass es bislang keine weiteren Neuinfektionen gibt."

Allerdings: Ein neuer Lockdown ist noch lange nicht vom Tisch. Noch sind nicht alle Tests von Tönnies-Mitarbeitern und deren Kontaktpersonen ausgewertet. Inzwischen ist die Rede von 109 Mitarbeitern, die in Hamm wohnen. Vorher wurden die Zahlen 50 und 95 genannt. Das hängt damit zusammen, dass der Informationsfluss aus dem Kreis Gütersloh und von Tönnies nur sehr schleppend ist. Die Mitarbeiterliste sei mehrfach korrigiert worden, erklärte Stadtsprecher Lukas Huster. Das sei mühselig und behindere die Arbeit vor Ort massiv.

Unklarheit über Test-Ergebnisse der Tönnies-Kräfte

Von den derzeit akut infizierten 37 Personen sind 33 Tönnies-Mitarbeiter oder deren Angehörige. "Aktuell haben wir ein Delta von rund 80 Schlachterei-Angestellten, bei denen wir nicht wissen, ob deren Tests negativ ausgefallen sind oder die Ergebnisse noch nicht da sind", so Huster weiter. Die Stadt bemühe sich deshalb derzeit darum, auch die negativen Befunde zu erhalten. Nur so sei klar und seriös einzuordnen, wie viele Infektionsfälle noch dazukommen könnten.

Zweiter Massentest auf Corona bei Westfleisch in Uentrop

Zur Erinnerung: Gibt es binnen einer Woche pro 100.000 Menschen mehr als 50 Neuinfektionen (auf die Einwohnerzahl Hamms bezogen sind das 90 Personen), müssen betroffene Städte oder Kreise die Notbremse ziehen. Dann stünde Hamm wieder ein Lockdown mit Geschäftsschließungen und stärkeren Kontaktbeschränkungen bevor.

Massiver Anstieg der Quarantäne-Fälle

Von den akut Infizierten sind 13 weiblich und 24 männlich. Nur vier Infizierte haben keinen Bezug zu dem Massenausbruch im Kreis Gütersloh. Eine Person wird stationär im Krankenhaus behandelt, allerdings nicht auf der Intensivstation.

Inzwischen sind in Hamm wieder 495 Hammer in Quarantäne. Das ist noch einmal ein massiver Anstieg zu Samstag (384). 3.345 wurden aus dieser vom Amt überwachten Isolation wieder entlassen.

440 Hammer gelten derweil als genesen (239 weiblich, 201 männlich). 6.092 Proben wurden bis Sonntag-Mittag an den beiden Coronamobilen genommen.

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare