Aktuelle Infos am Donnerstag

Erstmals Corona-Fälle an Schulen in Hamm - Tönnies schlägt durch

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[Update] Der spektakuläre Corona-Fall bei Tönnies im Kreis Gütersloh bereitet dem Hammer Oberbürgermeister große Sorgen. Erstmals wurden jetzt Infektionen im laufenden Schulbetrieb bekannt. Das hat Konsequenzen. Die Zahlen steigen weiter an.

Hamm - Im Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück wurden inzwischen mehr als 650 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet. Das strahlt nachweisbar auf die Stadt Hamm aus. Hier waren am Donnerstagmittag 28 akut mit Corona infizierte Personen gemeldet; das sind elf mehr als noch am Mittwoch. Der Grund: Rund 50 Tönnies-Arbeiter wohnen in Hamm, mehrere von ihnen tauchen daher ebenso in unserer Statistik auf wie Familienmitglieder dieser Betroffenen.

Genau dieser Punkt bereitet Hunsteger nun besondere Sorgen, denn auch aus drei Hammer Schulen wurden aktuell Corona-Fälle bekannt. "Erstmals geht es um Schüler, die zuletzt im Unterricht waren", sagte OB Thomas Hunsteger-Petermann am späten Donnerstagnachmittag. Damit habe die Pandemie "eine neue Dimension erreicht".

Um diese Schulen geht es:

In der Gebrüder-Grimm-Schule, in der Albert-Schweitzer-Schule und in der Friedrich-Ebert-Realschule wurde jeweils ein Kind positiv auf Corona getestet. Laut Hunsteger infizierten sie sich nicht in der Schule, sondern bei den Eltern, von denen jeweils Mutter oder Vater bei Tönnies arbeite. Insgesamt gehe es nach derzeitigem Wissensstand um zwei Familien.

Die Schüler der jeweils betroffenen Klassen wurden mitsamt ihrer Lehrer in häusliche Quarantäne geschickt; sie werden  am Freitag getestet (Grimm, 1 Klasse: 29 Schüler, 3 Lehrer - Schweitzer, 5. Klasse: 12 Schüler, mehrere Lehrer - Ebert, 8. Klasse: 13 Schüler, 4 Lehrer). Die Eltern dieser Schüler müssen (weil "nur" Kontakte 2. Grades) nicht in Quarantäne, sagte Hunsteger.

Schulen nicht komplett geschlossen

Weil die infizierten Kinder alle in festen Klassenverbänden unterrichtet würden und offenbar keine Kontakte außerhalb dieser Gruppen hatten, werden die Schulen nicht komplett geschlossen. Sollte es außerhalb der Klassen im weiteren Verlauf noch andere Corona-Fälle geben, könne sich das natürlich noch ändern, ergänzte der OB.

Hunsteger wies darauf hin, dass es verunsicherten Eltern der (betroffenen!) Schulen freigestellt sei, ihre Kindern weiter dorthin zu schicken oder nicht. Alle Hammer können weiterhin bei der inzwischen wieder aufgestockten Corona-Hotline (02381/17-6444) Rat erhalten - und zwar auch an diesem Samstag.

Zweite Corona-Testaktion bei Westfleisch

Auf Anordnung des NRW-Gesundheitsministeriums muss die Stadt am kommenden Sonntag und Montag zudem ein weiteres Mal die komplette Belegschaft der Westfleisch-Schlachtfabrik in Uentrop durchtesten lassen. Zwar teste man dort wöchentlich selbst (zumal ohne Positiv-Ergebnisse), doch hätten Tests bei Tönnies bis zum aktuellen Geschehen ja auch keine Auffälligkeiten gezeigt. Mit Blick auf diese Situation nannte der OB die Anordnung aus Düsseldorf in seinem ersten Statement am Mittwoch "richtig".

Die Tests bei Westfleisch würden am Wochenende nach dem selben Verfahren wie vor einigen Wochen durchgeführt - ein "Riesenkraftakt", findet Hunsteger. Damals ergaben die Tests überraschenderweise keine positiven Befunde.

Das ist die generelle Leitlinie:

Gibt es binnen einer Woche pro 100.000 Menschen mehr als 50 Neuinfektionen (auf die Einwohnerzahl Hamms bezogen sind das 90 Personen), müssen betroffene Städte oder Kreise die Notbremse ziehen. Hier liegt die Sorge der Hammer Stadtspitze begründet.

Die weiteren aktuellen Corona-Zahlen:

Von den 28 akut Infizierten in Hamm sind (Stand Mittwoch, 14 Uhr) 11 weiblich und 17 männlich. Eine Person liegt im Krankenhaus, aber nicht auf einer Intensivstation. Immerhin 124 Hammer sind aktuell in häuslicher Quarantäne - auch hier Tendenz steigend. 3207 durften diese in den vergangenen Wochen wieder verlassen. 5877 Proben wurden in Hamm mit den Corona-Mobilen genommen.

Als von einer Corona-Infektion genesen gelten in Hamm inzwischen 439 Personen (239 weiblich, 200 männlich).

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

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