Impfzentrum

Zu viele Termine abgesagt: Etliche Dosen Corona-Impfstoff in Hamm entsorgt

Weniger gefragt als noch vor Monaten: Teilweise mussten auch in Hamm aufgezogene Impf-Spritzen weggeschmissen werden.
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Weniger gefragt als noch vor Monaten: Teilweise mussten auch in Hamm aufgezogene Impf-Spritzen weggeschmissen werden.

Auch in Hamm sind bereits Corona-Impfstoffe weggeschmissen worden, weil Impftermine nicht abgesagt wurden. Allerdings: Im Vergleich zu anderen Städten hält sich die Vernichtung des bis vor Kurzem so begehrten Impfstoffs in Grenzen.

Hamm – Das Angebot, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, ist inzwischen vielfältig. Es gibt verschiedene Impfstoffe und mit dem Impfzentrum, dem Impfbus und den Arztpraxen gleich mehrere Orte, an denen man sich mit oder ohne Termin immunisieren lassen kann. Das führt mitunter dazu, dass Impfstoff umverteilt oder entsorgt werden muss. In Hamm hält sich das Ausmaß aber im Gegensatz zu anderen Städten in Grenzen. (News zum Coronavirus in Hamm)

Corona in Hamm: 20 Prozent der Termine verfallen

„Mittlerweile werden rund 20 Prozent der vereinbarten Termine nicht wahrgenommen – was aber mit Blick auf die gleichzeitige Terminfreiheit keine großen organisatorischen Probleme (mehr) darstellt“, erklärt Stadtsprecher Lukas Huster mit Blick auf das Impfzentrum. „Trotzdem wäre es natürlich wichtig, nicht notwendige Termine rechtzeitig vorab abzusagen.“

Aus den Arztpraxen, in denen in den zurückliegenden Wochen ebenfalls einige Termine geschwänzt wurden, seien bisher rund 120 Vials (Fläschchen) an das Impfzentrum weitergereicht worden. Sechs bis sieben einzelne Dosen können aus einer solchen Impfstoff-Flasche gezogen werden. Knapp 50 der Vials beinhalteten das Astrazeneca-Präparat, knapp 40 das von Biontec.

„Wir gehen davon aus, dass Ärzte daneben auch Impfstoff an Apotheken zurückgeben, bei denen sie den Impfstoff auch bestellt haben“, so Huster. Dieser werde dann wiederum gegebenenfalls an bestellende Ärzte weitervermitteln.

60 Spritzen weggeschmissen - Stadt: „Guter Wert“

Wie viel Impfstoff konnte aber nicht mehr „gerettet“ werden? „Bisher wurden seit Mitte Juli rund 60 Spritzen an Impfstoff vernichtet, weil wir keinen Abnehmer für die Dosen aus den angebrochenen Vials mehr gefunden haben“, sagt Huster.

„Mit Blick darauf, dass auch hinsichtlich der Terminfreiheit bei Impfungen der tägliche Bedarf gegen Abend schwer abzuschätzen ist und es daher auch immer schwieriger wird, abends Personen zu finden, die spontan einen Termin vorziehen und zur Impfung vorbeikommen, ist das in unseren Augen ein guter Wert“, ordnet der Sprecher ein.

In fest verschlossenen Restmüllbeuteln würden die übrig gebliebenen Spritzen gemeinsam mit medizinischen Abfallstoffen zur Vernichtung in die Müllverbrennungsanlage gebracht.

Ein- bis zweimal wöchentlich werde in Hamm Impfstoff für alle über die Kassenärztliche Vereinigung terminierten Impfungen bestellt. Zusätzlich wird ein „Grundstock“ an Impfstoff-Vorrat für terminlose Impfungen geordert.

Arztpraxen bekommen Impfstoff verteilt - Herters Bitte

Auch aus mehreren Arztpraxen in Hamm ist auf WA-Nachfrage zu hören, dass dort nur in sehr begrenztem Maße Impfstoff übrig bleibt oder letztlich entsorgt werden muss. Es gebe noch genug Impfwillige, die bei versäumten Terminen anderer kurzfristig und früher zum Zuge kämen.

Oberbürgermeister Marc Herter bat dennoch alle Hammer, die noch auf ihre zweite Dosis warten, sich dort impfen zu lassen, wo sie auch beim ersten Mal gepikst wurden. Aufwendige Umverteil-Aktionen zwischen Praxen und Impfzentrum müssten so nicht stattfinden.

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