Herter findet neue Regeln „folgerichtig“

Infizierte fast immer ungeimpft - auch diejenigen im Krankenhaus

Die Maskenpflicht bleibt – zumindest in Innenräumen und an infektionskritischen Orten.
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Die Maskenpflicht bleibt – zumindest in Innenräumen und an infektionskritischen Orten.

Die Argumente, sich nicht gegen das Coronavirus impfen zu lassen, werden immer weniger. Wie am Dienstag bekannt wurde, trifft das rasant steigende Infektionsgeschehen in Hamm fast ausschließlich Ungeimpfte.

Hamm – Ferner droht allen Impfmuffeln – und davon scheint es in der Stadt noch immer mindestens mehrere Tausend zu geben – mit der ab Freitag geltenden neuen Corona-Schutzverordnung ein nerviger und ab dem 11. Oktober auch teurer Schnelltestzwang. Im Rathaus wurde die Entscheidung von NRW-Gesundheitsminister Laumann ausdrücklich begrüßt. (News zum Coronavirus in Hamm)

Fallzahlen in Hamm verdoppelt - es trifft die Ungeimpften

Binnen einer Woche haben sich die Fallzahlen in Hamm erneut verdoppelt. Das gilt sowohl für die Neuinfektionen, den Inzidenzwert und auch die Quarantäne-Anordnungen. Eine 35er-Inzidenz ist in weite Ferne gerückt und wird aufgrund der als Treibkraft geltenden Urlaubsrückkehrer auch so schnell nicht wieder erreicht werden können.

Dass sich unter den aktuell Infizierten in erheblichem Maße ungeimpfte Personen befinden, hat sich nach Einschätzung der Verwaltung weiter verstetigt. In der Vorwoche lag die Quote der nicht geimpften Infizierten in Hamm bei 80 Prozent, bei den infizierten Reiserückkehrern gar bei 89 Prozent.

Kein Covid-19-Patient hatte vollen Impfschutz

Ähnliche Werte werden am Mittwoch bei der dann fälligen neuen Wochenstatistik erwartet. Von den neun Patienten aus Hamm, die am Dienstag im Krankenhaus auf einer Normal- oder Intensivstation behandelt wurden, hatten acht keinerlei Impfschutz. Lediglich eine Patientin auf der Intensivstation hatte bereits beide Impfungen, aber noch keinen vollständigen Impfschutz, teilte die Verwaltung auf WA-Anfrage mit.

Wer sich bislang nicht hat impfen lassen, sollte dies besser heute als morgen nachholen. Ab dem 11. Oktober müssen die Schnelltests selbst bezahl werden, und bis zum vollständigen Impfschutz vergehen bekanntlich einige Wochen.

Wer sind die Ungeimpften? Dazu gibt es keine Daten

Mit Blick auf eine gezielte Impfkampagne wäre es folglich hilfreich zu wissen, wer diejenigen (in Hamm) sind, die sich bislang gegen das Impfen ausgesprochen haben. Das Problem ist aber, dass genau solche Daten nicht vorliegen und auch nie entsprechende Untersuchungen angestellt wurden. Das wurde sowohl von der Kassenärztlichen Vereinigung als auch aus dem Hammer Rathaus auf WA-Anfrage mitgeteilt.

Die am Dienstag auf den Weg gebrachte neue Coronaschutzverordnung ist von dem Grundsatz geprägt, dass Geimpften und Genesenen wieder alle Einrichtungen und Angebote offenstehen. „Es ist folgerichtig, das so zu machen“, reagierte Oberbürgermeister Marc Herter auf die neuen Vorgaben. „Die Pandemiebekämpfung tritt damit in eine neue Phase. Sie wird nun auf den Schutzstatus ausgerichtet und nicht mehr allein vom Infektionsgeschehen bestimmt. Für Geimpfte bedeutet das eine schrittweise Rückkehr in die Normalität.“

Maskenpflicht bleibt, Impfbus fährt weiter durch Hamm

„Selbstverständlich“ bleibe von den bisherigen Schutzmaßnahmen die verbindliche Maskenpflicht in Innenräumen und an infektionskritischen Orten erhalten. „Die Möglichkeit zur Impfung besteht weiterhin. Wer es noch nicht geschafft hat, dem stehen die Türen zum Impfzentrum offen. Auch der Impfbus ist weiter sehr erfolgreich auf Tour“, so Herter. „Sehr positiv“ sei zudem, dass die vorliegenden Daten der Ständigen Impfkommission (STIKO) die Entscheidung ermöglicht haben, Kinder und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren zu impfen.

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