Re-Opening der Hammer Kultur

Zahlen lassen es zu: Stadt holt Kunst und Kultur zurück in die City

Zum Hammer Summer (hier Joris im Jahr 2019) kamen Jahr für Jahr mehrere tausend Besucher.
+
Lange gewartet: Im September soll es mit Konzerten in der Innenstadt wieder losgehen.

Sinkende Inzidenzzahlen öffnen endlich auch der Kultur wieder die Türen: Einen „Kickstart“ für die lokale Szene soll es im September mit der Veranstaltung „Hamm hoch vier“ geben. Viele Bühnen sollen die Besucher in die Stadt locken. Dazu können sich die Hammer noch auf viele andere Veranstaltungen freuen.

Hamm – Das kulturelle Leben in Hamm ist eigentlich vielfältig und bunt. Der Besuch von Konzerten, Theater-, Opern- und Filmaufführungen, aber auch von Ausstellungen, Lesungen oder Musicals gehört für viele Menschen ganz selbstverständlich zum Leben dazu. Mit Beginn der Corona-Pandemie endete das abrupt. Nun ist aber auch die nächste Corona-Hürde übersprungen, die das kulturelle Leben in der Stadt (fast) zum Erliegen brachte. (News zum Coronavirus in Hamm)

StadtHamm
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner180.793 (Stand: 31.12.2020)

Angesichts der positiven Zahlen plant die Stadt, der Kultur wieder mehr Raum zu geben. Auf mehrere kulturelle Höhepunkte können sich die Hammer ab sofort freuen. Als sicht- und erlebbares Zeichen soll im September einen ganzen Wochenende von der Kultur beherrscht werden. Vom 10. bis zum 11. September soll eine Art Stadtfest in der Innenstadt und auf mehreren Bühnen mit Kunst und Kultur gefeiert werden.

Kultur-Sommer mit vielen Bühnen in der Innenstadt

Als Re-Opening der Kultur in Hamm will Oberbürgermeister Marc Herter den KulturSommer verstanden wissen. „Die Künstler sollen wieder auf die Plätze der Stadt kommen“, sagte er bei der Vorstellung des Konzeptes. 200 000 Euro kostet das Spektakel, 160 000 Euro gibt es aus Bundeszuschüssen, 40 000 Euro muss die Stadt selber bezahlen. Das Geld sollen in erster Linie die Künstler und Gruppen bekommen, die sich an dem Kultur-Sommer beteiligen.

„Es ist besser, Gagen zu zahlen, als Almosen zu geben“, so Herter. Das Geld kommt aus einem Bundesprogramm. Der heimische Bundestagsabgeordnete Michael Thews (SPD) hat sich dafür eingesetzt, dass Gelder aus dem Programm auch nach Hamm fließen. Programm und Konzept seien überzeugend gewesen, sagte er bei der Online-Präsentation.

Programm soll bis zu den Sommerferien stehen

Mit dem Wochenende, das vom 10. bis zum 12. September in der ganzen Innenstadt stattfinden wird, soll die gesamte Hammer Kunstszene Auftrieb und Anschwung bekommen. Gleichzeitig sollen aber auch die Hammer Bürger wieder Kultur genießen können. Bis zu den Sommerferien soll das komplette Programm stehen.

Mitmach-Angebote für Familien

Ausdrücklich sind Künstler und alle Ratsfraktionen eingeladen, an der Vorbereitung mitzuwirken. Auch die örtlichen Gastronomen sollen eingebunden werden. Die Fäden laufen bei Knud Skrzipietz, dem Leiter des Hammer Kulturbüros, zusammen. Geplant ist, dass auf mehreren Bühnen in der Innenstadt Künstler auftreten. Dabei stehen auch Mitmach-Angebote für Familien im Programm. Musikschulen und Tanzklassen könnten sich präsentieren und für ihre Arbeit werben.

Über allem schwebt aber die Entwicklung der Corona-Zahlen. Wie sie sich im September präsentieren, kann noch niemand genau abschätzen. Daher muss Skrzipietz mehrere Szenarien planen und kurz vor dem Event dann den passenden Plan aus der Schreibtischschublade ziehen. „Der Mehraufwand ist enorm, doch wir machen das gerne, weil wir uns alle wieder auf kulturelles Leben in der Stadt freuen“, so Skrzipietz. Klar ist aber, das nur die an dem Event teilnehmen können, die entweder fertig geimpft, genesen oder negativ getestet sind. „Die drei G sind entscheidend“, so Herter.

Klassik-Sommer findet statt

Als eines der ersten Klassik-Festivals in Westfalen startet am kommenden Sonntag, 6. Juni, um 19 Uhr in der Alfred-Fischer-Hall der Klassik-Sommer. Insgesamt 13 Veranstaltungen stehen bis zum 17. Juli auf dem Programm, die aufgrund des Modellkommunen-Status‘ der Stadt auch alle durchgeführt werden können. Los geht es am 6. Juni mit der Egmont-Ouvertüre und der 7. Sinfonie von Ludwig van Beethoven.

Kunstgenuss mit kleinen Einschränkungen

Ganz ohne Corona-Einschränkungen wird es aber auch beim Klassik-Sommer nicht gehen. Auf ein Catering müssen die Besucher verzichten, Pausen wird es nicht geben, Zudem müssen die vorgegebenen Regularien wie 3G-Nachweis (geimpft, genesen, getestet), die Erfassung aller Besucher, Abstände und Masken-Tragen, eingehalten werden – womit die meisten aber mittlerweile vertraut sein dürften. Dabei ist als Nachweis „getestet“ ein Ergebnis einer Testung vorzuzeigen, das maximal 48 Stunden alt ist.

„Echte Hammer helfen“ wird noch einmal aufgelegt

Der städtische Hilfsfonds „Echte Hammer helfen“ wird noch einmal aufgelegt und mit insgesamt 70.000 Euro gefüllt. Die Summe teilen sich Stadt und städtischen Töchter. Mit dem Geld sollen in Not geratene Künstler, aber auch Vereine unterstützt werden. Maximal 2.000 Euro sind pro Förderantrag möglich, das sind 1500 Euro mehr als bei der ersten Auflage. Über die Zuwendung entscheidet eine Jury. Bewerbungen werden ab sofort entgegengenommen. Der erste Hilfsfonds wurde nicht ganz ausgeschöpft und mit dem Restgeld ein digitales Programm gestartet.

Hamm hoch drei bekommt feste Platz im Veranstaltungskalender

Das digitale Programm, das Kultur direkt in die Wohnzimmer streamte, soll weitergeführt werden – auch wenn die Pandemie vorbei ist. Als zusätzliches Angebot soll es einen festen Platz im Veranstaltungskalender der Stadt finden. Möglich sei zudem, „Hamm hoch drei“ als Hybrid-Veranstaltung durchzuführen. Einige Zuschauer könnten dabei sein, wenn der Auftritt eines Künstlers übertragen wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare